«Mehr als 430 Drohnen»: Ukrainischer Grossangriff auf Moskau
Die Ukraine hat in der Nacht auf Dienstag Russland mit Hunderten Drohnen angegriffen, viele davon waren Richtung Moskau unterwegs. 452 unbemannte Flugobjekte seien über 17 russischen Regionen abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Schäden meldeten unter anderem die grenznahe Region Belgorod und das Industriegebiet Kaluga südwestlich von Moskau.
Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin steuerten «mehr als 430 Drohnen» die russische Hauptstadt an. Die meisten davon seien schon weit vor Moskau abgeschossen worden, 36 im direkten Anflug auf das Stadtgebiet, schrieb er bei Telegram.
Das wäre der zahlenmässig grösste ukrainische Drohnenangriff auf Moskau in den vergangenen zwei Jahren. Allerdings ist unklar, welche Drohnen in die Statistik Sobjanins eingeflossen sind. Unabhängig überprüfbar sind die Angaben nicht. Schäden meldete er nicht, die Flughäfen der Hauptstadt waren aber stundenlang gesperrt.
In der westrussischen Stadt Belgorod ist Medienberichten zufolge derweil eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen aufgegangen. Der amtierende Gouverneur der Region, Alexander Schuschajew, schrieb von einem Raketenangriff, nach dem ein Feuer in einem nicht näher benannten Infrastrukturobjekt ausgebrochen sei. Bei dem Angriff sei ein Mensch ums Leben gekommen.
In Kaluga ist derweil laut Gouverneur Wladislaw Schapscha nach Drohnenangriffen ein Brand in einem Industrieobjekt ausgebrochen. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Ölanlage.
Angriff auf Omsk
Bereits am Montag setzte die Ukraine Russland mit einem Angriff weit hinter der Grenze unter Druck. Ukrainische Drohnen haben die mehr als 2400 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte sibirische Industriestadt Omsk angegriffen.
Overnight, Ukrainian attack drones carried out one of the deepest raids of the war, hitting Russia’s Omsk oil refinery over 1,500 miles (2,400 km) behind the frontline. pic.twitter.com/fEC8e6jPsW
— OSINTtechnical (@Osinttechnical) July 6, 2026
«Einigen Drohnen gelang es, das nördliche Industriegebiet von Omsk zu erreichen», teilte der Gouverneur des Gebiets Omsk, Witali Chozenko, bei Telegram mit. Demnach gab es Schäden. In ukrainischen Telegramkanälen kursierten Videos, auf denen Drohnen die nördlich von Omsk liegende Erdölraffinerie anfliegen. Augenzeugen dokumentierten auch einen Brand in der Anlage.
Die Raffinerie in Omsk ist die grösste in ganz Russland mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Behörden schlossen wegen des Luftalarms den Flughafen in Omsk.
(maw/sda/dpa)
