Der Fall Timmy holt diesen Bürgermeister wieder ein – jetzt darf er nicht mehr ins Amt
Der Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand darf seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausführen. Der Hauptausschuss der Gemeinde erteilte Sven Partheil-Böhnke (FDP) ein Amtsverbot.
Wie die «Lübecker Nachrichten» berichteten, ist das Beamtenstatusgesetz die Grundlage für den Beschluss. Darin ist unter anderem geregelt, dass Beamte ihre Aufgaben unparteiisch und zum Wohl der Allgemeinheit zu führen haben.
Detaillierte Hintergründe wollte die Gemeinde zunächst zum Schutz des Bürgermeisters nicht bekannt geben. Mittlerweile sind die Details jedoch öffentlich. Unter anderem geht es um ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der versuchten Erpressung, der Nötigung und der Amtsanmassung.
Timmy-Bürgermeister soll Radfahrer mit Wein übergossen haben
Im Juni soll Partheil-Böhnke mit einem Radfahrer aneinandergeraten sein. Auf einer Fussgängerpromenade in Niendorf, einem Ortsteil von Timmendorfer Strand, habe er den Radler angehalten und ohne Befugnis die Zahlung eines Verwarngeldes gefordert, heisst es. Dann eskalierte die Situation offenbar: Am Ende soll Partheil-Böhnke dem Radfahrer ein gefülltes Weinglas über die Kleidung geschüttet haben.
Dieses Ermittlungsverfahren hat offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht. Denn bereits zuvor hatte sich der Bürgermeister Vorermittlungen in anderer Sache stellen müssen. Dabei geht es um Beleidigung und das Vortäuschen einer Straftat im Nachgang der Strandung von Buckelwal Timmy vor Niendorf.
Streit mit Robert Marc-Lehmann: Hacker-Attacke vorgetäuscht?
In einer E-Mail vom offiziellen Account des Bürgermeisters war der YouTuber Robert Marc Lehmann als «absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner» beschimpft worden. Lehmann habe keine Ahnung von Walen. Ähnlich hatte sich Partheil-Böhnke im April auch im Gespräch mit t-online geäussert. «Egal, was er gemacht hat, es ging in die Hose», sagte der Bürgermeister über Robert Marc Lehmann.
Die Aussagen in der Mail will er aber nicht getätigt haben. Partheil-Böhnke behauptete, sein Account sei gehackt worden. Doch daran gibt es Zweifel.
Das am Donnerstag vor einer Woche ausgesprochene Amtsverbot soll nun laut Verwaltung bis zur abschliessenden Klärung der disziplinarrechtlichen und gegebenenfalls strafrechtlichen Verfahren gegen den Bürgermeister gelten. «Das Verbot dient ausschliesslich dem Schutz der Gemeinde Timmendorfer Strand», teilte die Gemeinde mit. «Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.»
Verwendete Quellen:
- ln-online.de: Paukenschlag in Timmendorf: Bürgermeister darf Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben
- ndr.de: Timmendorfs Bürgermeister darf keine Dienstgeschäfte mehr führen
- bild.de: Timmy-Bürgermeister übergiesst Radler mit Wein
- mopo.de: Paukenschlag in Timmendorfer Strand: Bürgermeister hat Amtsverbot

