Kachelmann schimpft über die Deutschen wegen Hitze-Mythen: «Schwurbler-Land Nr. 1»
Nicht nur die Schweiz leidet unter der Hitze, auch in Deutschland sinkt das Thermometer kaum mehr unter 30 Grad. Für Wetterexperte Jörg Kachelmann ist der Umgang der Deutschen mit der Hitze äusserst fraglich. Im Podcast der Bild-Zeitung spricht der 68-Jährige deshalb Klartext.
Besonders einige weit verbreitete Halbwahrheiten und Aberglauben über Wetter, Klima und Gesundheit sind dem Schweizer Meteorologen, der auch als Moderator und Unternehmer tätig ist, ein Dorn im Auge. So sagt er beispielsweise über den Tipp, dass man die Fenster bei Hitze tagsüber geschlossen lassen soll:
Hitze in Kombination mit der Feuchtigkeit durch das Atmen könnte ohne Luftzirkulation zu Zuständen «wie in den Tropen» führen – und somit die Bedingungen noch weit belastender machen, was sogar tödlich enden könne.
Gar richtig sauer wird Kachelmann bei Vorurteilen gegenüber Klimaanlagen und Ventilatoren:
Deutschland sei, so glaube er, das «Schwurbel-Land Nummer eins» auf der Welt. Beispielsweise gebe es den Irrglauben, dass Durchzug und ein steifer Nacken krank machen könnten. Auch die Klimaanlagen-Skepsis der Deutschen geht dem 68-Jährigen auf den Wecker. Er sagt sogar:
Auch jetzt würden noch Schulen ohne Kühlsysteme geplant. Wie das noch sein könne, wisse er nicht:
In seinem Rundumschlag wettert Kachelmann auch gegen obsessives Autowaschen während der aktuellen Dürreperiode, Widersprüche in der deutschen Klimapolitik und das fehlende Verständnis für Zusammenhänge bezüglich Wetter und Klima. Der aktuelle Wassermangel habe wenig mit der Hitze zu tun, sondern vielmehr mit dem ausbleibenden Regen.
Der Meteorologe glaubt zudem, dass die Hitze in Europa – oder zumindest in Deutschland – noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. In diesem Jahr habe Frankreich den Schwerpunkt der Hitzewelle abbekommen – doch dieser könne sich auch ohne Weiteres in den kommenden Jahren auch einmal weiter östlich befinden. Auch in Berlin seien deshalb 45 Grad möglich.
Bezüglich der Ursache für die Hitze ist für Kachelmann klar, dass die Menschen selbst die Verantwortung trügen:
(con)
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