International
Deutschland

Waldbrände in Deutschland: Die neusten Entwicklungen

Feuer in Belgien rückt nicht weiter nach Deutschland vor

Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien ist nicht weiter auf die deutsche Grenze vorgerückt. Regen und ausbleibender Wind wirken sich derzeit positiv aus.
17.08.2026, 06:3917.08.2026, 11:58

Der Einsatzleiter im deutschen Monschau, Philipp Krüger, sagte am Morgen, die Nacht sei sehr ruhig verlaufen. Man habe die Situation «etwas entschärfen» können.

epa13169126 A police helicopter fights the wildfire at the Huertgenwald near Dueren, Germany, 14 August 2026. The fire brigade is battling a forest fire in the Dueren district of North Rhine-Westphali ...
Ein Helikopter im Einsatz in Deutschland.Bild: keystone

Die 30 Menschen aus dem grenznahen Monschau-Kalterherberg, die am Sonntagabend wegen drohender Rauchbelastung evakuiert worden waren, könnten aktuell nicht in ihre Häuser zurück, sagte Krüger. Weitere Evakuierungen seien derzeit nicht geplant: «Die nächste Linie zur weiteren Evakuierung liegt noch weit, weit entfernt», stellte er klar.

Gut sei auch, dass es zu regnen begonnen habe: «Der Regen ist natürlich ein kleiner Segen für uns.» Er allein könne das Feuer aber nicht löschen. Günstig sei ausserdem, dass es zurzeit auch verhältnismässig windstill sei.

Derzeit seien auf deutscher Seite 200 bis 250 Einsatzkräfte an der Brandbekämpfung beteiligt, sagte Krüger. Eventuell könne im Laufe des Tages ein Rückbau vorgenommen werden.

Etwa 30 Bewohner sind weiterhin evakuiert

Die evakuierten 30 Bewohner waren überwiegend bei Verwandten oder Freunden untergekommen. Vier Personen hätten Auffangeinrichtungen aufgesucht, sagte Franz-Karl Boden, Stellvertreter der Monschauer Bürgermeisterin. Man habe den Betroffenen alle im persönlichen Gespräch die Information überbracht, dass sie ihre Häuser räumen müssten. Sie hätten verständnisvoll reagiert.

Die aktuelle Lage in Belgien

Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer der grössten der belgischen Geschichte. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, erläuterte der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen. «Wir stehen hier vor einem Problem», sagte er. «Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.»

Belgische Medien berichteten am Morgen, die Einsatzkräfte freuten sich zwar über den einsetzenden Regen, dieser sei jedoch vorerst zu gering, um das Feuer entscheidend zu beeinflussen. Für die nächsten Tage sei allerdings mehr Regen angesagt.

Der Biologe Tobias Ceulemans sagte der flämischen Zeitung «Nieuwsblad», das Hohe Venn sei eigentlich ein Moorgebiet, das nur schwer in Brand gerate. Das aktuelle Feuer sei jedoch das Ergebnis jahrzehntelanger Entwässerung, um dort für die Holzgewinnung Fichtenforst anpflanzen zu können. «Auf solchen Böden müsste es verboten sein, Nutzforst anzulegen», kritisierte Ceulemans.

Im Hürtgenwald ist die Lage unter Kontrolle

Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der grösste Waldbrand in der Geschichte des westdeutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. «Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle», sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. «Nach wie vor gibt es aber zahlreiche Glutnester.» Diese seien jetzt der Schwerpunkt der Brandbekämpfung. Offene Flammen gebe es nicht mehr. Von einem Ende der Lage könne man noch nicht sprechen.

Etwa 400 Einsatzkräfte seien in der Nacht im Hürtgenwald vor Ort gewesen. Tagsüber würden es voraussichtlich wieder doppelt so viele. Der Regen sei leider nur «ein Tropfen auf den heissen Stein», sagte die Sprecherin. «Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können.» (dab/hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Französischer Bildungsminister: «Es gibt keine Hemmschwelle mehr für Gewalt»
Emmanuel Macrons erster und prominentester Bildungsminister Jean-Michel Blanquer äussert sich im Interview zu den anhaltenden Mittelschulprotesten in seinem Land. Er lobt das Schweizer Modell.
Sind Sie überrascht von der Heftigkeit der Schülerproteste in Frankreich?
Jean-Michel Blanquer: Nicht unbedingt. In unseren Gesellschaften herrscht unbestreitbar eine grosse Nervosität. Frankreich ist nicht das einzige europäische Land, das am Rande einer Nervenkrise steht. Die Gründe sind nicht nur hausgemacht. Die geopolitischen Spannungen und Kriege nehmen zu, die Klimaerwärmung wird immer spürbarer. Das bewirkt gewaltige Zukunftsängste. Die Gymnasiasten reagieren darauf sehr empfindlich.
Zur Story