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Waldbrände: Schwere Nacht für Griechenland

epaselect epa13145106 A firefighter battles a wildfire in Alamano, Corinth, in the Peloponnese, Greece, 31 July 2026 (issued 01 August 2026). The fire was contained by ground crews from the Fire Servi ...
Ein Feuerwehrmann kämpft gegen einen Waldbrand in Alamano, Griechenland.Bild: keystone

Waldbrände: Schwere Nacht für Griechenland

02.08.2026, 08:4402.08.2026, 08:44

Alepochori, Psatha und Zachouli – alle Bewohner und Touristen müssen diese und viele andere griechische Ortschaften und Dörfer rund 60 Kilometer westlich von Athen am Samstagabend verlassen. Auch rund 100 Kilometer weiter westlich brennt es, und ausserdem im Norden der Halbinsel Peloponnes. Das Ministerium für Bürgerschutz hat in die Regionen entsprechende Warn- und Evakuierungs-SMS verschickt – falls jemand die dichten Rauchwolken und die nahende Gefahr noch nicht wahrgenommen hat.

Zwangspause für Helfer aus der Luft

Fast ungebremst und mit rasender Geschwindigkeiten breiteten sich die Flammen am Samstagnachmittag vor allem in der Region rund um das Dorf Porto Germeno aus, angefacht von starken Winden, die Löscharbeiten aus der Luft kaum zuliessen. In den frühen Abendstunden konnten noch einige wenige Löschhubschrauber aufsteigen, weil der Wind sich etwas legte. Dann brach die Nacht herein – erneut Zwangspause für die Helfer aus der Luft.

Video: watson/hanna dedial

Am Boden kamen die Rettungskräfte derweil kaum voran, obwohl laut einem Polizeisprecher rund 500 Feuerwehrleute im Einsatz waren, darunter auch Kollegen aus Rumänien und Frankreich sowie unzählige Freiwillige. Zu gross war die Feuerwand, teils schlugen die Flammen weit über die gut 20 Meter hohen Bäume in den Nachthimmel. Rund 5'000 Hektar sollen bisher verbrannt sein, eine Fläche von 50 Quadratkilometern, fast so gross wie die Stadt Konstanz.

Bagger schlagen Schneisen

Aus der Region Attika rund um Athen kamen schwere Baumaschinen und Tankwagen mit Wasser zu Hilfe. Bagger schlugen Schneisen, um das Feuer zu bremsen. Das Bild sei albtraumhaft, sagte der stellvertretende Gouverneur von Böotien, Giorgos Dasiotis, dem Sender ERTNews. «Wenn der Wind nicht nachlässt, kann das Unheil nicht mehr aufgehalten werden.» Am Sonntag soll der Wind etwas nachlassen – die Hoffnung ruht dann auf den Löschflugzeugen und -hubschraubern.

In Frankreich Brände «im Grossen und Ganzen» unter Kontrolle

Nachdem insbesondere ein massiver Brand im Südwesten Frankreichs in den vergangenen anderthalb Wochen das Land in Atem hielt, ist die Gefahr derzeit grösstenteils gebannt. «Im Grossen und Ganzen sind die Brände in unserem Land mittlerweile unter Kontrolle», sagte Premierminister Sébastien Lecornu in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung «La Tribune Dimanche».

Die Präfektur der vom Megafeuer betroffenen Region bei Bordeaux teilte mit, dass ein unter Kontrolle befindliches Feuer nicht bedeute, dass es gelöscht sei. Auch wenn sich die Flammen nicht weiter ausbreiteten, kümmerten sich Einsatzkräfte und Landwirte weiter um Rauch- und Glutstellen im gesamten Gebiet. Die Behörde bezeichnete den Brand als «absolut beispiellos». Ungünstige Wetterbedingungen wie Wind, hohe Temperaturen und Trockenheit erklärten seine Intensität, hiess es.

Hunderte Feuerwehrleute verletzt

Laut Präfektur wurden nach einer vorläufigen Bilanz 252 der 2'725 Gebäude im Brandgebiet an der französischen Atlantikküste zerstört. Von 224'000 evakuierten Menschen durften mittlerweile 208'000 wieder zurückkehren.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nach Angaben der Präfektur in der Bevölkerung weder Tote noch Verletzte. Allerdings seien mehr als 330 Feuerwehrkräfte verletzt worden, hiess es.

Im südfranzösischen Département Var kämpfen Feuerwehrleute seit Freitag gegen einen wieder aufgeflammten Brand, mittlerweile auf einer Fläche von rund 1'800 Hektar. Etwa 2'800 Menschen wurden der Präfektur zufolge evakuiert. Mehrere Löschflugzeuge und Hubschrauber waren am Samstag im Einsatz. Trotz der Sorge vor starken Winden zeigte sich die Lage am Abend stabil. Der Präfekt sprach von «einer Schlacht, die gewonnen wurde», auch wenn es noch nicht das Ende sei. Laut Mitteilung der Präfektur müssen Löschmassnahmen die ganze Nacht zum Sonntag «in aussergewöhnlichem Umfang» aktiv bleiben. (hkl/sda/dpa)

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