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294 Festnahmen: Der erneute Migrantensturm auf Ceuta bleibt bisher aus

294 Festnahmen: Doch der erneute Migrantensturm auf Ceuta bleibt bisher aus

Befürchtungen eines neuen Migrantenansturms auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta haben sich zunächst nicht erfüllt. Bereits in Marokko wurden hunderte Migranten abgefangen.
15.08.2026, 19:3615.08.2026, 19:36

Trotz Aufrufen in sozialen Netzwerken zu einer Wiederholung des massenhaften Grenzübertritts von Ende Juli für diesen Samstag war die Lage an der Grenze und in der Exklave zunächst den ganzen Tag über ruhig. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verstärkt.

Morocco security forces, bottom left, patrol the Spanish-Moroccan border seen from the Spanish enclave of Ceuta, Saturday, Aug. 15, 2026. (AP Photo/Antonio Sempere)
Spain Ceuta
Marokkanische Sicherheitskräfte (unten links) patrouillieren an der spanisch-marokkanischen Grenze.Bild: keystone

Am Morgen herrschte an der Grenze absolute Stille, berichtete ein dpa-Reporter in Ceuta. «Im Stadtzentrum ist sogar so etwas wie heile Welt, man bekommt von alledem nichts mit. Man sieht nur gelegentlich Polizei und Militär, die patrouillieren», erzählte er. Nur in den Aussenbezirken sehe man Gruppen junger Migranten. Von einer weitgehend entspannten Lage berichteten auch der staatliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien aus der Exklave.

Spanischer Minister: Massenansturm wird sich nicht wiederholen

Mit der Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen wollten die Behörden beider Länder verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen, als nach verschiedenen Schätzungen bis zu 80'000 Migranten nach Ceuta gelangten. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska betonte dieser Tage erneut, die damalige Massenankunft sei ein «aussergewöhnliches» Ereignis gewesen, das sich nicht wiederholen werde.

Vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium in Marokko mitgeteilt, man habe eine Gruppe von Menschen festgenommen, die im Verdacht stehen, zu neuen Versuchen der illegalen Einreise in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angestiftet zu haben. In sozialen Medien kursierten Aufrufe zu gemeinsamen Massenüberquerungen am 15. August.

Stacheldraht, Wasserwerfer und Patrouillenboote

Marokkanische Sicherheitskräfte waren Augenzeugen zufolge rund um Ceuta und Melilla massiv präsent und verhinderten mögliche Grenzübertritte bereits im Vorfeld. Hunderte Migranten, darunter viele aus Ländern südlich der Sahara, wurden nahe der rund 20 Kilometer von Ceuta entfernten Grenzstadt Fnideq gestoppt und an einem Überquerungsversuch gehindert. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete das marokkanische Portal «Le360», dass in Fnideq und Umgebung 294 Menschen ohne gültige Papiere festgenommen worden seien.

Marokko hatte seine Sicherheitsvorkehrungen in den vergangenen Tagen deutlich verstärkt. In Fnideq wurden laut RTVE zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht errichtet. Patrouillenboote überwachen die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem wurden auf den Zufahrtsstrassen zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet.

Auch Spanien hatte die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Befürchtungen erhöht. In Ceuta sind inzwischen 880 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz – 270 mehr als noch Ende Juli. Unterstützt werden sie von rund 2000 Soldaten und etwa 700 Beamten der Guardia Civil.

Rückkehr zur Normalität braucht Zeit

Der Ansturm vor rund zwei Wochen war beispiellos. Vor allem am 30. Juli waren Zehntausende Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt. Bei dem Versuch kamen Dutzende ums Leben: Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen, Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Todesopfer auf weit über hundert.

Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Angaben der spanischen Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück. Nach Angaben von Minister Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf. Es werde noch etwas Zeit dauern, bis man zur totalen Normalität zurückkehrt, räumte er ein. (sda/dpa)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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naturwald
15.08.2026 10:58registriert Oktober 2023
Ist ja auch das Minimim welches die spanische Regierung für die geplagte Bevölkerung in Ceuta tun kann.
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Revan
15.08.2026 14:17registriert Mai 2019
Man müsste endlich die SoMe in die Pflicht nehmen und herausfinden wer hinter diesen Aufrufen steckt. Irgendwer führt hier einen Cyberkrieg gegen Europa.
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Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm – 294 Festnahmen
Der befürchtete neue Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta ist ausgeblieben. Trotz Aufrufen in Online-Netzwerken, erneut wie schon Ende Juli in Massen die Grenze zu überwinden, blieb die Lage am Wochenende ruhig. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verstärkt.
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