International
EU

Polens Aussenministerium verteidigt Aufmarsch von Rechten

epa06322819 Polish nationalists light flares as they take part in the March of Independence 2017 under the slogan 'We want God' as part of Polish Independence Day celebrations in Warsaw, Pol ...
60'000 Demonstranten zogen am Samstag durch Warschau.Bild: EPA/PAP

«Das war ein schöner Anblick»: Polens Aussenministerium verteidigt Aufmarsch von Rechten

13.11.2017, 15:0813.11.2017, 15:43

60'000 Nationalisten und Rechtsextreme feierten am Samstag in Warschau den Unabhängigkeitstag von Polen. Sie riefen Slogans wie «Gott, Ehre, Vaterland» und «Polnische Industrie in polnische Hände.» 

Doch das war nicht alles. Skandiert wurden auch Sprüche wie «Flüchtlinge raus» oder «reines, weisses Polen». Dazu zündete die Menschenmenge unzählige Fackeln und hielt die polnische Flagge in die Höhe. Zu erkennen waren auch rechtsradikale Banner und Symbole. Der Grossaufmarsch der Rechtsextremen sorgte international für Schlagzeilen und Kritik.

epa06322987 Polish nationalists walk through the Poniatowski Bridge as they take part in the March of Independence 2017 under the slogan 'We want God' as part of Polish Independence Day cele ...
Grossaufmarsch am Samstag bei der Feier zum polnischen Unabhängigkeitstag.Bild: EPA/PAP

Nun hat sich das polnische Aussenministerium zu den Ereignissen geäussert. Man verurteile zwar «rassistische, antisemitische und ausländerfeindliche Ideen», teilte das Ministerium mit. Doch die Demonstration von Rechtsradikalen und Anhängern der nationalkonservativen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) am Samstag sei «im Wesentlichen ein Ausdruck patriotischer Werte» gewesen.

Das Aussenministerium nannte den Aufmarsch «eine grosse Feier der Polen, mit unterschiedlichen Ansichten, aber vereint in den gemeinsamen Werten von Freiheit und Treue zu einem unabhängigen Heimatland». Es sei nicht gerechtfertigt, den Marsch aufgrund der Taten Einzelner zu beurteilen.

«Wir konnten die weiss-roten Fahnen in den Strassen Warschaus sehen, das war ein schöner Anblick.»
Polens Innenminister Mariusz Blaszczak

Polens Innenminister Mariusz Blaszczak von der nationalkonservativen Regierungspartei hatte am Sonntag gesagt, der Unabhängigkeitstag sei in einer «sehr guten Atmosphäre» verlaufen. «Wir konnten die weiss-roten Fahnen in den Strassen Warschaus sehen, das war ein schöner Anblick.» Spruchbänder wie «Weisses Europa» oder «Reines Blut» habe er «persönlich nicht gesehen». Man dürfe solchen «Vorkommnissen» nicht alles unterordnen. (cma)

Lügt polnische Regierung, um Wald abzuroden?

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Fall Timmy holt diesen Bürgermeister wieder ein – jetzt darf er nicht mehr ins Amt
Buckelwal Timmy wurde nach seiner Gemeinde benannt. Seither hat Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke konstant Ärger. Jetzt zog der kommunale Hauptausschuss die Reissleine.
Der Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand darf seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausführen. Der Hauptausschuss der Gemeinde erteilte Sven Partheil-Böhnke (FDP) ein Amtsverbot.
Zur Story