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People wait in line at an early voting site in New York, Tuesday, Oct. 27, 2020. New Yorkers lined up to vote early for a fourth consecutive day Tuesday after a weekend that saw a crush of more than 400,000 voters statewide. The unofficial tally shows about 194,000 voters this weekend in New York City, where some people waited an hour or more in lines that stretched for several blocks. (AP Photo/Seth Wenig)

Wähler- und Wählerinnen in New York City, wo man die Folgen des Coronavirus vom Frühjahr noch in guter Erinnerung hat – die Maske ist Standard geworden. Bild: keystone

Hier wütet Corona in den USA – und diesen Einfluss könnte das auf die Wahlen haben

100'000 neue Fälle an nur einem Tag: Corona verbreitet sich am Tag vor den Präsidentschaftswahlen so schnell wie nie zuvor. Wie sich die Pandemie in den USA aktuell entwickelt – und welchen Einfluss sie auf die Wahlen haben könnte.



Fallzahlen, Todesfälle und Inzidenz

Für den vergangenen Samstag, 31. Oktober 2020 meldet die Weltgesundheitsorganisation 101'273 laborbestätigte Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten – so viel wie noch nie.

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Nachdem die zweite Welle Ende August abzuflachen schien, nahm das Virus in den vergangenen Wochen nochmals deutlich an Fahrt auf.

Laborbestätigte Neuinfektionen in den USA

Wie viele Länder testen auch die USA inzwischen verbreiteter als im Frühling – was die Rekord-Fallzahlen teilweise erklärt. Doch noch immer sterben in den USA täglich rund 800 Menschen an den Folgen von Covid-19, in den letzten Tagen ist die Zahl der Todesopfer wieder leicht angestiegen.

Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 (7-Tage-Schnitt)

Verglichen mit anderen Ländern sind die Zahlen in den USA immer noch hoch – von diesem Vergleich ausgenommen ist allerdings die Schweiz, wo anteilsmässig zur Bevölkerung so viele Leute positiv getestet wurden wie kaum in einem anderen Land.

Neue Fälle pro 100'000 Einwohner (7-Tage-Schnitt)

Interessant ist auch, dass die USA ihre Kurve seit Ausbruch der Pandemie im Frühling nie auf ein wirklich tiefes Niveau herunterbringen konnten.

Betroffene Regionen

Am stärksten betroffen sind zurzeit die Regionen in der nördlichen Mitte der USA, darunter die Staaten North Dakota, South Dakota, Wisconsin, Montana und Iowa.

Die Hotspots haben sich über die letzten Monate verschoben. Im Frühjahr war die Ostküste mit der Stadt New York (siehe nächster Abschnitt) und dem Bundesstaat Florida am stärksten betroffen. Inzwischen kämpfen vor allem ländliche Gebiete im Inneren der USA mit dem Coronavirus.

Corona-Hotspots in den USA

Betroffene Regionen USA Corona / Rust Belt

Die Farbe zeigt die durchschnittlichen täglichen Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner der vergangenen Woche Bild: nyt/watson

Situation in Grossstädten

Besonders stark getroffen wurde im Frühling die 8-Millionen-Stadt New York City. Das Coronavirus hat dort rund 20'000 Todesopfer gefordert. Nach harten Massnahmen hat sich die Situation im Sommer beruhigt. Dank ihnen und dank einer rigorosen Teststrategie hat man das Virus derzeit unter Kontrolle – auch wenn die Hospitalisierungen in den letzten Tagen wieder leicht anstiegen.

Zurzeit liegt man bei rund 450 Hospitalisierten, davon liegen rund 120 Patienten auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Im April kletterte die Zahl der Hospitalisierten auf über 12'000. Die Spitäler sind zu rund drei Vierteln gefüllt, das entspricht ungefähr der regulären Auslastung.

Hospitlaisierte und IPS in NYC

Bild: thecity.nyc/watson.ch

Etwas kritischer sieht es im Vergleich an der Westküste aus: In der landesweit zweitgrössten Stadt Los Angeles – mit immerhin noch knapp 4 Millionen Einwohnern – sind zurzeit rund 800 Personen hospitalisiert, gut ein Viertel davon liegt auf der Intensivstation. Doch auch hier bewegt man sich deutlich unter den Rekordwerten der ersten Welle. Los Angeles erlebte diese im Juli, rund 2200 Patienten waren zu Spitzenzeiten im Spital.

Einfluss auf die Wahlen

Um persönliche Kontakte im Wahllokal zu vermeiden, haben so viele US-Amerikaner per Brief gewählt, wie nie zuvor. Donald Trump sieht seine Wahlchancen durch die Briefwahl bedroht und versucht seit einigen Monaten, dagegen anzukämpfen. Dass die Demokraten durch die Briefwahl bevorteilt seien – wie Trump gerne behauptet – kann nicht bewiesen werden. Mehr zu dieser Thematik findest du in folgendem Artikel:

Nebst der Briefwahlproblematik könnten in Staaten mit hohen Fallzahlen das Coronavirus das Zünglein an der Waage sein für einige Wähler. So wird die Region im Nordosten der USA, die wegen ihrer Vergangenheit als Industrieregionen «Rust Belt» genannt wird, zurzeit regelrecht von Corona überrollt (wir erinnern uns an die Hotspot-Karte unter Punkt 2).

Betroffene Regionen USA Corona / Rust Belt

Bild: nyt/watson

Zu den betroffenen Gebieten gehören viele Staaten, in denen Trump vor vier Jahren einen hauchdünnen Sieg eingefahren hat. Wähler, die in den letzten Tagen die Folgen von Trumps Gesundheitspolitik am eigenen Leib erfahren mussten, könnten ihre Stimme vermehrt den Demokraten geben – in den Umfragen in Michigan und Wisconsin liegt Trump auf jeden Fall deutlich zurück.

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