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Wahl in Sachsen-Anhalt: Müller geht nach Merz-Kritik in die Offensive

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Sepp Müller, Fraktions-Vizevorsitzender der CDU, will neuer Landesvorsitzender der Partei in Sachsen-Anhalt werden. Bild: www.imago-images.de

Wahl in Sachsen-Anhalt: Müller geht nach Merz-Kritik in die Offensive

Nach dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt bringt sich der Fraktionsvize der CDU gegen seine Parteikollegen in Stellung.
07.09.2026, 22:1307.09.2026, 22:13

Der Bundeskanzler hat ihn angezählt – doch Sepp Müller geht in die Offensive: Unions-Fraktionsvize Müller will nach der Wahlschlappe seiner Partei bei der Landtagswahl CDU-Landeschef in Sachsen-Anhalt werden und dabei eine klare Linie der Abgrenzung gegen rechts und links verfolgen. «Ich kandidiere als Landesvorsitzender», sagte Müller nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Magdeburg. Der 37-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Man werde die Demokratie in der Mitte verteidigen, sagte Müller. «Es kann keine Zusammenarbeit mit der extremen Linken geben, und es kann keine Zusammenarbeit mit der extremen Rechten geben», betonte er. «Wer zu allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht.» Die CDU müsse Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, betonte er. «Deswegen bin ich Sven Schulze und dem Landesvorstand dankbar, dass er sich auf den Weg gemacht hat, einen Neuanfang für unsere Landespartei zu ermöglichen», sagte er.

Was Landesvorsitzender Schulze plant

Zuvor hatte Ministerpräsident und Noch-CDU-Landeschef Sven Schulze angekündigt, dass es im Herbst eine Neuwahl des Landesvorstands geben wird. Diese solle Ende November oder Anfang Dezember erfolgen, so Schulze.

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Sven Schulze, Noch-Landeschef der CDU Sachsen-Anhalt, nach der Wahlniederlage am Sonntag.Bild: keystone

Auf Nachfragen von Journalisten, ob er erneut für den Vorsitz kandidieren wolle, sagte Schulze: «Es ist im Moment nicht mein Plan.»

Der 47-Jährige hatte die Christdemokraten als Spitzenkandidat in die Landtagswahl geführt. Seine Partei stürzte bei der Wahl von 37,1 Prozent im Jahr 2021 auf 17,2 Prozent ab. Die CDU-Landtagsfraktion schrumpfte von 40 auf 15 Abgeordnete.

Was Merz an Herausforderer Müller kritisiert

Nur wenige Stunden vor seiner Ankündigung, für den Landesvorsitz zu kandidieren, war Müller von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) öffentlich gerügt worden.

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Friedrich Merz kritisierte Sepp Müller öffentlich für dessen Aussagen kurz vor der Wahl. Bild: keystone

Ohne Müller namentlich zu nennen, sagte Merz bei einer Pressekonferenz in Berlin, er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, «dass es niemand von uns verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist.»

Müller hatte wenige Tage vor der Wahl in einem Podcast gesagt, sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann habe AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen Regierungsbildungsauftrag. Das sahen zwar einige ähnlich bei den Christdemokraten, empfanden viele in der Hochphase des Wahlkampfs jedoch als Störfeuer.

Wie Müller auf die Kritik reagiert

Auf die Nachfrage von Journalisten, was er zur Kritik von Merz sage, betonte Müller: «Ich teile die Äusserung unseres Bundesvorsitzenden nicht, und vor allem teilt es die breite Mehrheit unserer Landespartei nicht.» Zugleich betonte Müller, dass er als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag seinen Beitrag bei den anstehenden Reformen leisten wolle, «und hier hat Friedrich Merz meine volle Unterstützung».

Schulze bestätigte auf Nachfrage, dass Müllers Äusserung vor der Wahl auch in der Sitzung des Landesvorstands thematisiert worden sei. Man könne unterschiedlicher Meinung sein, aber man müsse die Themen intern lösen, sagte Schulze. Näher wollte er nicht darauf eingehen.

Warum Schulze selbst in der Kritik steht

Schulze ist seit 2021 Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt und war zuletzt im November 2025 auf einem Landesparteitag wiedergewählt worden. Nachdem sich der damalige Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Januar 2026 zurückgezogen hatte, übernahm der bisherige Wirtschaftsminister Schulze als Regierungschef.

Bereits am Wahlabend hatten die Landtagsabgeordnete Eva Feussner und die Junge Union Konsequenzen in der Landespartei gefordert. Der CDU-Landtagswahlkampf war stark auf die Person Schulze zugeschnitten – obwohl die CDU seit 24 Jahren in Sachsen-Anhalt die Landesregierung in unterschiedlichen Konstellationen angeführt hat.

Wie die AfD nun vorgehen will

AfD-Wahlgewinner Ulrich Siegmund will bei den anderen Fraktionen und einzelnen Abgeordneten eine Mehrheit suchen. Sein «erklärtes Ziel» sei es, «dass wir schnellstmöglich eine stabile Mehrheit, auf die wir uns verlassen können, im Landtag von Sachsen-Anhalt auf den Weg bringen», sagte Siegmund in Berlin. Dies solle «unter der Massgabe» geschehen, dass Kernpositionen etwa bei Migration und innerer Sicherheit «zu 100 Prozent umgesetzt» würden.

Müller warf Siegmund vor, bereits sein erstes Wahlversprechen zu brechen. «Er hat gesagt, er will eine absolute Mehrheit haben und geht jetzt mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht zusammen. Das muss auch jedem Wähler bewusst sein. Er macht halt nicht das, was er vor der Wahl gesagt hat», sagte Müller. (leh/sda/dpa)

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Aufstieg der AfD
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quelle: imago images
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