Wissen
Umwelt

Im Klimawandel kann auch gutes Wetter den Bäumen schaden

Abies alba, Weisstanne, silver fir, mit Schnee Abies alba, Weisstanne, silver fir, mit Schnee Copyright: xZoonar.com/PeterxHimmelhuberx 19533108
Letztlich sterben Bäume durch ein Zusammenspiel von Abweichungen vom üblichen Klima und nicht durch einzelne Extremergebnisse. (Bild: Weisstanne).Bild: www.imago-images.de

Im Klimawandel kann auch gutes Wetter den Bäumen schaden

In Europa sterben Bäume nicht nur wegen Trockenheit. Laut einer neuen Studie gehen beispielsweise Weisstannen auch nach eigentlich idealen Wachstumsbedingungen wie einem warmen, feuchten Frühling ein.
07.07.2026, 12:5107.07.2026, 12:51

Forschende vermuten laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL vom Dienstag, dass die Bäume in einem Frühling mit guten Bedingungen stärker wachsen als üblich. «Das erhöht ihren Wasserbedarf und macht sie anfälliger, sobald es trocken wird».

Das sagt laut der Mitteilung WSL-Doktorand Pascal Schneider, Erstautor einer in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlichten Studie.

Wenn beispielsweise eine Weisstanne im Frühling mehr Wasser absauge, gerieten diese Tannen im Fall eines trockenen Sommers schneller unter Stress, so Schneider weiter. Denn durch den grossen Wasserverbrauch im Frühling sei schon früh im Jahr mehr Bodenwasser weg. Zudem könnten feuchte Frühlinge Krankheitserreger wie Pilze begünstigen und die Bäume zusätzlich schwächen.

Auch ungewöhnlich milde Winter könnten für Bäume problematisch sein, weil Schädlinge bei höheren Wintertemperaturen besser überlebten. Letztlich stürben Bäume durch ein Zusammenspiel von Abweichungen vom üblichen Klima und nicht durch einzelne Extremergebnisse.

Basis: Französisches Forstinventar

Die Studie stammt von einem internationalen Team unter der gemeinsamen Leitung des französischen Laboratoire des Sciences du Climat de de l'Environnement und der WSL. Sie basiert auf Daten des französischen Forstinventars von 2015 bis 2023.

Die Erkenntnisse der Studie lassen sich laut WSL-Communiqué auf andere Regionen in Europa übertragen. In Frankreich kämen fast alle in Europa vorkommenden geografischen und klimatologischen Bedingungen vor. Dass in Europa vermehrt Bäume absterben, zeigten die vorhandenen Daten klar.

Für die Forstwirtschaft bedeuteten die Ergebnisse, dass trockenheitsresistente Baumarten wichtiger würden. Grosse Bäume, die viel Wasser verbrauchten, müssten früher aus dem Bestand entfernt werden. Auch eine Auflockerung der Bestände helfe, das verfügbare Wasser für die verbleibenden Bäume zu sichern. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Doppeltes Erdbeben in Venezuela
1 / 30
Doppeltes Erdbeben in Venezuela

In Venezuela haben sich am Donnerstag, 25. Juni 2026, zwei Erdbeben innerhalb weniger Minuten ereignet.

quelle: keystone / boris vergara
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Toter Wal wird im Kongo vom Strand geborgen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Wie ein Kleid Frauen mehr Freiheit brachte
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Kritik an dem Korsett: Es galt als gesundheitsgefährdend und einschränkend. Die Frauenbewegung kämpfte auch in der Schweiz für das Reformkleid – für Bewegungsfreiheit, Emanzipation und einen Schnitt, der dem Körper diente, anstatt einem Modediktat zu folgen.
Korsette, beziehungsweise «Mieder», «Schnürbrüste» oder «Leibstücke», wie sie bis ins 19. Jahrhundert bezeichnet wurden, sind schon seit dem Spätmittelalter Teil unserer Kleidung. Je nach Mode und Zeitgeist werden sie enger und einschränkender getragen oder lockerer geschnürt. Das Korsett verhilft dabei zu der gewünschten Körperform der aktuellen Mode: So fand das Korsett ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Europa seinen Höhepunkt mit der «spanischen Mode». Der konische, steife Oberkörper wurde zu einem Indiz, dass man zur oberen Gesellschaftsschicht gehörte. Das dafür benötigte Korsett wurde bei Männern und Frauen beliebt und auch Kinder trugen es zur Nachahmung der Erwachsenenmode.
Zur Story