Ceuta fürchtet neuen Ansturm – Datum soll schon feststehen
Die Behörden in Ceuta beobachten mit Sorge neue Aufrufe in sozialen Netzwerken. In marokkanischen TikTok-, Facebook- und WhatsApp-Gruppen wird offenbar über einen möglichen gemeinsamen Grenzübertritt in die spanische Exklave diskutiert.
Nach Angaben der Regierung von Ceuta wurden entsprechende Hinweise bereits an die zuständigen Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Regierungssprecher Alejandro Ramírez sagte, man nehme die Nachrichten ernst und stehe mit den Sicherheitskräften in Kontakt.
Treffpunkt an der Grenze
Wie die spanische Zeitung El País berichtet, kursieren in mehreren Gruppen mit Hunderttausenden Mitgliedern Aufrufe für den 15. August. In den Nachrichten ist unter anderem von Treffpunkten in der marokkanischen Grenzstadt Fnideq die Rede. Einzelne Nutzer kündigen an, aus anderen Landesteilen Marokkos in die Region reisen zu wollen.
In den Chats wird demnach nicht nur über einen möglichen Grenzübertritt gesprochen. Teilweise geht es auch um Routen, Grenzanlagen und Schlauchboote.
Viele warnen vor den Risiken
Gleichzeitig ist unklar, wie konkret die Aufrufe tatsächlich sind. In denselben Gruppen gibt es auch zahlreiche skeptische Stimmen. Nutzer warnen vor der Gefahr eines solchen Vorhabens und verweisen darauf, dass die Grenze inzwischen stärker gesichert sei.
Andere vermuten, die Gerüchte könnten auch von Schleusern genutzt werden, um junge Menschen in die Grenzregion zu locken und ihnen anschliessend kostenpflichtige Überfahrten anzubieten.
Ceuta liegt an der nordafrikanischen Küste und gehört zu Spanien. Die Grenze zur marokkanischen Stadt Fnideq ist immer wieder Schauplatz von Migrationsversuchen. Für die Behörden stellt sich nun die Frage, ob aus den Online-Aufrufen tatsächlich eine grössere Bewegung entsteht – oder ob es bei Gerüchten bleibt. (mke)
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