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Iranische Sängerin Hiwa Sefisadeh zu vier Jahren Haft verurteilt

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Hiwa Sefisadeh Hiwa Seyfizade
«Seit Jahren bin ich im Bereich der iranischen Musik tätig, singe und unterrichte»: Auf Instagram äusserte sich Sefisadeh am Mittwoch knapp ein halbes Jahr nach der Veranstaltung erstmals öffentlich.screenshot: instagram/@hiwaseyfizade

Vier Jahre Haft nach Auftritt für iranische Sängerin

Im Iran ist die Sängerin Hiwa Sefisadeh nach einem Konzert im Februar zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
20.08.2026, 13:5120.08.2026, 13:52

Im Iran ist eine Sängerin nach einem Konzertauftritt zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Sicherheitskräfte hatten die Veranstaltung in der Hauptstadt Teheran Ende Februar 2025 aufgelöst und die Sängerin Hiwa Sefisadeh festgenommen, wie das Portal «Khabaronline» berichtete.

Dem Bericht zufolge gab es unterschiedliche Darstellungen darüber, ob das Konzert genehmigt worden war. Auch das Kulturhaus habe seine Aktivitäten danach eingestellt.

Auf Instagram äusserte sich Sefisadeh am Mittwoch knapp ein halbes Jahr nach der Veranstaltung erstmals öffentlich. «Seit Jahren bin ich im Bereich der iranischen Musik tätig, singe und unterrichte», sagte sie. In all diesen Jahren habe Sefisadeh trotz vieler Probleme und Einschränkungen einfach nur versucht, ihre Arbeit zu machen. Sie sei nun wegen «Aufforderung zu Korruption und Prostitution» zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Sängerin kritisiert Urteil und will Berufung einlegen

Auf einem Video ihres Instagram-Kanals ist zu sehen, wie die Sängerin mit einer Band mit klassischer persischer Musik performt. Bei ihrem Soloauftritt singt sie einige Zeilen aus einem Gedicht des berühmten persischen Dichters Saadi. «Wie kann das Singen eines Gedichts von Saadi oder iranischer Gesang überhaupt als Aufforderung zu Korruption und Prostitution gelten?», fragt Sefisadeh in ihrer Stellungnahme. Mit ihrem Anwalt will sie das Urteil anfechten.

Der Fall erinnert an ein Justizverfahren Ende 2024. Damals war die Sängerin Parastu Ahmadi nach einem virtuellen Konzert inhaftiert worden. Sie war ohne das gemäss islamischer Kleiderordnung verpflichtende Kopftuch aufgetreten. Im vergangenen Juni wurden Ahmadi und acht weitere Personen dafür verurteilt.

Sefisadeh hingegen hatte den Videos zufolge nicht gegen diese Vorschriften verstossen. Öffentliche Auftritte von Sängerinnen sind in der Islamischen Republik jedoch verboten, insbesondere wenn Männer im Publikum sitzen.

Widerstand gegen gesellschaftlichen Wandel

In den vergangenen Jahren hat sich der Protest vieler iranischer Frauen gegen die strengen islamischen Gesetze intensiviert. Im Herbst 2022 gingen Massen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» gegen die repressive Politik auf die Strassen, doch die Demonstrationen wurden gewaltsam niedergeschlagen. In den letzten Jahren und insbesondere im Zuge des Iran-Kriegs widersetzen sich Frauen in der Öffentlichkeit immer mutiger den Kleidungsvorschriften.

Der kulturelle Wandel sorgt jedoch in erzkonservativen Kreisen für Widerstand. Teherans Generalstaatsanwalt Ali Salehi forderte ein härteres Vorgehen gegen Verstösse gegen die islamischen Dresscodes. Die Justiz sei verpflichtet, Straftaten im Zusammenhang mit Kopftuchverstössen und «Sittlichkeit» in der Öffentlichkeit, in Restaurants und Cafés zu verfolgen, sagte Ali Salehi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Misan, dem Sprachrohr der iranischen Justiz. (sda/dpa)

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quelle: keystone
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