International
EU

Ceuta: Spanien will 500 Minderjährige aufs Festland bringen

epa13177079 Migrants play with a ball at Trampolin beach in Ceuta, Spain, 18 August 2026. More than 100 migrants have gone on a hunger strike while camping out on El Trampolin beach, to demand formal  ...
Migranten spielen Fussball in Ceuta.Bild: keystone

Ceuta: Spanien will 500 Minderjährige aufs Festland bringen

19.08.2026, 17:4019.08.2026, 17:40

Nach der Massenankunft von Migranten Ende Juli in Ceuta will Spanien rund 500 besonders schutzbedürftige unbegleitete Minderjährige auf das Festland bringen. Integrationsministerin Elma Saiz bestätigte im Interview des Radiosenders RNE entsprechende Medienberichte. Die Zentralregierung in Madrid arbeite gemeinsam mit den Behörden der Nordafrika-Exklave sowie mit den Regionalregierungen des Landes an einer solchen Lösung, sagte sie.

Die Kinder sollen von Kinderschutzorganisationen in geeigneten Einrichtungen auf dem Festland betreut werden. Vorgesehen ist nach Medienberichten «die verbindliche und solidarische Aufnahme von Minderjährigen durch alle Regionen» Spaniens sowie auch die Unterbringung in Pflegefamilien. Die Zahl von rund 500 Minderjährigen ist demnach vorläufig und kann sich noch ändern.

Saiz sagte, sie könne noch keine Einzelheiten zu dem Vorhaben nennen. Bei allen Massnahmen müsse aber das «übergeordnete Interesse des Kindes» geschützt werden. Ceuta werde dabei mit 25 Millionen Euro unterstützt. Zudem habe Spanien bei der EU Nothilfemittel beantragt.

In Ceuta bleibt die Lage angespannt

Seit der Massenankunft Ende Juli hat die spanische Nationalpolizei in Ceuta 2'168 unbegleitete Minderjährige identifiziert und den Behörden der Exklave übergeben, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

Ende Juli waren Schätzungen zufolge bis zu 80'000 Migranten nach Ceuta gelangt. Die meisten schafften es schwimmend in die Exklave an der Strasse von Gibraltar. Kurz darauf kehrte die grosse Mehrheit wieder nach Marokko zurück. Nach der jüngsten offiziellen Bilanz wurden 83 Leichen im Meer geborgen. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Todesopfer allerdings auf weit über hundert.

Nach Angaben von Innenminister Fernando Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5'000 Migranten in Ceuta auf. Die Versorgung und Unterbringung dieser Menschen, die nicht nur aus Marokko, sondern unter anderem auch aus Ländern südlich der Sahara stammen, stellt die Behörden weiterhin vor grosse Herausforderungen. Besonders gross ist die Sorge um die zurückgebliebenen unbegleiteten Minderjährigen, darunter viele Mädchen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta
1 / 9
Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta

In Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika, herrscht Ausnahmezustand.

quelle: keystone / antonio sempere
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Migranten versuchen erneut von Marokko nach Ceuta zu kommen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
19 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Snowy
19.08.2026 18:10registriert April 2016
Führt bekanntermassen direkt dazu, dass mehr Minderjährige die gefährliche Migration wagen werden, resp von ihrem Umfeld genötigt und mit dem nötigen Geld für die Schlepper ausgestattet werden.
Nennt sich Pull-Effekt und ist leidlich bekannt.

Aus genau demselben Grund, gibt man bettelnden Kindern in Drittweltländern kein Geld. Man fördert damit, dass Kinder zum Betteln gezwungen werden.
390
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kräutertee-Hexe (1)
19.08.2026 18:13registriert März 2026
Also von den 5000 übriggebliebenen lässt man 10% rein... man gibt also allen das Zeichen dafür, dass die Chance besteht.

Welche Auswirkungen das wohl auf andere hat, die sowas planen?


Und wenn 500 Kinder nach Spanien geholt werden und viele davon angeblich mädchen sind, von wievielen reden wir da?

5-6 Mädchen
250 buben
250 "buben", die in wahrheit zwischen 20-30 sind?


Wie wunderbar es doch wäre, könnte man Journalisten glauben...
oder Regierungen
417
Melden
Zum Kommentar
avatar
Heidi Horton
19.08.2026 18:17registriert Juni 2021
Wiso...schick die Kinder zu ihren Eltern zurück wo sie hingehören!
353
Melden
Zum Kommentar
19
Zwei Schweizer Touristen kommen auf Sardinien ums Leben
Zwei Schweizer Touristen sind am Mittwoch an zwei verschiedenen Orten auf Sardinien ums Leben gekommen. Ein 72-jähriger Mann wurde von seiner Ehefrau leblos in der Kabine der Yacht gefunden, auf der sie unterwegs waren. Ein weiterer, 71-jähriger Mann erlitt an einem Strand einen Schwächeanfall.
Zur Story