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Iran meldet US-Angriffe auf Brücken - Pentagon widerspricht

F-15 fighter jets fly over the National Mall during Independence Day events honoring the nation's 250th anniversary, Saturday, July 4, 2026, in Washington. (AP Photo/Rahmat Gul)
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Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden insgesamt drei Brücken bei den Angriffen getroffen (Symbolbild).Bild: keystone

Iran meldet US-Angriffe auf Brücken - Pentagon widerspricht

Das US-Militär hat in der sechsten Angriffsnacht in Folge laut Medienberichten mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert.
17.07.2026, 01:4217.07.2026, 05:41

Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Strasse von Hormus unterbrochen werden, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten. Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus.

Bei den US-Attacken auf Strassen und Brücken im Raum der Hafenstadt Bandar Chamir am Persischen Golf seien mindestens sieben Menschen getötet worden, berichtete Irans regierungstreuer Sender Press TV. Mindestens neun weitere Menschen seien bei den Angriffen in der Provinz Hormusgan im Süden verletzt worden. Irans UN-Botschafter erklärt demnach, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar. Das US-Militär erklärte dagegen, man habe Dutzende «militärische Ziele» mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.

US-Militär: Schwächen Irans militärische Fähigkeiten

Das Ziel der Angriffe sei gewesen, «die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen», teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Sie seien nun beendet, hiess es am frühen Morgen deutscher Zeit. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte unter Berufung auf amtliche Angaben gemeldet, dass unter anderem die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke auf Verkehrsachsen in Hormusgan getroffen worden seien.

Die Strasse zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar sei vollständig gesperrt ebenso wie eine zweite Verbindung in der Region, hiess es. Die Kahurestan-Brücke liegt an der Route, die die Hafenstadt Bandar Abbas mit der Stadt Schiras weiter nordwestlich verbindet und gilt laut der US-Zeitung «New York Times» als eine wichtige Route zwischen der Küste des Persischen Golfs und dem südlichen Landesinneren des Irans.

Bericht: Auch Flughafen im Iran getroffen

Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Irans, in der Strasse von Hormus Macht auszuüben, schrieb das «Wall Street Journal». Laut dem iranischen Staatssender Irib wurde auch der Flughafen in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan getroffen. Laut Press TV schlug mindestens ein Geschoss ein. Die dabei ausgebrochenen Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung am Flughafen sei jedoch unterbrochen, berichtete ein Irib-Korrespondent. Tote gebe es nicht.

Die iranische Armee teilte daraufhin laut Press TV mit, bei Vergeltungsschlägen einen Hubschrauber-Standort sowie ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs in Bahrain ins Visier genommen zu haben. Das Innenministerium von Bahrain hatte zuvor auf X Sirenenalarm gemeldet. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschuss im Einsatz, wie die dortige Armee mitteilte. Dort stünden US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand, meldete der iranische Sender Press TV. Demnach sollen auch US-Anlagen in Jordanien Ziel gewesen sein. Die Angaben des Senders liessen sich zunächst nicht prüfen.

In Katar wurde nach Angaben des dortigen Innenministeriums ein Kind beim Einsatz der Flugabwehr von herabfallenden Trümmerteilen verletzt. Die Golfstaaten waren schon in den vergangenen Nächten unter Beschuss aus dem Iran geraten, nachdem das US-Militär erneut den Iran attackiert hatte.

Trump spricht von grossen Erfolgen im Iran

US-Präsident Donald Trump behauptete in einer Rede an seine Nation, im Iran erziele man «grosse Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen.» Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht. Am Mittwoch hatte er dem Iran erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, «es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln», sagte er dem Sender Fox News.

Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf hatte am selben Tag in einer teilweise im Fernsehen verlesenen Stellungnahme die Position seines Landes abermals bekräftigt, dass der Iran die Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge beanspruche. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb dagegen auf X, der Iran kontrolliere die Strasse von Hormus nicht.

Wegen des Streits um die wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert. Ghalibaf liess zwar die Tür für neue Verhandlungen offen. Er mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen.

US-Sprecherin: Iran weiter an Abkommen interessiert

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert. «Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika», sagte Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Strasse von Hormus angreife, erklärte die Sprecherin.

Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die USA wieder eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchsetzen. Das US-Militärkommando Centcom veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie US-Marinesoldaten ein Handelsschiff entern und durchsuchen. Seit der Wiederaufnahme der Blockade Anfang dieser Woche hätten die USA drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres ausser Gefecht gesetzt, das den Anweisungen keine Folge geleistet habe, hiess es. (sda/dpa)

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