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Huthi nehmen wichtige Hafenstadt Mokka im Jemen ein

Huthi nehmen wichtige Hafenstadt Mokka im Jemen ein

10.09.2026, 20:2110.09.2026, 20:24

Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten zufolge die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemens eingenommen. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, und verbündete Milizen. Die mit der Regierung verbündeten Kräfte hätten ihre Waffen und Ausrüstung aus Mokka in ein Gebiet südlich der Stadt verlegt, sagten Militärkreise der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei Teil einer Neuordnung der Truppenstationierung in dem Gebiet nahe der Meerenge Bab al-Mandab.

epa13226214 A handout screen grab taken from an undated video released on 09 September 2026 made available by the Houthi military media center shows Houthi fighters inspecting a damaged armored vehicl ...
Das Foto zeigt Huthi-Kämpfer, die während der Kämpfe in der westjemenitischen Provinz Al-Jawf ein beschädigtes gepanzertes Fahrzeug der Regierungstruppen inspizieren.Bild: keystone

Huthi-nahe Medien und Nutzer sozialer Netzwerke verbreiteten Videos, die Patrouillen der Miliz innerhalb von Mokka zeigen sollen. Die Aufnahmen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, «feindliche Gruppierungen» an der Westküste seien vertrieben worden. Aus Kreisen der Miliz erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass die Huthi auch Gebiete in direkter Nähe zur Meerenge und dort auch die Inseln Hanisch und Zukar erreicht hätten. Aus Kreisen der international anerkannten Regierung hiess es dagegen, die Inseln seien weiter in Hand der sogenannten Widerstandskräfte.

Kämpfer an Westküste zahlen «schweren Preis»

Diese sogenannten Nationalen Widerstandskräfte, die Mokka bisher kontrollierten, zogen sich zurück. Er habe die Kämpfer angewiesen, sich an einen sicheren Ort südlich der Stadt zurückzuziehen, teilte Kommandeur Tarik Salih mit, der Neffe des getöteten Ex-Präsidenten Ali Abdullah Salih. Die Huthi seien an mehreren Fronten nach Mokka vorgedrungen und die Truppen an der Westküste dabei einen «schweren Preis» gezahlt.

Mokka liegt unmittelbar nördlich der Meerenge Bab al-Mandab. Sie ist neben der Strasse von Hormus eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten. Von Mokka aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer noch gezielter angreifen oder stören als zuvor. Die Huthi hatten dort in vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert.

Bürgerkrieg im Jemen neu entflammt

Seit Ausbruch des Iran-Kriegs wird der Bab al-Mandab als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Strasse von Hormus etwas zu kompensieren. Nach einigen Jahren ohne grössere Kämpfe ist der Konflikt im Zuge des Iran-Kriegs nun erneut aufgeflammt.

Die Huthi warfen Saudi-Arabien vor, innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Luftangriffe in mehreren Provinzen geflogen zu haben. Das Königreich war 2015 militärisch in den Krieg eingetreten und suchte in vergangenen Jahren einen Ausweg. Die Bedrohung aus dem benachbarten Jemen, von wo aus die Huthi Ölanlagen und zivile Ziele in Saudi-Arabien angriffen, hält aber an.

Der Vorsitzende des Hohen Politischen Rats der Huthi, Mahdi al-Maschat, teilte mit, die Lage in Mokka habe sich nach den Kämpfen stabilisiert. Den «irregeführten» Kämpfern, die ihre Waffen niederlegten und «zur Vernunft» zurückkehrten, wurde eine Amnestie angeboten.

Die Huthi werden vom Iran unterstützt und handeln auch im Interesse Teherans. Sie verfolgen aber vor allem eigene Interesse und wollen ihre Macht im Jemen erhalten und ausbauen. (hkl/sda/dpa)

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