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USA verlegen letzten Pazifik-Träger und Experten warnen vor China

Der Flugzeugträger "USS George Washington" (Archivbild)
Der Flugzeugträger «USS George Washington» (Archivbild)Bild: Francis R. Malasig/dpa

USA verlegen letzten Pazifik-Träger: Experten warnen vor China

Die USA verlegen ihren letzten Flugzeugträger aus dem Pazifik. Experten warnen vor einer gefährlichen Lücke – und einem möglichen Machtvakuum.
16.08.2026, 17:2116.08.2026, 17:21
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t-online

Die USA ziehen ihren letzten Flugzeugträger aus dem Westpazifik ab und verlegen ihn in Richtung Nahost. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend, unter anderem die Nachrichtenagentur AP. Die «USS George Washington» soll dort voraussichtlich die «USS Abraham Lincoln» ablösen, heisst es weiter.

Deren Einsatz war wegen des Krieges gegen den Iran verlängert worden. Damit bleibt der Westpazifik zumindest vorübergehend ohne einen dort eingesetzten amerikanischen Flugzeugträger. Experten fürchten, dass China dies nutzen könnte.

Probleme auf der «Abraham Lincoln»

Die «Abraham Lincoln» sollte ursprünglich im Mai von ihrem Einsatz zurückkehren. Stattdessen blieb sie zur Unterstützung der US-Operationen gegen Iran auf See. Inzwischen ist der Flugzeugträger seit mehr als 240 Tagen ununterbrochen im Einsatz – nach Angaben der AP ein Rekord.

Zugleich gibt es zunehmende Sorgen über die Situation an Bord. Dabei geht es unter anderem um die psychische Belastung der Besatzung und um Versorgungsprobleme. Demokratische Abgeordnete fordern Untersuchungen und mehr Transparenz über die Bedingungen auf dem Schiff.

Wie lange die Lücke im Pazifik bestehen bleibt, ist offen. Nach Einschätzung von Experten könnte die US-Marine innerhalb der kommenden Monate einen anderen Flugzeugträger in die Region schicken. Die Verlegung zeigt jedoch, wie stark die anhaltenden Militäroperationen im Nahen Osten die Ressourcen der US-Marine beanspruchen. Zugleich richtet die Regierung von Präsident Donald Trump ihren aussenpolitischen Fokus nach Einschätzung der von AP befragten Experten stärker auf den Nahen Osten und die westliche Hemisphäre.

Greg Poling, Leiter des Südostasienprogramms beim Center for Strategic and International Studies, sieht darin einen Widerspruch zu früher formulierten Zielen der Regierung. Diese habe den Pazifik – nach der westlichen Hemisphäre – als besonders wichtige Region bezeichnet und zugleich angekündigt, das amerikanische Engagement im Nahen Osten zurückzufahren.

USS Abraham Lincoln (Archivbild): Auf dem Flugzeugträger soll es wegen des langen Einsatzes massive Probleme geben.
USS Abraham Lincoln (Archivbild): Auf dem Flugzeugträger soll es wegen des langen Einsatzes massive Probleme geben.Bild: IMAGO/Canadian Armed Forces

Tatsächlich entwickle sich die Lage nun in die entgegengesetzte Richtung. Nach Polings Einschätzung sorgt die Unberechenbarkeit der US-Regierung zudem bei amerikanischen Verbündeten im Pazifik für Verunsicherung. China wiederum profitiere von der Ablenkung Washingtons und den Sorgen seiner Partner in der Region.

China könnte Abwesenheit für Machtdemonstrationen nutzen

Besondere Bedeutung erhält der Abzug angesichts der Spannungen zwischen China und mehreren Staaten der Region. Peking betrachtet die amerikanische Militärpräsenz im westlichen Pazifik als Bedrohung für den eigenen Aufstieg und als Hindernis für seine Ansprüche auf Taiwan. Die USA wiederum messen der Region auch wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung grosse Bedeutung bei.

Dass China wegen der vorübergehenden Abwesenheit eines US-Flugzeugträgers unmittelbar Taiwan angreifen könnte, erwartet nach Angaben der AP niemand. Bryan Clark, ehemaliger U-Boot-Offizier der US-Marine und heute Verteidigungsexperte beim Hudson Institute, sieht für Peking jedoch eine Gelegenheit, seine militärische Stärke in der Region deutlicher zu demonstrieren. China könne versuchen, Staaten wie den Philippinen, Japan oder Indonesien zu vermitteln, dass Washington im westlichen Pazifik nicht mehr die dominierende Macht sei und deren Sicherheit nicht mehr zuverlässig garantieren könne.

China hat zuletzt seine militärischen Aktivitäten in der Region verstärkt. Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP hielt die chinesische Marine gemeinsam mit Indonesien Übungen ab. Zudem veranstaltete China Militärmanöver nahe dem Scarborough-Riff im Südchinesischen Meer, das sowohl Peking als auch die Philippinen für sich beanspruchen. Sowohl Japan als auch die Philippinen gehören zu den wichtigsten Verbündeten der USA in der Region und haben territoriale Konflikte mit China.

Ein Schiff der chinesischen Küstenwache
Ein Schiff der chinesischen Küstenwache.Bild: IMAGO/Daniel Ceng

«Können überall auf der Welt Macht zeigen»

Die USA bemühen sich gleichzeitig, ihren Partnern ihre weitere Unterstützung zu versichern. Admiral Frank Bradley, Chef des US Special Operations Command, besuchte Manila und erklärte gegenüber Vertretern der Philippinen, die amerikanischen Spezialkräfte seien bereit, gemeinsame Übungen auszuweiten und damit das Bündnis beider Länder zu stärken. Auch eine Reise Bradleys nach Japan ist vorgesehen.

«Wir, die Vereinigten Staaten, sind in der Lage, überall auf der Welt militärische Macht zu demonstrieren», sagte er der AP. Sobald die Bedrohung im Nahen Osten bewältigt sei, könnten die Streitkräfte wieder anders ausgerichtet und an andere Orte verlegt werden.

Auch Evan Sankey von der einflussreichen Denkfabrik Cato Institute verweist auf die symbolische Bedeutung der Flugzeugträger. Ihre Anwesenheit gebe amerikanischen Verbündeten ein Gefühl der Sicherheit. Fehle ein solcher Träger in der Region, verstärke dies dagegen den Eindruck, dass die USA durch die Ereignisse im Nahen Osten gebunden seien.

Lange Einsätze belasten die US-Flotte

Die Regierung Trump hat bei ihren Militäroperationen stark auf Flugzeugträger gesetzt. Die «USS Gerald R. Ford» kehrte Mitte Mai nach einem elfmonatigen Einsatz in die Heimat zurück. Nach Angaben der AP war es damals der längste Einsatz eines amerikanischen Flugzeugträgers seit dem Vietnamkrieg. Das Schiff war unter anderem an den US-Operationen gegen Iran sowie an der Gefangennahme des damaligen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro beteiligt.

Auch die «Gerald R. Ford» war während ihres langen Einsatzes mit Problemen konfrontiert. Ein Brand in einem Wäschereibereich zwang das Schiff zur Umkehr und zur Rückkehr ins Mittelmeer für Reparaturen. Hunderte Seeleute verloren dadurch vorübergehend ihre Schlafplätze.

Robert Farley, der an der University of Kentucky zu nationaler Sicherheit und Diplomatie lehrt, verweist auf die Grenzen solcher langen Einsätze. Zu wenig Erholung und die dauerhafte psychische Belastung beeinträchtigten mit der Zeit auch die Leistungsfähigkeit einer Besatzung. Erholung sei deshalb nicht lediglich eine Frage von Urlaub, sondern notwendig, um die Einsatzfähigkeit der Mannschaft aufrechtzuerhalten.

Scharfe Kritik von Experte an US-Marine-Planung

Marineexperte Clark führt die angespannte Lage bei den Flugzeugträgern auch auf eine mangelnde Vorbereitung auf die Dauer des Krieges gegen Iran zurück. Hätte man mit einem derart langen Konflikt gerechnet, hätten Einsatzpläne früher angepasst werden können, um mehr Schiffe verfügbar zu halten.

Insgesamt verfügt die US-Marine nach Clarks Angaben über elf Flugzeugträger, von denen üblicherweise zwei oder drei gleichzeitig im Einsatz sind. Bald könnten es jedoch vier sein: Sollte die «USS Theodore Roosevelt» San Diego in Richtung Nahost verlassen, könnte die «George Washington» später wieder in den Pazifik zurückkehren.

Die hohe Einsatzbelastung könnte allerdings langfristige Folgen haben. Die grossen Schiffe müssen regelmässig gewartet werden, während den USA laut AP lediglich zwei Werften für Arbeiten an Flugzeugträgern zur Verfügung stehen. Clark erwartet deshalb einen Rückstau bei der Wartung. Die Reedereien werden sich «um einen Platz in der Werft reissen», so der Experte.

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Driver-Seat
16.08.2026 17:57registriert Juli 2025
Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass die US Regierung keinen Plan hat und auch das eigene Militär mit ihrer Planlosigkeit auf dem falschen Fuss erwischt hat.
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ursus3000
16.08.2026 18:05registriert Juni 2015
«Wir, die Vereinigten Staaten, sind in der Lage, überall auf der Welt militärische Macht zu demonstrieren»
Im Nahen Osten demonstrieren sie ihre Impotenz. militärisch und politisch
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RandomPerson
16.08.2026 18:12registriert März 2026
So ein Flugzeugträger ist das perfekte Werkzeug um Macht zu demonstrieren und die USA könnten das tatsächlich überall auf der Welt. Jederzeit. Ausser halt sie missachtet den Spruch "a fool with a tool is still a fool". Wenn ein Depp das Kommando führt und man quasi über die eigenen Füsse stolpert wirds auch mit dem perfekten Werkzeug nix 🙃
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