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Israel

Westjordanland: Israelische Siedler greifen Dörfer an

Israelische Siedler greifen Dörfer im besetzten Westjordanland an

22.03.2026, 10:3222.03.2026, 10:32

Israelische Siedler haben nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden. In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Es gab keine Berichte über Verletzte.

Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, «nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten». Man verurteile «jegliche Form von Gewalt und werden weiterhin Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner und die öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten».

Erheblicher Anstieg der Siedlergewalt

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren ist es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als «moralisch und ethisch inakzeptabel» verurteilt.

Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700'000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. (sda/dpa)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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K.A.T.E.R
22.03.2026 12:36registriert Februar 2025
Der Bericht benennt die Siedlergewalt erfreulich klar.

Beim letzten Satz stolpere ich dann aber: Die Palästinenser würden die Gebiete ‚beanspruchen‘. Das klingt, als handle es sich um eine beliebige Forderung. Völkerrechtlich gelten das Westjordanland und Ost-Jerusalem jedoch als besetzte Gebiete, und die dortigen Siedlungen als illegal.

Der Unterschied zwischen ‚beanspruchen‘ und ‚zustehen‘ ist klein – aber er verschiebt die Perspektive von Recht zu Meinung.
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Andi Weibel
22.03.2026 12:10registriert März 2018
"Siedlergewalt" ist beschönigend. "Ethnische Säuberung" wäre der juristisch korrektere Begriff. Und die israelische Regierung sieht dabei zu.
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Mondblüemli
22.03.2026 12:23registriert Oktober 2021
Es kommt immer und immer wieder und auch heftiger zu Übergriffen und Gewalttaten. Passieren tut nicht viel, sonst hätte das schon lange aufgehört. Und dann wundert man sich, wenn sich die Angegriffenen ungerecht behandelt fühlen und sich irgendwann radikalisieren.
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