Zwei Männer nach Massenprotesten im Iran hingerichtet
Im Iran sind erneut zwei Männer im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden. Die Todesurteile seien im Morgengrauen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan.
Den beiden Männern wurde demnach vorgeworfen, in der Stadt Maschhad im Nordosten des Landes bei Protesten randaliert, geplündert und Angehörige der paramilitärischen Basidsch-Miliz angegriffen zu haben. Vier Sicherheitskräfte seien getötet worden.
Iranische Medien verbreiteten Videos von angeblichen Geständnissen der beiden. Bei einem der beiden Männer soll es sich um Madschid Nikadisch handeln. Nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA könnte der 25-Jährige während seiner Inhaftierung zu Geständnissen gezwungen worden sein.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung.
Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2'159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste seit 1981 verzeichnete Wert. (hkl/sda/dpa)
