Pokémon-Karten: Das sind die wertvollsten Exemplare der Welt
Seit über 30 Jahren stromern Menschen aller Altersgruppen durch Ladengänge, stets auf der Suche nach neuen Pokémon-Produkten. So gross das Taschenmonsterfranchise auch ist, bezüglich Beliebtheit bleiben die Sammelkarten vergleichsweise wertstabil – anders als die Videospiele.
Sammeln ist essenzieller Bestandteil der Pokémon-DNA. Die Karten in ihren Variationen, glitzernd, matt, dezent, überladen, übertragen den «gotta catch em all»-Slogan wunderbar ins reale Leben. Dutzende Editionen machen es zwar unmöglich, dem Aufruf gerecht zu werden, doch ohnehin ist Sammeln das Ziel, nicht Fertigwerden.
Es ist also nicht überraschend, dass der Sammelkarten-Sammeltrieb einen Markt hervorgebracht hat. Seltenheitswert beförderte einige Karten in die Welt lukrativer Anlagemodelle. Tausende bis zu Hunderttausende sind manche bereit, für bestimmte Exemplare hinzulegen. Solange es Interessenten gibt, die bereit sind, horrende Summen zu zahlen, können die Karten ein Stückchen finanzielle Sicherheit geben.
Vielen dürfte aber nicht klar sein, auf was für Schätzen sie sitzen. Heftige Wertschwankungen erschweren da den Überblick. Für ein bisschen Hilfestellung haben wir uns angeschaut, welche Karten besonders viel abgeworfen haben – ob in einer Auktion oder beim (weniger intensiven) Standardverkauf.
Platz 5: Kangaskhan Holographic Trophy Card
Pokémon ist eng verflochten mit einer Wettbewerbskultur. In Serien, Filmen und Spielen sind sie Triebkraft für die Dramaturgie. Letztlich lassen Menschen ihre Monster gegeneinander antreten. Wer noch steht, gewinnt. Es sind quasi Hundekämpfe, nur eben gesellschaftlich akzeptierte. Die Turniere übertrugen sich auch auf die Spielkartenwelt. Häufig gab es für Teilnehmer und Teilnehmerinnen einzigartige Karten.
So auch bei einem einzigartigen Turnier 1998 in Japan. Einzigartig insofern, als Schülerinnen und Schüler mit einem Elternteil antreten mussten. Als Preiskarte gab es das Pokémon Kangama. Zwei Exemplare dieser Exklusivkarten wurden Oktober 2020 für jeweils 150'000 US-Dollar verkauft.
Platz 4: Ishihara GX Promo
2017 soll der CEO und Präsident der Pokémon Company, Tsunekazu Ishihara, eine Karte mit sich als Motiv und einer Unterschrift an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt haben. Anlass für die CEO-Selbstdarstellung soll eine Geburtstagsfeier gewesen sein. Angeblich gibt es nur bis zu 60 Exemplare. Die aussergewöhnlich seltene Karte sorgte für aussergewöhnlich hohe Erträge. 2021 zahlte jemand bei einer Auktion von Goldin Auctions 247'230 US-Dollar für ein Exemplar.
Platz 3: Blastoise Wizards of the Coast Presentation Galaxy Star Holo
Der wenig griffige Name hat Geschichte. Es handelt sich um eine Turtok-Karte (Schildkröte mit Kanonen), die als Testballon fungierte. Wizards of the Coast verteilte sie an verschiedene Spielwarenläden, um eine Vorstellung zu bekommen, wie das fertige Trading Card Game am Ende aussehen soll. Es ist also eine der ersten Karten überhaupt. Bei Heritage Auctions verkaufte sich dieses seltene Stück für 360'000 US-Dollar.
Platz 2: Charizard 1st Edition Shadowless Base Set
Die Glurak-Karte hatte eine besondere Funktion: Sie rückte ins Bewusstsein, wie viel die Menschen bereit sind, für die Karten zu zahlen. Auktionen gab es auch vorher, nur eben als Parallelwelt für Vermögende. Der Rapper Logic zahlte für die bekannteste Karte Oktober 2020 rund 226'000 US-Dollar.
Es ist eine Karte, die frühen Basissets beilag, eigentlich recht häufig ist und Anheizer nostalgischer Gefühle. Wenige Monate nach Logics Kauf folgte ein weiterer Verkauf für 369'000 US-Dollar. Die Karte könnte theoretisch bei einigen Millennials irgendwo rumfliegen. Die Frage ist nur, ob sich Käuferinnen und Käufer finden.
Platz 1: Illustrator CoroCoro Comics Promo (Pikachu Illustrator Card)
Nur 20 gedruckte Exemplare schufen eine gewaltige Distanz. Die Pikachu-Karte ist die seltenste und teuerste Karte überhaupt. CoroCoro Comics verteilte sie 1997 bei einem Wettbewerb an die Siegerinnen und Sieger.
In kurzer Zeit begannen Leute, sukzessive mehr für sie zu zahlen. 2019 waren es 243'000 US-Dollar, ein Jahr später 250'000, dann wieder ein Jahr später 375'000 und 2022 waren es 900'000. Influencer Logan Paul zahlte wenige Monate später 5,275 Millionen US-Dollar und versteigerte sie 2026 für 16,5 Millionen.
Offensichtlich sind Menschen bereit, mehrere Millionen für die Karten zu zahlen. Wobei Letztere wahrscheinlich auch aufgrund des Vorbesitzers und der viralen Geschichte aufgerechnet haben. Am Ende braucht es Menschen, die bereit sind, viel zu zahlen. Fehlt das, bringt selbst die seltenste Karte nichts. Gerade in der Generation, die mit Pokémon aufgewachsen ist, finden sich aber viele gelangweilte Millionärinnen und Millionäre, die für einen Retro-Schuss einiges zahlen. Just sayin.
