Hayden Panettiere: Schon in jungen Jahren bekam sie Drogen aus engem Umfeld
Die Trauer um Hayden Panettiere ist weiterhin gross. Mehr und mehr Details zu dem frühen Tod der 36-jährigen Schauspielerin werden bekannt. Ihr On-off-Partner Brian Hickerson, der bei ihr war, als sie starb, habe der Polizei nach ihrem Tod eine «Tüte mit Medikamenten» gezeigt, die Panettiere bei sich gehabt und aus der sie konsumiert haben soll. Neun unterschiedliche Substanzen sollen sich dem Polizeibericht zufolge darin befunden haben. Zudem soll im Notruf das Wort «Überdosis» gefallen sein.
Hayden Panettiere sprach in der Vergangenheit mehrfach offen über ihre Alkohol- und Drogensucht, beschrieb diese auch in ihrem erst im Mai veröffentlichten Buch «This Is Me: A Reckoning» (auf Deutsch: «Das bin ich: Eine Abrechnung»). Panettiere war schon in ihrer frühen Kindheit berühmt geworden – und bereits früh mit Drogen in Kontakt gekommen.
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2022 sagte Panettiere dem US-amerikanischen «People»-Magazin: «Ich war auf dem Höhepunkt meiner Karriere und habe es ruiniert.» Schon als Kind stand Panettiere vor der Kamera, als sie 15 Jahre alt war, habe ihr jemand «Glückspillen» angeboten. «Sie sollten mich bei Interviews munter machen», erzählte sie. Sie habe damals nicht geahnt, welche Auswirkungen der Konsum mit sich bringen würde, keine Fragen gestellt.
Im Podcast «On Purpose with Jay Shetty» erklärte Hayden Panettiere erst im Mai dazu: «Zu der Person, die mir diese Tabletten gegeben hat, hatte ich bereits eine sehr enge Beziehung und eine starke Bindung aufgebaut. Als es dann passierte, habe ich es daher nicht als etwas Unangemessenes oder Negatives empfunden. Ich vertraute dieser Person, und es gehörte zu ihren Aufgaben, mich stets zu beschützen.» Sie sei es gewohnt gewesen, Anweisungen von Menschen zu folgen, mit denen sie zusammenarbeitete. «Wenn sie mir sagten, ich solle springen, sprang ich. Wenn sie mir sagten, ich solle das anziehen, zog ich es an», sagte Panettiere.
Sie konnte kaum noch ohne Alkohol und Drogen leben
Und so nahm ihre Karriere zunächst weiter an Fahrt auf. Mit 16 spielte sie die Cheerleaderin Claire Bennett in der Serie «Heroes». Sie nahm die Arbeit ernst, abseits des Sets sah es aber anders aus: «Die Dinge gerieten immer mehr ausser Kontrolle. Und je älter ich wurde, desto mehr wurden Drogen und Alkohol zu etwas, ohne das ich fast nicht mehr leben konnte.»
2012 folgte dann die Rolle der Countrysängerin Juliette Barnes in der Serie «Nashville», die Panettiere bis 2018 spielte. In diesem Zeitraum wurde sie schwanger, bekam ein Kind – so wie ihre Serienfigur auch. Während ihrer Schwangerschaft mit Kaya, der inzwischen elfjährigen gemeinsamen Tochter mit dem ehemaligen ukrainischen Profiboxer Wladimir Klitschko, war Panettiere eigenen Aussagen zufolge clean.
Danach bekam sie eine schwere postpartale Depression, griff infolgedessen wieder zum Alkohol. «Als ich meine Tochter bekam, wusste ich, dass etwas ganz furchtbar falsch läuft», sagte Panettiere im Podcast «On Purpose with Jay Shetty». Sie erklärte: «Ich habe nie Feindseligkeit oder Negativität meinem Kind gegenüber gespürt, aber ich habe keine Verbindung zu ihr aufgebaut, so wie ich es eigentlich hätte tun sollen, und ich war die ganze Zeit voller Stress und Ängste.» Sie sagte weiter: «Mir ging es elend. Ich war ständig in Tränen aufgelöst, obwohl der Alkohol meinem Nervensystem half, sich zu beruhigen.»
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«Ich hätte alles getan und alles versucht»
Nicht sie selbst und auch niemand in ihrem engsten Kreis habe gewusst, was mit ihr los gewesen sei. «Ich hatte noch nie jemanden gekannt, der schon einmal eine postpartale Depression durchgemacht hatte. Ich hatte noch nie davon gehört. Meine Mutter, die Frauen in meinem Leben – niemand hat jemals etwas darüber gesagt. Alle ihre Geschichten handelten von diesen wunderschönen, positiven Momenten voller Freude und Liebe.» Sie begab sich schliesslich in Behandlung.
Wirklich geholfen werden konnte ihr aber offenbar nicht, wie Panettiere erzählte. «Und so entwickelte sich über Jahre hinweg dieser schreckliche Kreislauf aus Depressionen, Angstzuständen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch, während ich einfach nur versuchte, meinen Weg zurückzufinden, meinen Weg aus dieser Dunkelheit heraus. Ich hätte alles getan und alles versucht.» Sie habe sich «in einem Teufelskreis der Selbstzerstörung» befunden, sagte sie.
Panettiere hatte mit sich selbst zu kämpfen. 2018 entschieden sie und Klitschko, dass die gemeinsame Tochter zu ihm in die Ukraine ziehen solle, von ihm war Panettiere inzwischen getrennt. «Das war das Schwerste, was ich je tun musste», sagte sie und betonte: «Aber ich wollte ihr eine gute Mutter sein – und manchmal bedeutet das, sie loszulassen.»
«Ich habe am Boden einer Flasche nach Linderung gesucht»
Die Einblicke, die Panettiere in dem Podcast von Jay Shetty gab, zeigen, dass sie in ihrem Leben offenbar wiederholt mit Situationen konfrontiert wurde, die sie zum Alkohol oder zu Drogen greifen liessen. Auch die Dreharbeiten zu «Nashville» trugen dazu bei. Panettieres Figur Juliette, ein sehr emotionaler Charakter, machte nach der Geburt ihres Kindes fast dasselbe durch wie ihre Darstellerin im echten Leben. «Ich war verzweifelt, und deshalb habe ich zu Drogen gegriffen – wegen der Angstzustände, die ich bekam, und der Panikattacken, die ich hatte.»
Auch hier berichtete sie von «Angstzuständen, die mich unfähig machten, richtig zu funktionieren oder klar zu denken, und die mich körperlich zittern liessen». Sie stellte klar: «Also habe ich mich selbst medikamentiert und am Boden einer Flasche nach Linderung gesucht, und das war das Einzige, was half. Ich musste mich betäuben. Ich musste mich selbst betäuben. Mein Gehirn musste auf eine Reise gehen und Urlaub machen. Es musste einfach für eine kleine Weile nicht an all diese schrecklichen Dinge denken. Und ohne die Hilfe eines Drinks war ich dazu nicht in der Lage.»
«Ich hatte mehr Angst, allein zu sein, als misshandelt zu werden»
Nach ihrer Trennung von Wladimir Klitschko, in einer besonders drogen- und alkohollastigen Phase ihres Lebens, begann Panettiere, Brian Hickerson zu daten. Er war ihr gegenüber mehrfach gewalttätig, doch die beiden führten offenbar bis zu Panettieres Tod eine On-off-Beziehung. Im Podcast mit Jay Shetty schilderte sie, wie sehr die Beziehung ihren übermässigen Konsum befeuert habe. Panettiere sagte: «Mir wurde klar, dass ich mehr Angst davor hatte, allein zu sein, als davor, misshandelt zu werden. Und um mit solch einem Verhalten leben zu können, musste ich meine Sinne abstumpfen und mich mit Substanzen betäuben, um diese rationale Stimme in meinem Kopf zum Schweigen zu bringen, die mir genau sagte, was vor sich ging, und mir die vielen Gründe nannte, warum ich mich aus dieser toxischen Beziehung befreien und so weit wie möglich von dieser Person entfernen musste.»
In dem Interview mit «People» sagte Panettiere, dass sie sich 2021 in stationäre Behandlung begeben und eine Traumatherapie gemacht habe. Es habe in dieser Zeit «viele Höhen und Tiefen» gegeben, betonte sie. Doch sie zeigte sich damals optimistisch: «Ich fühle mich unglaublich erfüllt. Und ich habe das Gefühl, eine zweite Chance bekommen zu haben.» Panettiere erklärte: «Ich bin einfach so dankbar, wieder Teil dieser Welt zu sein, und ich werde das nie wieder als selbstverständlich ansehen.» Am 16. August 2026 starb Hayden Panettiere im Alter von nur 36 Jahren in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina.
Verwendete Quellen:
- pagesix.com: "Hayden Panettiere was taking ‘bag of medication’ at time of her death, Brian Hickerson told cops on scene" (englisch)
- people.com: "Hayden Panettiere Reveals Addiction to Opioids and Alcohol: 'I Was in a Cycle of Self-Destruction'" (englisch)
- people.com: "Hayden Panettiere Opens Up About Surviving an Abusive Relationship: 'It Was a Very Dark Time'" (englisch)
- open.spotify.com: "On Purpose with Jay Shetty", Folge: "Hayden Panettiere: The Truth Behind the Headlines" vom 11. Mai 2026

