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Klima

Hitzehölle Europa: Forscher gehen in Zukunft von über 150'000 Todesopfern aus

epa04835281 A woman lays on the ground during a hot day in Rome, Italy, 07 July 2015. Temperatures of around 33 degrees were forecast in Rome as various European countries experienced a heat wave. EPA ...
Kreislaufprobleme, Atembeschwerden: Wie hier in Rom leiden Menschen in ganz Südeuropa unter der Hitzewelle. Bild: EPA/ANSA

«Hitzehölle» Europa: Forscher gehen in Zukunft von bis 150'000 Todesopfern aus – pro Jahr

Während bei uns die Temperaturen etwas zurückgehen, erlebt Südeuropa die schlimmste Hitzewelle seit Jahren. Bis Ende des Jahrhunderts werde sich die Zahl der Opfer verfünfzigfachen, warnt eine neue Studie. 
07.08.2017, 04:0707.08.2017, 11:00

Ob auf den Balearen oder auf dem Balkan, die Hitzewelle setzt den betroffenen Menschen immer mehr zu. Die Gluthitze hat auf Mallorca in den letzten Tagen erste Todesopfer gefordert. Am vergangenen Freitag wurde ein Obdachloser in Palma tot gefunden. Die Autopsie ergab, dass er an einem Hitzschlag gestorben war. Auch beim Tod eines 17-Jährigen in Cala d‘or im Inselosten wird ein Hitzschlag vermutet.

Nun warnen Forscher, dass sich die Zahl der Todesopfer wegen Hitzewellen dramatisch ansteigen könnte. In der Zeitschrift The Lance Planetary Health veröffentlichten EU-Wissenschaftler eine Studie.

  • Diese rechnet vor, dass ab dem Jahr 2071 in Europa 150'000 Menschen wegen des durch den Klimawandel bedingten Extremwetters sterben könnten, 99 Prozent davon wegen Hitzewellen.
  • Das sind 50 Mal mehr als heute. Jährlich sterben in Europa rund 3000 Menschen wegen Hitzesymptomen.

  • Besonders betroffen sind die südeuropäischen Länder. Italien, Griechenland, Spanien, Kroatien, Zypern, Malta und Portugal. In diesen Staaten habe praktisch jeder Bewohner unter dem Klimawandel zu leiden.
  • In den nordeuropäischen Ländern ist es hingegen nur jede dritte Person betroffen.
  • Für die Studie wurden in den 28 EU-Staaten sowie in der Schweiz, in Norwegen und in Island die Folgen der schwersten Wetterkatastrophen aus den Jahren 1981 bis 2010 ausgewertet. Kombiniert wurde dies mit Modellrechnungen über die Bevölkerungsentwicklung und den Klimawandel.
epa06122807 A thermometer marks 41 degrees Celsius in Spain Square, in Rome, Italy, 03 August 2017. Temperatures are expected to reach 35-40 degrees Celsius during the day, according to weather report ...
Wegen Abgasen und Ozonbelastung sind Städte vom Klimawandel besonders betroffen. Bild: EPA/ANSA

«Der Gedanke, dass Hitzekatastrophen wie 2003 immer häufiger auftreten, ist beängstigend», sagte der amerikanische Klimaexperte Andrew Grundstein zu CNN. 

Es gibt aber auch kritische Stimmen. In den Modellrechnungen sei die technische Weiterentwicklung nicht berücksichtigt. Heutzutage sind Klimaanlagen in Südeuropa wenig verbreitet, dies im Gegensatz zu den USA. 

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Weltkarte: Beitrag einzelner Staaten zur Klimaerwärmung in Grad Celsius (siehe farbige Temperaturleiste unten).
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Bei extremer Hitze bekommen viele Menschen Herz-Kreislauf-Probleme, ausserdem kann es zu Atemwegsbeschwerden und anderen Gesundheitsfolgen kommen. «Die globale Klimaerwärmung könnte die Kosten der Folgen von Extremwetter auf die Menschen sehr schnell steigen lassen, wenn keine geeigneten Anpassungsmassnahmen unternommen werden», warnen die Studienautoren.

(amü)

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