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Italien

Hackerangriffe in Europa sollen bei G7 Thema werden

G7 soll sich mit Hackerangriffen befassen

08.11.2026, 15:5008.11.2026, 15:50

Italiens Aussenminister Antonio Tajani will die jüngsten Hackerangriffe einer mutmasslich prorussischen Gruppe beim Treffen der G7-Aussenminister ab Montag in Paris zum Thema machen. «Wir befinden uns in einem hybriden Krieg. Deshalb habe ich die G7-Staaten gebeten, dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer Debatte zu stellen», zitierte ihn die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Zur G7 (Gruppe der Sieben) gehören die Industrienationen Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Grossbritannien und die USA. Die EU ist bei allen Treffen als ständiger Teilnehmer vertreten.

Zuvor hatte Tajani öffentlich gemacht, dass Hacker sensible persönliche Daten seiner Person und seiner Familie im Darknet veröffentlichten. «Dadurch setze ich mich neuen Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen aus. Sie beziehen auch meine Familie mit ein und sind bereit, für weitere Details über mich und meine Angehörigen zu zahlen», schrieb Tajani auf der Plattform X. «Meine Reaktion ist sehr einfach: Ich lasse mich in keiner Weise einschüchtern», betonte er.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni machte prorussische Hacker für die Angriffe verantwortlich. Innenminister Matteo Piantedosi berief für Dienstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Rom ein.

Als Grund für die Angriffe vermutet Tajani die Unterstützung Italiens für die von Russland angegriffene Ukraine. «Die Freiheit eines souveränen Staates zu verteidigen und sich klar für die Demokratie und Unabhängigkeit einer Nation einzusetzen, ist für diese kriminellen Akteure gefährlich», schrieb er.

Zeitung: Gruppe mit Kontakten zum russischen Geheimdienst GRU

Die italienische Tageszeitung «Il Fatto Cotidiano» berichtete, eine Hackergruppe namens «NoName057(16)», die mutmasslich Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU unterhalte, biete seit dem 26. Oktober Geld für Passwörter, Wohnadressen, Lebensläufe, private Telefonnummern und andere persönliche Daten von insgesamt 18 Personen an, die die Gruppe als Feinde Russlands bezeichne. Betroffen seien neben Tajani der italienische Staatsanwalt Francesco Lo Voi, der Leiter der Postpolizei, Ivano Gabrielli, und der Bürgermeister von Aviano, Paolo Tassan-Zanin.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) von 2025 handelt es sich bei «NoName057(16)» um eine prorussische Hackergruppe, die seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022 öffentlich bekannt wurde sowie Unterstützer rekrutierte. Ihnen wurde demnach der Download einer Software angeboten, mit der sie sich dann unter Nutzung eigener Ressourcen an sogenannten DDoS-Angriffen beteiligt haben. Dabei handelt es sich um Überlastungsangriffe auf Webseiten mit dem Ziel, dass diese eine Zeit lang nicht mehr erreicht werden können.

Im Juli 2025 zerschlug eine international koordinierte Polizei- und Justizoperation unter Führung des BKA und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die IT-Infrastruktur und das weltweite Botnetz von «NoName057(16)». Die Gruppe blieb aber auch danach aktiv.

Meloni bezichtigt prorussische Hacker

Meloni stärkte Tajani den Rücken: «Ich bekunde meine volle Solidarität mit Vizepremierminister Antonio Tajani angesichts der Enthüllungen über die Aktivitäten prorussischer Hacker und die Verbreitung seiner persönlichen Daten im Darknet». Derartige Machenschaften seien äusserst besorgniserregend und müssten mit aller Entschlossenheit bekämpft werden. (sda/dpa)

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