Hurrikan «Polo» nährt sich vom El Niño: Häfen und Schulen schliessen in Mexiko
An der mexikanischen Pazifikküste werden angesichts der erwarteten Auswirkungen des extrem starken Hurrikans «Polo» Vorkehrungen getroffen. «Polo» erreichte rasch die höchste Kategorie 5, nachdem er sich am Montag gebildet hatte, wie das US-Hurrikanzentrum (NHC) in Miami mitteilte. An den Stränden signalisieren rote Flaggen ein Badeverbot. Der Schulunterricht fällt in Küstengebieten teilweise aus. Einige Häfen wie Acapulco bleiben geschlossen, wie die zuständigen Behörden mitteilten. Der mexikanische Wetterdienst rechnet damit, dass örtlicher Starkregen Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen könnte.
«Nach den bisherigen uns vorliegenden Informationen wird er die Küste nicht direkt erreichen», sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum. Es würden dennoch heftige Regenfälle in Bundesstaaten wie Michoacán, Jalisco und Colima erwartet. Die Bevölkerung werde deshalb dazu aufgerufen, die Empfehlungen der Zivilschutzbehörden zu beachten.
300 Kilometer von Küste entfernt
Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometern pro Stunde und noch stärkeren Böen befand sich «Polo» in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) rund 335 Kilometer südlich des Urlaubsorts Zihuatanejo.
Der Sturm wird sich nach Angaben des NHC in den nächsten Tagen langsam über das Meer und entlang der Küste bewegen. Schwankungen in der Windstärke sind laut NHC zu erwarten. Der mexikanische Wetterdienst prognostizierte, dass sich «Polo» am Donnerstag vor dem Bundesstaat Michoacán der Küste am stärksten annähern dürfte - bis auf rund 200 Kilometer.
Der mexikanische Wetterdienst prognostizierte, dass sich «Polo» am Donnerstag vor Michoacán der Küste am stärksten annähern würde – bis auf knapp 200 Kilometer. Der Starkregen könnte den Meteorologen zufolge Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen.
El Niño als Katalysator
Der diesjährige Super El Niño führt zu einer speziell starken Hurrikansaison im Pazifik. Gemäss BBC ist «Polo» bereits der dritte Sturm der Stufe 5 in dieser Saison. Im zentralen östlichen Pazifik soll die Wassertemperatur 3.05 Grad über dem Mittelwert betragen haben. Das warme Wasser wirkt als Katalysator für Hurrikans. Während der Super El Niño Stürme im Pazifik befeuert, geschieht im Atlantik das Gegenteil. In dieser Saison gab es noch keinen Hurrikan im Atlantik.
Die Hurrikansaison beginnt im Pazifik am 15. Mai und im Atlantik am 1. Juni. Beide Saisons enden am 30. November. Der El Niño soll während den Monaten November und Dezember seinen Höhepunkt erreichen.
(sda/dpa)
