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Teheran brennt: Im Iran-Krieg wird nun auch das Wasser zur Waffe

Teheran brennt: Im Iran-Krieg wird nun auch das Wasser zur Waffe

Mit den Attacken auf die Treibstoffvorräte des Iran hat der Krieg gegen das Mullah-Regime eine neue Eskalationsstufe erreicht. Und die nächste hat sogar bereits begonnen.
08.03.2026, 15:3808.03.2026, 15:38
Michael Wrase, Limassol / ch media

Von «apokalyptischen Szenen» sprachen Einwohner von Teheran, nachdem israelische Kampfflugzeuge am Samstagabend die Treibstoffdepots im Süden und Osten der iranischen Hauptstadt in Brand geschossen haben. Gewaltige Feuerbälle und dichte schwarze Rauchschwaden überzogen die Anlagen.

Flames rise from an oil storage facility south of the capital Tehran as strikes hit the city during the U.S.–Israel military campaign, Iran, Saturday, March 7, 2026. (AP Photo/Vahid Salemi)
Iran US Is ...
Nach US-israelischen Angriffen steigen Flammen aus einem Öllager südlich von Teheran auf.Bild: keystone

Zehntausende Liter Benzin flossen in die Kanalisation, was ganze Strassenzüge in Brand setzte. «In der Nacht zum Sonntag regnete es dann sogar Öl», sagt die Lehrerin Azura Dschamschidi aus Teheran zu CH Media: «Viele Menschen hatten Angst in dem entsetzlichen Qualm zu ersticken.»

Die Zerstörung der Treibstofflager markiert eine neue Eskalationsstufe im Krieg zwischen den USA, Israel und dem Mullah-Regime: Die Vernichtung der Treibstoffreserven trifft Iran in seinem wirtschaftlichen und militärischen Nervenzentrum. Israel und die USA, so Militärexperten, setzten mit dem Beschuss der iranischen Energieinfrastruktur darauf, die finanzielle und operative Handlungsfähigkeit des Regimes dauerhaft zu unterbinden.

epa12803511 A member of Iran's Red Crescent walks as smoke still rises from Shahran Oil Refinery following last night airstrike in Tehran, Iran, 08 March 2026. A joint Israeli and US military ope ...
Eine Helferin des Iranischen Roten Halbmonds an der Raffinerie Shahran.Bild: keystone

Vor den Angriffen auf die Öldepots hatte Irans Staatspräsident Massud Peseschkian in gewundenen Sätzen die arabischen Staaten um Verzeihung für die fortgesetzten Angriffe des iranischen Militärs gebeten. Der als eher liberal geltende Politiker wurde daraufhin von den Hardlinern im Iran wie ein Schulbub zurechtgewiesen. Peseschkian sei «falsch interpretiert worden», stellt Aussenminister Abbas Araghchi klar. Iran werde nicht aufhören, an jedem Ort zurückzuschlagen, von dem aus Angriffe gegen die islamische Republik gestartet würden.

Noch deutlicher wurde Ali Laridschani, der neue «starke Mann» im Iran. Die von den Israelis und den USA verkündeten Kriegsziele seien nicht «die wahren Ziele», behauptete er. Das eigentliche Ziel sei «die Auflösung des Iran als Nation», weshalb sein Land «keine Kompromisse hinsichtlich seines Rechts auf Selbstverteidigung eingehen werde».

Video: twitter/Hanna Dedial

Gegenschlag der Iraner auf Israels Ölanlagen

Noch in der Nacht zum Samstag kündigten die iranischen Revolutionsgardisten Raketenangriffe auf die Raffinerie von Haifa an. Am Sonntagmorgen brannten dann die Treibstoffdepots am Flughafen von Kuwait. Zwei Offiziere seien dort «mit der Erfüllung ihrer Pflichten» getötet worden, berichtete das kuwaitische Innenministerium.

Auch die Strasse von Hormus wird von Iran weiterhin blockiert. Mindestens drei Supertanker wurden am Wochenende attackiert. Die Botschaft des Mullah-Regimes ist klar: Wenn unsere Ölvorräte attackiert werden, dann soll auch der Rest der Welt kein Öl und Gas mehr bekommen.

Nach diesem erpresserischen «Leitmotiv» könnte der Iran nun auch beim Umgang mit Wasser handeln. Nachdem die US-Navy am Samstag die Meerwasserentsalzungsanlagen auf die iranischen Insel Queshm zerstört hatte, sprach Irans Aussenminister Araghchi höchst ominös von einem «gefährlichen Präzedenzfall». Die Angriffe seien ein «eklatantes Verbrechen», das schwerwiegende Folgen haben werde. Wenige Stunden später wurde eine Meerwasserentsalzungsanlage im Emirat Bahrain von zwei iranischen Drohnen attackiert.

«Es war das erste Mal während des achttägigen Krieges, dass Iran eine solche Anlage ins Visier genommen hat», meldete der saudische Fernsehsendern Al Arabija besorgt. Die Station erinnert daran, dass die arabischen Golfstaaten nur über sehr begrenzte natürliche Süsswasserressourcen verfügen. Zur Deckung ihres Wasserbedarfs sind sie in hohem Masse auf energieintensive Meerwasserentsalzungsanlagen angewiesen.

Knapp 50 Prozent des Wassers in den Emiraten kommt aus solchen Anlagen: In Kuwait sind es 90 Prozent, in Oman und Bahrain 86 Prozent und in Saudi-Arabien etwa 70 Prozent. Das Königreich produziert mehr entsalztes Wasser als jedes andere Land der Welt. Dass Wasser in dem Krieg mit Iran nun zur Waffe werden könnte, ist für die arabischen Golfstaaten eine Horrorvorstellung. «Dass es einmal soweit kommen könnte, hatte niemand von uns erwartet», sagte ein Regierungsbeamter in Bahrain.

Residents look on and take pictures as flames and smoke rise from an oil storage facility struck as attacks hit the city during the U.S.–Israeli military campaign in Tehran, Iran, Saturday, March 7, 2 ...
Anwohner beobachten und fotografieren Flammen und Rauch aus einem getroffenen Öllager in Teheran.Bild: keystone

Kriegseintritt der Huthis steht offenbar bevor

Seit Tagen rechnen Schifffahrtskreise in Dubai dagegen damit, dass auch die Huthis an der Seite des Iran in den Krieg miteintreten werden. Eine offizielle Ankündigung der islamistischen Gruppierung gibt es bisher nicht. In Erwartung möglicher Vergeltungsangriffe sollen die Verbündeten des Iran in den letzten Tagen strategisch wichtige Anlagen in Sicherheit gebracht haben. Man beobachte die Lage «mit dem Finger am Abzug», hatte Huthi-Führer Abdel-Malik al-Huthi in der letzten Woche gedroht. Man werde den Angriffen auf Iran nicht tatenlos zusehen.

Trotz beschränkter militärischer Mittel wäre die Gruppe weiterhin in der Lage, für Chaos im Roten Meer zu sorgen und die strategisch bedeutende Meerenge von «Bab al Mandeb», dem «Tor der Tränen» zwischen Jemen und Eritrea, zu blockieren. Damit wäre auch der Suez-Knal de facto gesperrt. Die internationale Schifffahrt müsste dann den kostenintensiven Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf nehmen. Neben den bereits gestiegenen Benzinpreisen dürften dann auch für alle anderen Güter des täglichen Bedarfs höhere Preise verlangt werden. (aargauerzeitung.ch)

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