International
Deutschland

«Verbündeter Putins»: Expertin erhebt schwere Vorwürfe gegen AfD

August 4, 2025, Munich, Bavaria, Germany: The Bavarian Verfassungsschutz Secret Service, Office for the Protection of the Constitution released its half-year report detailing the current threats to Ba ...
AfD-Politiker, auch aus dem Berliner Landesverband, reisten immer wieder nach Russland, sagt Expertin Schwarz.Bild: www.imago-images.de

«Verbündeter Putins»: Expertin erhebt schwere Vorwürfe gegen AfD

Vor der Berlin-Wahl warnt Karolin Schwarz vor russischer Desinformation. Besonders die AfD sieht die Expertin dabei in einer problematischen Rolle.
07.07.2026, 05:4907.07.2026, 09:30
Ein Artikel von
t-online

Zweieinhalb Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus warnt die Publizistin und Analystin Karolin Schwarz vor russischer Desinformation. In einem Interview mit der «Berliner Morgenpost» bezeichnet sie die AfD in grossen Teilen als «Verbündeten Putins» – und äussert einen brisanten Verdacht mit Berlin-Bezug.

AfD-Politiker, auch aus dem Berliner Landesverband, reisten immer wieder nach Russland, sagt Schwarz. Solche Reisen könnten «durchaus mit Informationsweitergabe einhergehen». Aus Sicht des Kreml gehe es tendenziell auch um den Zugang zu Geheimnissen und Informationen. Belege für konkrete Vorgänge nennt sie in dem Interview allerdings nicht.

Fake-News und KI-Videos sollen Misstrauen erzeugen

Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im Vorfeld gewarnt, das Putin-Regime werde versuchen, die freie Meinungs- und Willensbildung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Zum Verhältnis von AfD und Russland sagt Schwarz, die Partei sei ein Verstärker und werde wiederum durch Russland gestärkt: «Es ist eine Art Symbiose.» Diese bestehe nicht nur mit Russland – die AfD verbünde sich auch mit rechtsextremen Kräften in den USA sowie in Österreich mit der FPÖ oder den Identitären. Das gelte nicht für die ganze Partei, «aber eben grosse Teile und auch Teile des Berliner Landesverbands».

Bei Wahlen gehe es um Mobilisierung und Demobilisierung, erklärt die Analystin, die sich seit mehr als zehn Jahren mit Desinformation und ausländischer Einflussnahme beschäftigt. Über Fake-Medien und gefälschte KI-Videos werde Misstrauen gestreut und emotionalisiert. In Berlin spielten dabei vor allem der Nahostkonflikt und – gerade bei jungen Wählern – die Debatte um die Wehrpflicht eine Rolle.

Zugleich relativiert Schwarz die unmittelbare Wirkung: Vieles, was gestreut werde, schiesse ins Leere, bei vielen langjährigen Kampagnen seien die Interaktionszahlen zu vernachlässigen. Eine einzelne Desinformationsgeschichte habe nicht unbedingt das Potenzial, Wahlen zu verändern. Zum Schutz fordert sie Vorkehrungen von Landesregierung und Landeswahlleitung sowie eine schnelle Aufklärung, wenn Falschinformationen kursieren.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
250 Jahre USA in 50 Bildern
1 / 52
250 Jahre USA in 50 Bildern

Am 4. Juli 1776 verabschiedet der Kontinentalkongress die von Thomas Jefferson verfasste Unabhängigkeitserklärung. Dieses Ereignis markiert den Höhepunkt der Amerikanischen Revolution, die bereits 1775 mit dem Unabhängigkeitskrieg der 13 Kolonien gegen die britische Kolonialmacht begonnen hatte.

quelle: wikimedia
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wasserflugzeug stürzt in Fluss in New York
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
30 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Eckhardt
07.07.2026 06:53registriert Juni 2024
Gut möglich, dass wenn die AfD an der Macht ist, sie in der EU die bemühende ehemalige Rolle von Orban weiterspielt und Sanktionen gegen Russland hintertrieben würden. Auch könnte Deutschland selbst kommunikationsmässig zum Vasallenstaat Russlands werden.
Dass die AfD-Wählenden diese Gefahren nicht sehen, macht fassungslos.
428
Melden
Zum Kommentar
30
Was die Bank des Papstes und ein Palast in Budapest mit Millionen in Genf zu tun haben
Was als Finanzanlage der Vatikanbank begann, endete als Millionenskandal mit einer Spur in die Schweiz.
Papst Leo XIV. ist dabei, die Stellung der Vatikanbank IOR zurückzustutzen. Er entzieht ihr die Exklusivstellung bei Finanzinvestitionen des Heiligen Stuhls. Dafür hat der Heilige Vater sehr gute Gründe: Der wohlklingende Name — IOR steht für Istituto per le Opere di Religione, auf Deutsch: Institut für die religiösen Werke — stand in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder auch für Skandale und den Missbrauch von Kirchengeldern.
Zur Story