Hardliner attackieren Irans Präsident nach Entschuldigung
Irans Präsident Massud Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe im eigenen Land Kritik aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.
Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X:
Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.
Peseschkian hatte sich in einer Video-Botschaft für frühere Angriffe auf Nachbarländer entschuldigt. «Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten», sagte er.
Der den Hardlinern zugerechnete Parlamentarier Mohammad Manan-Raisi schrieb auf X:
Manan-Raisi forderte Präsident Peseschkian auf, «sich umgehend beim Volk für diese erniedrigende Haltung» zu entschuldigen.
Das zu den islamistischen Medien gehörende Nachrichtenportal Raja News schrieb: «Die jüngste Fernsehansprache des Präsidenten zeigt, dass der Beraterkreis der Regierung immer noch einer Bettel-Diplomatie führt.» Eine Rede, die eigentlich ein Symbol des nationalen Widerstands sein sollte, wurde leider zu einer Aussendung von Schwächesignalen. «Nehmt ihm einfach das Mikrofon weg», hiess es weiter.
Aus Sicht des israelischen Iran-Experten Raz Zimmt könnten die Attacken von radikalen Kreisen auf eine Verschärfung der Machtkämpfe an der Spitze in der Zeit nach dem getöteten Revolutionsführer Ali Chamenei hindeuten. (hkl/sda/dpa)
