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Reeder kritisieren Trumps Idee einer Schutzgebühr für Hormus

epa13095211 A container ship docks at Khor Fakkan Port, in Khor Fakkan, United Arab Emirates, 07 July 2026. As one of the upcoming measures for the UAE to avoid sending its shipping vessels through th ...
Die Strasse von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Flüssiggasexports passiert die Meerenge.Bild: keystone

Reeder kritisieren Trumps Idee einer Schutzgebühr für Hormus

14.07.2026, 12:5214.07.2026, 12:52

US-Präsident Trump will Geld verlangen für eine sichere Durchfahrt durch die Strasse von Hormus. Was deutsche Reeder davon halten.

Die deutschen Reeder kritisieren die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump scharf, künftig eine Art Schutzgebühr für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus zu erheben. «Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstrasse einseitig von Gebühren abhängig machen», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der «Wirtschaftswoche». «Das wäre rechtlich auch nicht zulässig.»

Trump hatte zuvor die US-Seeblockade gegen den Iran wieder eingeführt und erklärt, eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Frachtwerts von allen Schiffen zu verlangen, die die strategisch wichtige Meerenge passieren. Das solle die Kosten der USA für den Schutz der Strasse von Hormus decken, schrieb der US-Präsident.

Was wird aus der freien Schifffahrt?

VDR-Chef Krüger sagte, mit seinem Vorstoss stelle Trump das System der freien Schifffahrt infrage. «Heute geht es um die Strasse von Hormus, morgen um die Strasse von Malakka, übermorgen um die nächste internationale Meerenge. Wo soll das enden?», sagte Kröger. Zugleich warnte er vor hohen Kosten für Verbraucher und Weltwirtschaft.

«Die Folgen wären höhere Transportkosten, steigende Verbraucherpreise und ein weiterer Verlust an Verlässlichkeit für den Welthandel», sagte der Verbandschef. Das könne nicht im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft sein. «Die zivile Handelsschifffahrt darf nicht zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden.»

20 Schiffe mit Deutschlandbezug in der Region

Die USA hatten zuletzt ihre Angriffe auf den Iran wieder verschärft. Im Gegenzug feuerte der Iran auf US-Einrichtungen in den Golfstaaten. Die Strasse von Hormus, eine wichtige Schifffahrtsroute für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssigerdgas, ist seit Beginn des Krieges kaum passierbar.

Derzeit sind nach VDR-Angaben etwa 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management in der Region unterwegs. Ursprünglich sassen nach Angaben des VDR rund 50 Schiffe mit deutschem Bezug im Persischen Golf fest – drei dieser Schiffe seien seither angegriffen worden.

«Katastrophe für Planungssicherheit»

«Seit Ende Februar – also seit fast einem halben Jahr – ist eine sichere Schifffahrt in der Strasse von Hormus nicht gewährleistet», sagte Kröger. «Das ist tragisch für die Seeleute und zugleich eine Katastrophe für die Planungssicherheit der Schifffahrtsunternehmen, auf die der internationale Handel angewiesen ist.»

Vollständig militärisch abgeriegelt sei die Wasserstrasse aber nicht. «Unter hohem Sicherheitsaufwand und in enger Abstimmung mit den Marinen vor Ort finden weiterhin einzelne Passagen statt – allerdings auf deutlich reduziertem Niveau und unter erheblich erhöhtem Risiko», sagte Kröger. Allerdings warteten viele Reedereien die weitere Entwicklung ab. (sda/dpa)

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quelle: keystone / maya levin
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