International
Klima

Waldbrand in Frankreich und Spanien: Die neusten Entwicklungen

epa13133450 A handout photo made available by SDIS33 (Gironde Departmental Fire and Rescue Service) shows a firefighting crew being deployed to battle a wildfire spreading in Ares, south-western Franc ...
Auch am Sonntag, dem 26. Juli 2026, versuchen Feuerwehrleute im Südwesten Frankreichs unermüdlich, die Flammen einzudämmen.Bild: keystone

Waldbrand in Frankreich: Schweiz entsendet Armee-Helikopter nach Bordeaux

Auch am Sonntag lodern in Südwesteuropa weiterhin gewaltige Waldbrände. Besonders betroffen sind die Regionen um Madrid und Bordeaux. Die neusten Entwicklungen.
26.07.2026, 11:4626.07.2026, 18:07
Inhaltsverzeichnis

Frankreich

Im Südwesten Frankreichs haben die Brände eine der grössten Evakuierungen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Im Département Gironde wurden nach Angaben der französischen Le Monde seit Mittwoch schon über 220'000 Menschen evakuiert.

Bereits 18 Gemeinden sind vollständig evakuiert worden, vier davon liegen im Einzugsgebiet der Grossstadt Bordeaux. Fünf weitere Gemeinden wurden bislang erst teilweise evakuiert. Insgesamt sind durch den Brand, der zwischen Bordeaux und der Atlantikküste lodert, schon über 42'000 Hektaren Wald und Buschland verbrannt worden. Am Sonntagnachmittag waren bereits 240 Wohnhäuser von den Flammen zerstört worden.

Nach Angaben der Feuerwehr entwickelte der Brand zeitweise einen sogenannten Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die ihre eigenen Winde erzeugen kann und Feuer besonders unberechenbar macht. Rund 140 Wohnhäuser wurden bereits zerstört.

Das Feuer ist nach Angaben von Bürgermeister Thomas Cazenave inzwischen rund 15 Kilometer von der Metropole entfernt. Er sagte nach Angaben der Regionalzeitung «L'Indépendant», die Einwohnerinnen und Einwohner von Bordeaux bereiteten sich derzeit nicht auf eine Evakuierung vor. Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede mögliche Entwicklung zu reagieren.

Innenminister Laurent Nuñez sprach am Sonntag von einer «sehr ungünstigen Lage» nach einer schwierigen Nacht. Das Feuer sei in der Nacht wieder «extrem heftig und unberechenbar» geworden und habe sich weiter auf Bordeaux zubewegt.

Auch im benachbarten Département Landes mussten nach Angaben des Innenministers über 31'000 Menschen wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Unter den Evakuierten sind viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d'Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um Menschen unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen.

Rund 2'500 Feuerwehrleute sind derweil in Südwestfrankreich im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Dazu kommt weiteres Hilfspersonal, so etwa die nationale Gendarmerie, die laut eigenen Angaben mit über 1'300 Mann in den Départementen Gironde und Landes im Einsatz sei.

Frankreich hat zur Unterstützung der Feuerwehren bereits 1500 Soldaten mobilisiert. Zudem wurde ein militärisches Transportflugzeug vom Typus Airbus A400M erstmals für die Brandbekämpfung eingesetzt, obwohl das Flugzeug dafür in Europa noch nicht zertifiziert ist. Total seien 18 Luftfahrzeuge im Einsatz, so der Innenminister.

Video: watson/Elena Maria Müller

Premierminister Emmanuel Macron hat sich bei diversen Ländern, darunter auch bei der Schweiz, für die Unterstützung bei der Bekämpfung der Brände bedankt.

Schweizer bereits im Einsatz

Die 34 Feuerwehrleute, die am Samstag von Genf aus in Richtung Bordeaux aufgebrochen waren, sind angekommen. Sie wurden direkt in der Gemeinde Cestas eingesetzt, wie der Feuerwehr- und Rettungsdienst der Stadt Genf mitteilte.

Die ersten Fahrzeuge seien am Samstagabend gegen 20.30 Uhr in einem Vorort von Bordeaux angekommen und der Rest des Konvois kurz vor Mitternacht, sagte Nicolas Millot, Sprecher des Feuerwehr- und Rettungsdienstes der Stadt Genf (GSIS), am Sonntag zu Keystone-SDA. Sie seien sofort in zwei Gruppen aufgeteilt worden.

Um 01.00 Uhr seien alle Abteilungen in der Gemeinde Cestas vollständig im Einsatz gewesen, um ein Feld mit Photovoltaik-Anlagen zu schützen. Ein grosser Teil der Anlagen sei verschont geblieben und der Einsatz habe gegen 06.00 Uhr geendet, fügte er hinzu.

Das Kontingent aus der Westschweiz umfasst 23 Feuerwehrleute des GSIS, acht Waadtländer, zwei Neuenburger und ein Feuerwehrmann aus dem französischen Departement Haute-Savoie. Der Konvoi brach mit insgesamt elf Fahrzeugen auf.

Schweizer Armee-Helikopter im einsatz

Die Schweiz hat Frankreich Unterstützung bei der Bekämpfung von Waldbränden zugesagt. Auf ein Ersuchen des französischen Zivilschutzes hin sollen voraussichtlich zwei Super-Puma-Helikopter der Armee im Süden des Landes zum Einsatz kommen.

A Super Puma Swiss Airforce helicopter carrying Ukraine's President Volodymyr Zelenskyy lands in Obbuergen near the Buergenstock Resort ahead the Summit on peace in Ukraine, in Stansstad near Luc ...
Ein Super Puma der Schweizer Armee. (Archivbild)Bild: keystone

Die Unterstützung wird durch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) koordiniert, wie die zuständigen Stellen am Sonntag mitteilten. Eine entsprechende Anfrage aus Frankreich war am Freitagabend eingegangen und wurde am Sonntag präzisiert.

Der Abflug der beiden Helikopter sei für Dienstagmorgen vorgesehen. Ihr genauer Einsatzort im südfranzösischen Département Var werde derzeit noch mit den französischen Behörden abgestimmt. Ein kleines Team der Humanitären Hilfe des Bundes begleite das Armee-Detachement.

Spanien

In Spanien sind die Waldbrände grösstenteils unter Kontrollo. Bereits 100'000 Menschen seien aus Madrid und der Provinz Avila evakuiert worden, schreibt «El Pais». Rund 45'000 Hektar Land seien den Flammen zum Opfer gefallen, heisst es weiter.

Firefighters walk along a road as smoke rises from a wildfire in San Martin de Valdeiglesias, west of Madrid, Spain, Sunday, July 26, 2026. (AP Photo/Manu Fernandez)
Spain Wildfires
Feuerwehrleute sind auch am Sonntag pausenlos im Einsatz.Bild: keystone

Der Kommandant des Feuerwehr-Einsatzbataillons gab am Sonntag an, dass nach Fortschritten in der Nacht viele Brandherde eingedämmt worden seien und man die Lage unter Kontrolle habe. Trotzdem gäbe es immer noch viele Glutnester, die jederzeit wieder aufflammen können. Seit vier Tagen behindern starke Windböen die Löscharbeiten.

Derweil sagte der Präsident der Regionalregierung von Kastilien und León am Sonntag, dass das Feuer durch Fahrlässigkeit entfacht worden sei. Belege dafür legte er aber keine vor.

Premierminister Pedro Sanchez kündigte am Sonntag an, dass die Regierung plane, die vom Feuer betroffenen Regionen zu Katastrophengebieten zu erklären. Zudem warnte er die Bevölkerung, dass noch «schwierige Stunden» bevorstehen würden.

(cpf, mit Material der sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Frankreich feiert den Bastille-Tag 2026 mit einer Militärparade
1 / 27
Frankreich feiert den Bastille-Tag 2026 mit einer Militärparade

Frankreich feiert am 14. Juli Nationalfeiertag

quelle: keystone / thomas padilla
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Guardia Civil evakuiert in Spanien wegen Waldbränden Hilfsbedürftige
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
32 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
benH
26.07.2026 19:05registriert September 2021
Gut gegenseitige Solidarität und Unterstützung... beste Investition jemals... helfen wir uns gegenseitig...
280
Melden
Zum Kommentar
avatar
Badener
26.07.2026 14:02registriert März 2017
Meine Güte, dss sind WW2-Zahlen.
Wir müssen dringend über die Bücher.
Hr. Rösti sollte zurück tretten so lange noch ein Funke Anstand in im herrscht
3212
Melden
Zum Kommentar
avatar
Coffeetime ☕
26.07.2026 12:15registriert Dezember 2018
Und es brennt auch in Italien.

Und zum Glück hat Griechenland nur kleine Brände zurzeit.

Aber Winde und Hitze sind nicht so Optimal.
202
Melden
Zum Kommentar
32
Polen: Erheben keine Gebietsansprüche gegen die Ukraine
Polen hat die Behauptung von Kremlchef Wladimir Putin dementiert, wonach es Teile der Westukraine für sich beanspruche. «Polen hat keine territorialen Ansprüche gegenüber der Ukraine erhoben, erhebt derzeit keine und beabsichtigt auch in Zukunft nicht, solche geltend zu machen.»
Zur Story