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Neue Truppenbewegungen in Grönland – das steckt dahinter

epa12664200 A Hercules aircraft approaches to land at Nuuk Airport in Greenland?s capital, Nuuk, on Tuesday, 20 January 2026. Greenland and Denmark, in coordination with NATO allies, are expanding mil ...
Eine Maschine brachte jüngst zusätzliche dänische Soldaten nach Grönland.Bild: keystone

Was läuft da? Abseits des Trump-Trubels gibt es neue Truppenbewegungen in Grönland

Am Montag schickte Dänemark gegen 100 zusätzliche Kampfsoldaten auf die Arktisinsel. Und am Dienstag begann das US-Luftkommando mit der Verlegung von Flugzeugen. Alles nur Routine, wie es heisst?
21.01.2026, 05:4321.01.2026, 05:43
Remo Hess, Brüssel / ch media

Wie weiter mit Grönland? Alle Augen sind auf das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und den bevorstehenden Auftritt von US-Präsident Donald Trump gerichtet. Aber im Hintergrund passieren auf dem Terrain in Grönland durchaus wichtige Dinge.

Zusätzlich zu den schon vergangener Woche entsandten, eher symbolischen Truppenkontingenten verschiedener europäischer Staaten, kamen am Montagabend weitere dänische Soldaten an. Wie viele es genau sind, wollte das dänische Verteidigungsministerium nicht sagen. Aber es handle sich um «eine substanzielle Anzahl». Die Soldaten stammen zudem aus den dänischen Kampftruppen und wahrscheinlich aus einem Bataillon, dessen Aufgabe der Schutz kritischer Infrastruktur ist. Das berichtet «DR», der öffentlich-rechtliche Rundfunk Dänemarks. Dessen Verteidigungs-Spezialist schätzt, dass es sich um 100 Mann handelt.

Gelandet ist das Detachement in einem zivilen Flugzeug in Kangerlussuaq, dem Logistik-Drehkreuz Grönlands, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nuuk. Bemerkenswert: Angeführt wird es von niemandem Geringerem als Peter Boysen, dem Oberbefehlshaber des dänischen Heeres. Am Dienstagmorgen landete zudem eine Transportmaschine des Typs «Hercules» der dänischen Luftwaffe in Nuuk.

Will sich Dänemark jetzt ernsthaft auf eine militärische Auseinandersetzung mit den Amerikanern vorbereiten? Wahrscheinlich eher für alle Fälle absichern.

Offiziell sind die Soldaten für die letzte Woche angekündigte Übung «Arktische Ausdauer» vor Ort. Aber angesichts der gegenwärtigen Spannungen wird mit Argusaugen registriert, wenn auch nur ein zusätzlicher Soldat den Fuss nach Grönland setzt.

Amerikaner verlegen Flugzeuge auf ihre Luftwaffenbasis

Für umso mehr Aufsehen sorgte deshalb die Ankündigung des gemeinsam mit Kanada betriebenen US-Luftverteidigungskommandos für Nordamerika (NORAD) vom Montag, «mehrere Flugzeuge» nach Grönland zu verlegen. Diese sollen schon bald auf dem US-Stützpunkt Pituffik ankommen. Zum Typ und zur konkreten Anzahl der Flugzeuge machte Norad keine Angaben.

FILE - The motorcade of Vice President JD Vance travels through Pituffik Space Base during a tour, March 28, 2025, in Greenland. (Jim Watson/Pool via AP, File)
Greenland US History
Die nordamerikanische Basis in Pituffik in Grönland.Bild: keystone

Die Verlegung von Kräften von und nach Pituffik ist an sich nichts Ungewöhnliches. Aktuell haben die USA dort rund 160 Soldaten stationiert, deren Aufgabe unter anderem ist, frühzeitig zu melden, ob eine ballistische Rakete im Anflug auf Nordamerika ist. Die Basis existiert seit bald acht Jahrzehnten.

Speziell ist jedoch, dass in der Ankündigung des US-Luftkommandos mehrmals betont wurde, dass es sich um reine «Routine» und «seit Langem geplante Aktivitäten» handelt. Die Verlegung sei mit Dänemark und Grönland abgesprochen und sämtliche involvierten Kräfte würden über die notwendige diplomatische Freigabe verfügen. Mit anderen Worten: Es handelt sich nicht um eine Invasion.

Gleichzeitig haben die USA Anfang Woche 1500 Fallschirmjäger aktiviert, welche in Alaska stationiert sind. In den sozialen Medien wurde daraufhin umgehend über eine mögliche Verbindung zur Grönland-Krise spekuliert, da diese Soldaten der 11. US-Luftlandedivision mit dem Spitznamen «Arktische Engel» unter anderem für den Kampf im eisigen Umfeld ausgebildet sind. Gemäss dem US-Verteidigungsdepartement ist ihre Mobilisierung aber für einen möglichen Einsatz in Minnesota vorgesehen, wie die Zeitung «Washington Post» berichtet. Nach der Erschiessung einer 37-jährigen Mutter durch Beamte der Einwanderungspolizei ICE kommt es dort zu Protesten. (aargauerzeitung.ch)

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