International
Deutschland

Collien Fernandes: Neues Interview mit Christian Ulmen bleibt privat

Christian Ulmen bei der Serienpremiere der 2. Staffel von jerks im Zoo Palast in in Berlin am 21.03.2018 *** Christian Ulmen at the series premiere of the 2 season of jerks at the Zoo Palast in Berlin ...
«Herr Ulmen möchte nun doch nicht», titelt die «Zeit» in ihrem Artikel, für den sie eigentlich ein Interview mit dem Schauspieler führte.Bild: imago stock&people

Fall Fernandes: Neues Interview mit Christian Ulmen bleibt doch privat

Stundenlang sprachen zwei Journalistinnen mit Christian Ulmen über die Vorwürfe von Collien Fernandes. Doch dann macht er einen Rückzieher.
04.06.2026, 15:0804.06.2026, 15:08
Nadja Zeindler
Nadja Zeindler

Im März liess Collien Fernandes im «Spiegel» die Bombe platzen: Ihr Ex-Mann Christian Ulmen habe sie «virtuell vergewaltigt» (watson berichtete). Die Moderatorin und Schauspielerin sprach offen über das Erlebte, Tausende gingen auf die Strasse, Politiker äusserten sich – nur Ulmen sagte keinen Mucks. Das wollten zwei Journalistinnen der Zeit ändern.

Anne Kunze und Laura Hertreiter wollten den Fall «von allen Seiten beleuchten», wie es in ihrem Artikel heisst: «Wir haben Collien Fernandes um Informationen gebeten, haben uns mit Anwälten, Behörden und Arbeitskollegen der beiden ausgetauscht. Und wir haben Christian Ulmen konfrontiert, den mutmasslichen Täter.» Dieser erklärte sich zum Gespräch bereit.

Was sagt der Schauspieler zu den Vorwürfen seiner Ex-Frau? Neben mutmasslicher häuslicher Gewalt soll er unter ihrem Namen auch gefälschte Profile in sozialen Netzwerken angelegt, Männer angeschrieben und ihnen Nacktaufnahmen und Pornos geschickt haben, die den Eindruck erwecken sollten, sie zeigten seine Ex-Frau.

Collien Fernandes bei der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt unter dem Motto Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln. auf dem Rathausmarkt. Hamburg, 26.03.2026 *** Collien Fernandes at the  ...
Collien Fernandes Ende März bei der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Hamburg.Bild: IMAGO / Future Image

Anne Kunze und Laura Hertreiter trafen Ulmen bereits im März. Fünf Stunden sprachen die Journalistinnen mit ihm, zweieinhalb davon war auch sein Anwalt Christian Scherz dabei. Und was kam heraus? Nichts.

Die Geschichte einer gescheiterten Recherche

Er habe «umfassende Antworten» gegeben, «aber seine Worte dürfen wir nicht dokumentieren», schreiben sie: «Auf unser Interview folgte eine wochenlange Auseinandersetzung über Formulierungen.» Am Ende haben Ulmen und sein Anwalt sämtliche Zitate zurückgezogen.

Auch ein zweites Interview mit Christian Scherz lief auf dasselbe hinaus. «Dies ist die Geschichte einer gescheiterten Recherche, die mitten hineinführt in das Gestrüpp aus Showbusiness, Justiz, Medien und Publikum», schreiben Anne Kunze und Laura Hertreiter in ihrem dennoch veröffentlichten Artikel: «Hier hat jeder seine eigenen Regeln, Absichten und Gründe zu sprechen – oder eben zu schweigen.»

Genau das tut Ulmen weiterhin, während die Staatsanwaltschaft Potsdam wegen eines Teils der Vorwürfe gegen ihn ermittelt. Warum der Mann seiner Frau so etwas angetan haben soll, bleibt unbeantwortet.

Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt

Unter häuslicher Gewalt versteht man körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt innerhalb einer Familie oder in einer aktuellen oder aufgelösten Paarbeziehung. Betroffene können sich bei den kantonalen Opferhilfestellen melden, die auf der Website der Opferhilfe Schweiz zu finden sind. Seit Mai 2026 existiert zudem die nationale Opferhilfe-Telefonnummer 142.

Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und anonym. Sollten sich Frauen zu Hause nicht mehr sicher fühlen, finden sie in Frauenhäusern eine sichere Unterkunft. Weitere Unterstützung bietet das Frauen-Nottelefon. Betroffene Männer können sich an die Anlaufstelle Zwüschehalt oder an das Männerbüro Zürich wenden. Bei Straftaten im Ausland können Schweizer Staatsangehörige die Helpline des EDA kontaktieren: +41 800 24 7 365.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wenn sich KI-Bilder viral verbreiten
1 / 15
Wenn sich KI-Bilder viral verbreiten
Nanu, wen haben wir denn da?
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Collien Fernandes an Demo in Hamburg
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Krim: Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen
Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden.
Zur Story