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Tausende Hongkonger protestieren gegen Haft für Joshua Wong

20.08.2017, 13:4820.08.2017, 14:05
Grosser Ärger in Hongkong.
Grosser Ärger in Hongkong.Bild: EPA/EPA

Aus Protest gegen Haftstrafen für Joshua Wong und andere Demokratieaktivisten sind in Hongkong Tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Ein langer Protestmarsch zog sich am Sonntag durch das Zentrum der Millionenmetropole.

«​Lasst die politischen Gefangenen frei»​, riefen Menschen im Chor. Viele Demonstranten spannten Regenschirme auf - das Symbol der vor drei Jahren von Wong initiieren Demokratieproteste, die damals über Wochen Teile der Stadt lahmgelegt hatten.

Die «Regenschirm-Proteste», die 2014 weltweit für Schlagzeilen sorgten, waren die grösste Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997. Die Proteste hatten sich an Beschlüssen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

Aufschrei von Menschenrechtlern

Der 20-jährige Aktivist wurde nach der Organisation der prodemokratischen Massenproteste zunächst wegen «illegaler Versammlungen» zu Sozialstunden verurteilt. Die Anklage legte jedoch Berufung ein. Am vergangenen Donnerstag wurde dann das Strafmass auf ein halbes Jahr Gefängnis erhöht.

15 weitere Aktivisten wurden in ähnlichen Verfahren ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt - was bei Menschenrechtlern für einen Aufschrei sorgte. Zudem wurde es als weiterer Hinweis verstanden, dass Pekings seinen Einfluss auf die Sonderverwaltungszone weiter ausbaut.

Zunehmende Kontrolle

Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong wieder zu China, wird aber nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» regiert. Diese Vereinbarung sieht eigentlich vor, dass die mehr als sieben Millionen Hongkonger für 50 Jahre bis 2047 «ein hohes Mass an Autonomie» und viele Freiheiten geniessen.

Beobachter warnten zuletzt immer wieder, dass die Zentralregierung in Peking zunehmend versuche, die Kontrolle an sich zu ziehen. Neben dem harten Vorgehen gegen die Protestbewegung, sorgte zuletzt auch eine ungewöhnlich scharfe Rede von Chinas Präsident Xi Jinping für Verunsicherung.

Darin warnte er in Anspielung auf pekingkritische Proteste vor einer «roten Linie».​ Die Sicherheitsgesetze der Stadt müssten gestärkt werden. Zudem forderte der Präsident eine «patriotische Erziehung» für Hongkonger. (sda/dpa)

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