Hamburg: Polizei nimmt gelähmten Hells-Angels-Boss fest
Der NDR berichtet von einem «dicken Fisch», der der Polizei ins Netz gegangen sein soll, das «Hamburger Abendblatt» spricht von einem führenden Mitglied der Hells Angels – und die «Morgenpost» nennt den Namen: Demnach haben Zivilfahnder in der Nacht zum Samstag den Hamburger Rockerboss Dariusch «Dari» F. festgenommen.
Der seit einem Mordanschlag Querschnittsgelähmte sass dem Bericht zufolge auf dem Rücksitz eines Maybachs, als mehr als 30 Zivilpolizisten sowie zahlreiche uniformierte Kräfte von Polizei und Zoll zuschlugen. Vom «Abendblatt» und der «Bild»-Zeitung veröffentlichte Fotos zeigen den Polizeieinsatz rund um und einen auf den Bildern unkenntlich gemachten Mann im Rollstuhl ebenfalls.
Drei Autos nach Geldübergabe gestoppt, weitere Festnahmen
Die Beamten stoppten neben dem Auto mit F. noch zwei weitere Luxus-Limousinen, die den Boss eskortierten. Insgesamt nahmen die Einsatzkräfte um kurz vor 22 Uhr fünf Verdächtige in der Bugenhagenstrasse in der Nähe des Hauptbahnhofs fest. Offenbar waren die Männer zuvor bei einer Geldübergabe beobachtet worden. Dariusch F. soll eine scharfe Schusswaffe bei sich gehabt haben. Ausserdem stellten die Beamten den Berichten zufolge eine grosse Summe Bargeld sicher. F. wird laut «Morgenpost» illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.
Nur wenig später erfolgten weitere Festnahmen: Um kurz vor Mitternacht fasste die Polizei laut NDR zwei Männer vor einem Kino in der HafenCity, bei denen es sich ebenfalls um Hells Angels handeln soll. Auch hier sei eine Waffe gefunden worden, hiess es. Nach Mitternacht wurde ein mutmassliches Drogentaxi auf der Reeperbahn angehalten. Die Beamten nahmen zwei weitere Verdächtige fest.
Polizei will Gewaltserie in Hamburg stoppen
Hintergrund der Einsätze ist Angaben der Polizei zufolge eine Gewaltserie in Hamburg. Die Festnahmen seien «im Lichte der jüngsten Gewalttaten» erfolgt, zitierte der NDR das Lagezentrum der Polizei.
Seit dem Sommer häufen sich Schusswaffenattentate in Hamburg. Anfang September wurden etwa auf einem Gewerbehof in St. Pauli zwei Männer erschossen und ein dritter verletzt. Im Oktober hatte die Polizei angekündigt, «die zunehmende Bewaffnung in bestimmten kriminellen Milieus» nicht zu dulden und die «ohnehin schon grossen Anstrengungen» noch einmal zu intensivieren.
Auf Dariusch F. war 2018 im Zuge einer Fehde zwischen Hells Angels und Mongols ein Mordanschlag verübt worden. Der damals 38-Jährige war von Kugeln im Bereich des Kopfes und des Oberkörpers getroffen worden. F. überlebte schwer verletzt.
(t-online)

