Israel baut Kontrolle im Westjordanland in hohem Tempo aus
Die israelische Regierung weitet nach Einschätzung zweier Nichtregierungsorganisationen ihre Kontrolle über das palästinensische Westjordanland in «beispiellosem Tempo» aus.
In einem gemeinsamen Bericht erklären Peace Now sowie Kerem Navot, die Regierung habe das Verwaltungs- und Kontrollsystem innerhalb von drei Jahren grundlegend verändert. Dies könne die Chancen auf eine künftige politische Einigung ernsthaft beeinträchtigen.
Nach Angaben beider Organisationen vollzieht sich der Prozess einer Annexion des Westjordanlandes durch Hunderte von Verwaltungs-, Haushalts- und Planungsentscheidungen. Genannt werden unter anderem eine Ausweitung israelischer Siedlungen, die Errichtung neuer Siedler-Aussenposten, die Vertreibung palästinensischer Hirtengemeinschaften, Landübernahmen, umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur sowie Änderungen am Landrecht.
Dem Bericht zufolge entstanden im Zeitraum von 2023 bis 2025 insgesamt 185 neue Aussenposten. Zudem seien 118 palästinensische Hirtengemeinschaften vertrieben worden. Mindestens 223 Kilometer neue Strassen seien im gesamten Westjordanland gebaut worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt nicht vor. (maw/sda/dpa)
