Vorsicht beim Italienurlaub – diese Verbote können dich bis zu 3000 Euro kosten
Italien zieht seit Jahrzehnten immer mehr Touristinnen und Touristen an. Kein Wunder: Das Land vereint eine reiche Geschichte, eindrucksvolle Landschaften, vielfältige Natur und traumhafte Küsten, die zum Baden einladen.
Doch der Massentourismus hat auch seine Schattenseiten, auf die viele Orte mit Verboten und Einschränkungen reagieren. Während einige dieser Regeln inzwischen weithin bekannt sind, können andere Reisende aufgrund ihrer geringen Bekanntheit und teils überraschenden Auslegung teuer zu stehen kommen.
Ein paar dieser wohl eher unbekannten Verbote haben wir deshalb für euch festgehalten:
Ein Fläschchen Meersand als Souvenir? Besser nicht aus Sardinien
Rund um Strände und Naturlandschaften gelten vielerorts besondere Vorschriften, gegen die Reisende oft unwissentlich verstossen. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, etwa das Mitnehmen von Sand, Kieselsteinen oder Muscheln als Souvenir, ist in einigen Regionen ausdrücklich verboten. Auf Sardinien etwa drohen für das Entfernen von Sand, Kieseln oder Muscheln Bussgelder zwischen 500 und 3000 Euro, in schweren Fällen sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Geahndet werden dabei auch geringe Mengen. Die Behörden kontrollieren regelmässig an Flughäfen und Fährhäfen, wo immer wieder entsprechende Funde in Gepäckstücken gemacht werden. Wer Ärger vermeiden möchte, sollte die Natur daher unangetastet lassen und Erinnerungen lieber in Form von Fotos mit nach Hause nehmen.
Sandburgenbauen verboten, Strandtücher nur mit Matten
Die noch viel absurdere Sandregel: Manche Gemeinden verbieten das Errichten von Sandburgen. Etwa in der venezianischen Gemeinde Eraclea oder in Cavallino an der Adria gibt es ein solches Sandburgenverbot. Gemäss dem deutschen Magazin «Stern» geht es beim Verbot darum, dass bei einem möglichen Einsatz von Sicherheitskräften am Strand die Sandburgen nicht zu Stolperfallen werden. Wer dennoch ein Schloss errichtet, muss mit einer Strafe von bis zu 1000 Euro rechnen.
Zum Schutz der empfindlichen Küstenlandschaft gelten auf Sardinien teilweise besonders strenge Vorschriften. Laut «Reisereporter» muss in Stintino seit 2019 eine Strohmatte unter dem Handtuch liegen, um zu verhindern, dass Sandkörner an nassen Textilien haften bleiben und vom Strand entfernt werden. Medienberichten zufolge wurden Verstösse bereits mit Bussgeldern von rund 100 Euro geahndet.
Kein öffentlicher Alkoholkonsum in Rom zwischen 23 und 7 Uhr
Italiens Hauptstadt Rom wehrt sich seit Jahren gegen die Nachteile des Massentourismus. So gibt es in Rom etwa strenge Alkoholregeln, die unter anderem den öffentlichen Konsum alkoholischer Getränke zwischen 23 und 7 Uhr untersagen. Ein günstiges Bierchen über die Gasse kann so schnell mal 150 Euro mehr kosten als ursprünglich geplant.
Vorsicht am Trevi-Brunnen und an der Spanischen Treppe in Rom
Die Hauptstadt Italiens ist vor allem bemüht, ihre Hauptattraktionen zu schützen. Seit 2019 ist es daher verboten, sich auf die berühmte Spanische Treppe zu setzen – egal zu welchem Zweck. Wer es trotzdem tut, riskiert eine Strafe von bis zu 400 Euro.
Strenge Regeln gibt es auch am berühmten Trevi-Brunnen in Rom: So darf darin nicht gebadet werden, bereits das Eintauchen der Füsse kann zu einer saftigen Busse führen. Gleiches gilt für Personen, die das Wasser des Brunnens trinken möchten, auch das ist explizit nicht vorgesehen. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bussgeld von 450 Euro.
Fahrradfahren in Venedig kann teuer werden
Dass Venedig besonders unter dem Andrang von Touristenmassen zu kämpfen hat, ist mittlerweile auch über die italienischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Dies veranlasst die Stadt an der nördlichen Adriaküste, eine ganze Reihe von Regeln aufzustellen. Wer beispielsweise mit nacktem Oberkörper oder in Badekleidung durch die Stadt läuft, muss mit einer Busse von 250 Euro rechnen, eine mittlerweile weit verbreitete Praxis in vielen Urlaubsdestinationen.
Etwas aussergewöhnlicher hingegen ist das Verbot, in weiten Teilen der Stadt Fahrrad zu fahren oder nur schon das Fahrrad von Hand zu schieben. Ein Verstoss kostet 100 Euro, wie die Stadt auf ihrer Website mitteilt. Ebenfalls verboten ist es, auf den Böden oder Gehwegen der Stadt zu essen, in den Kanälen zu baden oder die Tauben zu füttern.
Florenz verbietet Essen auf Bürgersteigen
In Florenz wiederum hat man ganz andere Probleme. Um gegen die Vermüllung der Strassen vorzugehen, wurde 2018 ein Essensverbot auf den öffentlichen Gehwegen eingeführt. Jedoch gilt dies nur zwischen 12 und 15 Uhr sowie zwischen 18 und 22 Uhr im historischen Stadtkern.
Wichtiger Hinweis: Das Verbot gilt auch für das Verzehren von Eiscreme! Hungrige Reisende sollten also lieber die Uhrzeit im Blick behalten oder einfach direkt in den Restaurants essen. Dabei liegt die Betonung spezifisch auf drinnen essen. Denn seit 2026 ist Restaurants in einigen Strassen des historischen Stadtkerns von Florenz gar komplett das Bewirten im Freien untersagt.
Sonnenschirm-Verbot für 10- bis 65-Jährige auf Sardinien
Am bekannten Strand Punta Molentis in Villasimius an der Südostküste Sardiniens sorgt aktuell ein neues Verbot für Schlagzeilen. So dürfen nur noch Gruppen oder Personen mit einem Kind unter 10 Jahren oder einer älteren Person über 65 Jahren einen Sonnenschirm an den Strand mitbringen. Die Gemeinde begründet das Verbot mit Bestrebungen des Umweltschutzes, so wolle man versuchen, die menschlichen Auswirkungen auf das Ökosystem einzugrenzen.
