Ein Toter nach Angriff auf iranisches Containerschiff
Bei einem Angriff auf ein iranisches Containerschiff in der Strasse von Hormus ist nach Angaben aus Teheran ein Mann getötet worden. Vier weitere Besatzungsmitglieder seien bei dem Vorfall am Sonntagmorgen verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Der Angriff durch ein «unbekanntes Projektil» erfolgte demnach nahe der Insel Hengam.
In der Strasse von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Es wurde bei der Durchfahrt der Meerenge von einem «unbekannten Geschoss» getroffen, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht mitteilte. Es gebe zunächst keine Informationen zum Verbleib der Besatzung oder möglichen Schäden.
Anders als in den meisten bisherigen Fällen machte die Behörde auch keine Angaben zum genauen Ort des Vorfalls. Damit blieb unklar, ob das Schiff vor der Küste des Omans oder näher an der iranischen Küste getroffen wurde. Es blieb auch unklar, wer für den Angriff verantwortlich war. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die Meerenge immer noch weitestgehend. Die Strasse von Hormus ist eine wichtige Passage für Öl-, Flüssiggas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Die Blockade hat Folgen für die ganze Weltwirtschaft.
Das US-Militär greift inzwischen auch zivile iranische Schiffe an. US-Präsident Donald Trump hatte als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf Handelsschiffe die neue «Tanker für Tanker»-Doktrin angeordnet. Wegen der Blockade und steigender Preise in den USA steht Trump vor den wichtigen Parlamentswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck.
Die Strasse von Hormus ist inzwischen der zentrale Streitpunkt im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. (sda/dpa)
