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Ceuta: Wie Rechte in Europa die Krise ausschlachten

Migrants who crossed into Ceuta are returning to Morocco as businesses close, to regain their strength and cross again. Luis Alvise Pérez, Member of the European Parliament and leader of Se Acabó la F ...
Der spanische Rechtsaussenpolitiker Alvise Pérez reiste nach Ceuta, um die Situation vor Ort für sich zu instrumentalisieren.Bild: www.imago-images.de
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Ceuta als Bühne – wie Rechte mit Angst vor Migration mobilisieren

Die Lage in Ceuta scheint für Europas Rechte ein ideales Thema zu sein, um Ängste zu schüren und Wähler zu gewinnen. Einige rechtsextreme Akteure sind den Migranten in die spanische Exklave gefolgt – und instrumentalisieren den Zustand vor Ort für ihre Zwecke.
04.08.2026, 15:5504.08.2026, 16:36

Für die europäische Rechte ist die Situation in der spanischen Exklave Ceuta ein gefundenes Fressen: Das linksliberale Spanien wird mit einer selbstverschuldeten Migrationskrise bestraft. Zehntausende Menschen überquerten vergangene Woche illegal die Grenze aus Marokko, darunter zahlreiche junge Männer.

Spanien schickte zwar schnell Militär und Spezialpolizei, doch für die extremen Rechten scheinen die Aufnahmen ihr Narrativ zu bestätigen: Europa werde von Migranten überrannt. Wie rechte Kreise die Krise für sich nutzen – und was sie dabei bewusst auslassen.

Wer ist aus der rechten Szene Europas angereist?

Für die spanische Rechte ist die Anreise verhältnismässig kurz. So machten sich etwa Vertreter der spanischen Neonazi-Gruppe Nucleo Nacional und die spanischen Rechtsaussenpolitiker Santiago Abascal, Parteichef der rechten Vox, und Alvise Pérez, ein gewählter Europaparlamentarier, auf den Weg in die Exklave, um von vor Ort zu berichten und Aufnahmen in den sozialen Medien zu teilen.

Doch sogar Vertreter der schweizerischen Jungen Tat nahmen den Weg auf sich, genauso wie der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner von der Identitären Bewegung.

July 15, 2026, Brussels, Belgium: BRUSSELS, BELGIUM �� JULY 2026: Far-right activists Martin Sellner, Eva Vlaardingerbroek, Dries Van Langenhove, Andrea Ballarati and Lucy White joined MEPs Dominik Ta ...
Der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner fordert mit seinem Konzept der «Remigration» die Abschiebung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, Asylbewerbern und nicht assimilierten Staatsbürgern.Bild: www.imago-images.de

Auch das rechte deutsche Medium «Nius» reiste nach Ceuta. AfD-Chefin Alice Weidel teilte dessen Aufnahmen mit den Worten: «Vor Ort herrscht das Chaos.»

Andere rechte Politikerinnen und Politiker sind zwar nicht angereist, nutzen den Zustand aber trotzdem für sich und ihre Anliegen. So griff etwa Berlins AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker vergangene Woche zügig zum Mikrofon, um auf die Lage in Ceuta aufmerksam zu machen. Es würden noch mehr Migranten kommen, behauptete er, und deren Zielland sei «natürlich» Deutschland. In Berlin wird am 20. September gewählt.

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Kristin Brinker ist Spitzenkandidatin für die AfD in Berlin.Bild: keystone

Die Rhetorik der Rechten

Angesichts der Zehntausenden Migranten, die vergangene Woche in Ceuta ankamen, sprechen Rechte von einer «Invasion» oder gar einem «Krieg gegen Europa». Laut der Jungen Tat würden die Ereignisse in der Exklave zeigen, wie die europäische Bevölkerung ethnisch ersetzt werde. Dabei handelt es sich um eine in rechtsextremen Kreisen beliebte Verschwörungserzählung.

Das Portal «Nius» schreibt von einer «islamistischen Invasion», ohne Belege zu liefern. Aktivisten der Identitären Bewegung skandieren auf Aufnahmen «Remigration». Der spanische Politiker Alvise Pérez behauptet, Muslime wollten Ceuta in eine marokkanische Stadt verwandeln.

Schuld an allem sind laut den Rechtsextremen linke Regierungen in Europa, allen voran der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez aufgrund seiner linken Politik. Positiv hervorgehoben wird hingegen die spanische Militärpräsenz, die die «Festung Europa» verteidige.

Was die Rechten ausblenden

In den Erzählungen der Rechten werden Einzelschicksale ausgeblendet, stattdessen ist von einer «Flut» von Menschen die Rede. «Dehumanisierend» beschreibt es die österreichische Migrationsexpertin Judith Kohlenberger gegenüber dem SRF. Aus welchen Gründen die Menschen stundenlang durchs Meer geschwommen seien, spiele keine Rolle. Dabei hätten junge Menschen in Marokko oft keine Perspektive.

Ebenfalls wird nicht erwähnt, dass Sánchez eine vergleichsweise harte Grenzpolitik verfolgt und Menschen nicht einfach von Ceuta in die EU gelangen können. Viele von ihnen sind wieder nach Marokko zurückgekehrt. Andere harren noch in der Exklave aus.

FILE - Spain's Prime Minister Pedro Sánchez speaks at the Spanish parliament in Madrid, Spain, on July 25, 2019. Spain's coalition government has presented a proposal in Parliament to reform ...
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez muss sich aktuell einiges anhören.Bild: keystone

Wie nutzen die Rechten die Ereignisse für sich?

«Bei politischen Kampagnen sind rechte Gruppierungen allen anderen sehr weit voraus», erklärt Kohlenberger gegenüber dem SRF. Die Präsenz vor Ort sei für sie entscheidend, um ihre Botschaft emotionalisieren zu können.

Die Bilder der zahlreichen Migranten würden eine enge, bedrohliche Perspektive befeuern sowie Emotionen wie Angst und Wut schüren. Eine konstruktive Betrachtung finde jedoch nicht statt. Mit dieser Taktik sei es rechten Gruppierungen in den letzten Jahren gelungen, das Thema Migration so stark zu polarisieren, dass es beinahe keine sachliche Mitte mehr gebe.

(hkl)

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195 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nib
04.08.2026 16:24registriert Mai 2016
Eine konstruktive Auseinandersetzung findet auch in diesem Artikel nicht statt. Rechts, rechts aussen und rechtsextrem – alles wird in einen Topf geworfen. So entsteht ein populistischer Artikel.
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benn
04.08.2026 16:27registriert September 2019
man kann die angst kleinreden aber sie ist nicht unberechtigt, diese ängste zu ignorieren oder jeden der sie äussert als rechtsradikal zu diffarmieren stärkt nur die rechte!
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Intensiv Elefant
04.08.2026 16:19registriert März 2026
Ach ihr Linken werdet es nie begreifen…

Die AfD etc verhindern wollen und dann solch einen Beitrag schreiben..
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