International
EU

EU stellt Unterstützung für Kunstbiennale in Venedig ein

EU stellt Unterstützung für Kunstbiennale in Venedig ein

21.07.2026, 15:2121.07.2026, 15:21
epa12942944 Boats operate in a canal in Venice, Italy, 08 May 2026 (issued 09 May 2026). The 61st edition of the Venice International Art Biennale runs from 09 May to 22 November 2026. EPA/ZOLTAN BALO ...
Bis November findet dieses Jahr die Biennale in Venedig statt. (Archivbild)Bild: keystone

Die EU stellt die Förderung der Kunstbiennale von Venedig wegen der umstrittenen Teilnahme Russlands ein. Die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) habe nach der rechtlichen Bewertung und Empfehlung der EU-Kommission beschlossen, den laufenden, mit zwei Millionen Euro dotierten Zuschuss an die Fondazione La Biennale di Venezia zu beenden, teilte ein Kommissionssprecher in Brüssel mit.

«Kulturvorhaben, die mit europäischen Steuergeldern finanziert werden, sollten demokratische Werte wahren sowie offenen Dialog, Vielfalt und Meinungsfreiheit fördern – Werte, die im heutigen Russland nicht geachtet werden», erläuterte der Sprecher.

Die Kunstbiennale in Venedig zählt zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In diesem Jahr findet sie vom 9. Mai bis 22. November statt. Mit dem Zuschuss half die EU bei der Unterstützung von Filmproduzenten und immersiver Technik. Die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur verwaltet Mittel für Bildung, Kultur, audiovisuelle Medien, Sport, Bürgerbeteiligung und Freiwilligenarbeit.

Russischer Pavillon bleibt geschlossen

Russland nimmt erstmals seit Beginn seiner Invasion in der Ukraine an der Kunstbiennale teil. Rund 50 vom russischen Staat handverlesene Künstler, darunter Musiker, Dichter und Philosophen, arbeiteten an dem Musik- und Performanceprojekt «Der Baum ist im Himmel verwurzelt».

epa12933932 A musical group performs at the Russia Pavilion during the Art Biennale 2026 in Venice, Italy, 05 May 2026. Featuring participants from 99 countries with public exhibition days, the 61st V ...
Im Inneren des russischen Pavillons wird - auch ohne breites Publikum - fleissig performt.Bild: keystone

Zwar bleibt der Pavillon, der Eigentum des russischen Staates ist, für ein breites Publikum geschlossen, Besucher sehen aber draussen die Installation auf einem grossen Bildschirm. Das sei von Anfang an so geplant gewesen, sagte die umstrittene Kuratorin Anastassija Karnejewa, Tochter eines beim Staatskonzern Rostec tätigen Rüstungsmanagers im Rang eines Geheimdienstgenerals. Russland sieht die Teilnahme als Ende seiner kulturellen Isolation im Westen.

Tausende Kulturdenkmäler in der Ukraine zerstört

Schon nach der Ankündigung Russlands hatte es Kritik gegeben. Verurteilt wurde die russische Kulturoffensive als Teil von Moskaus «hybrider Kriegsführung».

Die Ukraine protestierte gegen Russlands Teilnahme, auch weil im Zuge des Moskauer Krieges nach offiziellen Angaben Kiews mittlerweile Tausende Kulturdenkmäler und andere kulturelle Einrichtungen zerstört oder beschädigt wurden. Aussenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna gaben an, dass die designierte Leiterin des russischen Pavillons Kontakte zur Rüstungsindustrie ihres Landes habe.

Mitglieder der EU-Kommission hatten im März angekündigt, man werde die Aussetzung oder Beendigung des laufenden EU-Zuschusses an die Biennale-Stiftung prüfen. «Diese Entscheidung der Fondazione Biennale ist nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die brutale Aggression Russlands», kritisierten Glenn Micallef und Henna Virkkunen.

Viel Andrang für Biennale

Trotz oder möglicherweise auch infolge der Kontroverse lagen die Besucherzahlen nach Schätzungen in den ersten beiden Monaten deutlich höher als zu Beginn der Kunstbiennale 2024. Die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos berichtete Mitte Juli unter Berufung auf Quellen in Venedig von einem Besucherplus von 20 Prozent.

Vor vielen nationalen Pavillons gebe es immer wieder lange Schlangen. Sollte sich der Trend fortsetzen, würde die aktuelle Ausgabe zur bestbesuchten Kunstbiennale ihrer mehr als 125-jährigen Geschichte. Die Ausstellung dauert noch bis zum 22. November. (sda/dpa/cpf)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die 15 unnötigsten Erfindungen seit es Erfindungen gibt
1 / 17
Die 15 unnötigsten Erfindungen seit es Erfindungen gibt
Ein Becher-Halter, der an einem Tisch befestigt werden kann, auf den du den Becher gegebenenfalls auch hättest stellen können. Bild: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die erste Rede vom neuen britischen Premierinister Andy Burnham
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
5
Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Neuer Oberbefehlshaber werde Mychajlo Drapatyj, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit.
Zur Story