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Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

15.07.2026, 12:0215.07.2026, 14:44

Neonazi Marla Svenja Liebich ist von Tschechien nach Deutschland gebracht worden. Das teilte die tschechische Polizei am Vormittag auf der Plattform X mit. Die verurteilte Rechtsextremistin soll nach Justizangaben in das Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz gebracht werden.

11.07.2025, Sachsen, Leipzig: Marla-Svenja Liebich, bekannte Rechtsextremistin, wartet vor einem Saal des Landgerichts. Anlass ist ein Berufungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Foto: Seb ...
Marla Svenja Liebich hat das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern lassen.Bild: DPA

Der Fall erregt in Deutschland viel Aufsehen, weil Liebich nach einer Verurteilung zu einer Haftstrafe das Geschlecht von männlich auf weiblich hatte ändern lassen. Ausserdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst. Kritiker hielten das für eine Provokation und sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes, das die damalige deutsche «Ampel»-Regierung aus SPD, Grünen und FDP vorangetrieben hatte und das seit 2024 in Kraft ist.

Sobald Liebich in Chemnitz ist, muss die Anstaltsleitung des Frauengefängnisses entscheiden, ob Liebich dort einsitzt. Ursprünglich sollte sie dort die Haft schon Ende August 2025 antreten, war jedoch geflohen und wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst.

Daraufhin war Liebich ins tschechische Pilsen (Plzen) gebracht worden. Das Gericht in der Stadt im Westen Tschechiens hatte dann Anfang Juni entschieden, dass Liebich an die deutschen Behörden übergeben werden soll.

Später hatte das Oberlandesgericht in Prag Beschwerden der 55-Jährigen gegen die Auslieferung abgewiesen. Sie seien nicht begründet gewesen, hiess es. Vor dem Gericht in Pilsen hatte Liebich angegeben, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen, weil sie Angst habe, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen.

Schon seit vielen Jahren immer wieder auffällig

Liebich hatte seit 2014 regelmässig Demonstrationen organisiert, oft auf dem Marktplatz in Halle in Sachsen-Anhalt. Immer wieder kam es dabei auch zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Mehrfach mussten sich Gerichte mit Beschuldigungen gegen Liebich auseinandergesetzt.

Im Juli 2023 wurde die Rechtsextremistin – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt.

In sechs Anklagen hatte die Staatsanwaltschaft unterschiedliche Vorwürfe gegen die 1970 in Merseburg im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) geborenen Rechtsextremistin erhoben. Einige Vorfälle lagen zu Beginn des Prozesses bereits mehrere Jahre zurück. Liebich sei ein Gratwanderer und überschreite in manchen Fällen die Grenze des Rechts, hatte die Richterin damals erklärt. In vorigen Prozessen sprachen Gerichte lediglich Geld- oder Bewährungsstrafen aus. (hkl/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Gamer
15.07.2026 12:28registriert Mai 2026
Was ist bloss los mit diesen Rechten? Ich dachte immer die seien so streng gegen trans und Homo?
Auch die weidel verstösst ja gegen die Prinzipien wie auch alle faschos die Hiphop hören. Die müssten eher Schlager hören als die Musik der schwarzen die sie ja so hassen.
Alles Heuchler...
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Bauchtasche
15.07.2026 13:51registriert April 2024
Witzig, wie beim Erlass von Gesetzen Logik durch Ideologie abgelöst wurde und wir nun die Früchte dieser miserablen Arbeit ernten können.
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Mr. Kanister
15.07.2026 13:44registriert Mai 2025
Auf Social Media las ich, dass Liebich die Geschlechtsänderung aberkannt werden soll. Hab das noch nicht verifiziert. Aber wenn das wahr ist und angestrebt wird, auf welcher Rechtsgrundlage? Das Selbstbestimmungsgesetz in DE sieht keine Aberkennungen vor. Die die dieses Gesetz so wollten, haben wiederholt versichert, es würde nicht missbraucht werden. Die mögen diese Suppe die sie selbst kochten mal schön auslöffeln.
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