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Italien

Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna: Italien verspricht Aufklärung

Mann stirbt bei gewaltsamem Polizeieinsatz: Rom verspricht Aufklärung

20.07.2026, 11:1620.07.2026, 11:16

Nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem gewaltsamen Einsatz der italienischen Polizei haben die Behörden Aufklärung versprochen. Aus dem Innenministerium in Rom hiess es, man werde «völlige Transparenz» walten lassen.

Der 42 Jahre alte Mann war am Sonntag in der norditalienischen Stadt Bologna von zwei Polizeibeamten mit Handschellen gefesselt und auf den Boden gedrückt worden. Obwohl er mehrfach um Hilfe rief, liessen die Beamten nicht von ihm ab. Dann starb er.

Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen. Die Szene ist auf einem mehr als fünf Minuten langen Video dokumentiert. Vielfach gibt es Kritik am Vorgehen der Polizei, auch aus der linken Opposition. Aus dem Lager der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurden die Beamten verteidigt. In einer Erklärung der Regierungspartei Lega hiess es, sie hätten ihre «Dienstpflicht» getan.

Leiche wird obduziert

Die Leiche des Mannes, der seit mehr als 30 Jahren in Italien lebte, soll nun obduziert werden. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Todesursache. Dabei geht es auch darum, ob der Mann möglicherweise Vorerkrankungen hatte. Zudem sei die Körper-Kamera (Bodycam) eines der beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben worden, hiess es. Über disziplinarrechtliche Massnahmen wurde zunächst nichts bekannt.

Die Polizei war am Sonntag gegen die Mittagszeit von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, wo der Mann marokkanischer Herkunft aggressiv aufgetreten sein soll. Beim Eintreffen der Beamten soll er gegen deren Streifenwagen geschlagen haben, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray gegen ihn eingesetzt und ihm Handschellen angelegt.

Szene auf Video: «Hilfe! Genug, genug!»

Auf dem Video ist zu hören, wie der Mann am Boden ruft: «Aiuto. Basta, basta!» («Hilfe! Genug, genug!») Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab. Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr. Das Video wurde von einem Nachbarn aus einem Fenster aufgenommen. (sda/dpa)

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