Dieser See ist kurz vor dem Austrocknen – Folgen für Millionen Menschen
Der Lake Powell, der zweitgrösste Stausee in den USA, nähert sich einem kritisch niedrigen Wasserstand. Daten des US Bureau of Reclamation geben an, dass der Wasserstand am Montag 3524 Fuss (rund 1074 Meter) über dem Meeresspiegel betrug.
Trocknet der See noch weiter aus, kann kein Strom aus Wasserkraft mehr erzeugt werden. Bei einem Mindestwasserstand ab 3490 Fuss (etwa 1064 Meter) sei er so niedrig, dass die Wasserturbinen nicht mehr angetrieben werden können. Das erklärt Peter Soeth, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Bureau of Reclamation, gegenüber ABC News.
Der sinkende Wasserstand hat noch eine weitere Folge: Der Lake Powell ist ein wichtiger Wasserspeicher für Millionen Menschen sowie für die Landwirtschaft und die Industrie im Westen der USA. Erreicht der Stausee den sogenannten «toten Zustand», könnte das Wasser nicht mehr am Glen Canyon Dam vorbeifliessen, berichtet «ABC News». Dadurch würde sich die Versorgung mit Colorado-River-Wasser verschärfen – betroffen wären unter anderem Millionen Menschen in den Bundesstaaten Arizona, Kalifornien und Nevada.
Aktuell liegt der Wasserspiegel des Lake Powell etwa zehn Meter über dem Mindestwasserstand und nur noch etwa 1,2 Meter über seinem bisherigen Rekordtief. Grund für den Wassermangel ist der sehr geringe Schneefall im Einzugsgebiet des Colorado River in diesem Jahr. Die anhaltende Dürre verschärft die Situation.
Kurzfristige Entlastung keine langfristige Lösung
Bald könnte es zumindest zu einer kurzfristigen Entlastung kommen. Laut dem Climate Prediction Center der National Oceanic and Atmospheric Administration werden in weiten Teilen des Westens überdurchschnittliche Niederschläge erwartet, schreibt «ABC News».
Gelöst ist das Problem dadurch aber nicht. Denn die langfristigen Faktoren wie anhaltende Dürreperioden und geringe Schneefälle könnten die kurzfristigen zusätzlichen Niederschläge laut Experten nicht ausgleichen. Der Lake Powell könnte bereits im August einen neuen Tiefstand erreichen.
Die betroffenen Bundesstaaten haben gemäss «ABC News» einen Vorschlag zur Verteilung des Wassers eingereicht, sollte es knapp werden. Bisher gebe es aber keine gemeinsame Lösung, auf die sich alle Bundesstaaten geeinigt hätten. Falls keine Einigung zustande komme, müsse die zuständige Bundesbehörde, das Bureau of Reclamation, entscheiden, wie das Wasser verteilt wird.
Die Behörde betont gegenüber dem Sender, dass sie alles daran setze, zu verhindern, dass der Wasserstand im Lake Powell auf kritische Werte sinkt. Eine aktualisierte Prognose zu den Wasserständen werde voraussichtlich noch in dieser Woche veröffentlicht. (hkl)
