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Geburtstags-Umfrage zeigt: Das sind die No-Gos bei einer Feier

Am Geburtstag kommt in der Schweiz noch immer die Schwarzwäldertorte am häufigsten auf den Teller.
Am Geburtstag kommt in der Schweiz noch immer die Schwarzwäldertorte am häufigsten auf den Teller.Bild: Shutterstock

NoGos, Geschenke-Budget und Lieblingskuchen – so feiert die Schweiz Geburtstag

Restaurant oder Kochlöffel, Schwarzwäldertorte oder Schoggikuchen: Eine repräsentative Umfrage von Betty Bossi zeigt, wie die Schweiz tatsächlich Geburtstag feiert – und wie weit Wunsch und Realität dabei auseinanderliegen.
24.09.2026, 08:0024.09.2026, 09:00

Mehr als 2000 Menschen in der Schweiz hat das Schweizer Koch- und Backunternehmen Betty Bossi zum 70-jährigen Bestehen zu ihrem Geburtstag befragt – und das Ergebnis zeigt: Zwischen Traum und Realität klafft oft eine erstaunliche Lücke. Alles in allem geben sich Schweizerinnen und Schweizer an ihrem grossen Tag dazu eher bescheiden.

Kulinarik: Restaurant-Traum trifft Kochlöffel-Realität

Fast jede zweite Person würde den Geburtstag am liebsten im Restaurant feiern, tatsächlich passiert das aber nur bei rund einem Drittel – zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen damit satte 18 Prozentpunkte. Auch das Alter macht einen Unterschied: Bei den 56- bis 65-Jährigen landet gut jede zweite Feier im Restaurant, bei den 36- bis 45-Jährigen, bei denen Familie und Kinderbetreuung den Kalender bestimmen, deutlich weniger.

Wer nicht auswärts isst, kocht überraschend oft selbst: Jede fünfte Person steht am eigenen Geburtstag am Herd, obwohl sich das nur halb so viele wünschen. Beim Essensstil dominieren die Länderküchen aus Italien, Asien und Griechenland, gefolgt von unkompliziertem Selbstgemachtem.

Beim Kuchen bleibt die Schweiz traditionsbewusst: Die Schwarzwäldertorte ist die klare Nummer 1, wird von jüngeren Erwachsenen aber zunehmend vom Schoggikuchen verdrängt, der bei den 16- bis 25-Jährigen bereits an der Spitze liegt.

Regional zeigen sich feine Unterschiede: Im Tessin wird deutlich häufiger auswärts gegessen als in der Ostschweiz, dafür ist dort die Schwarzwäldertorte besonders beliebt. In Zürich wünschen sich die Menschen zum Geburtstag besonders häufig eine bestimmte Essensrichtung, wie italienisch oder asiatisch.

Familie: Klein, vertraut – und mit Kindern turbulent

Bedeutet Geburtstag automatisch auch grosse Party? Nicht in der Schweiz. Fast 62 Prozent feiern im kleinen Kreis mit Familie oder engsten Freunden, nur eine kleine Minderheit veranstaltet ein grosses Fest. Auch bei der Gästezahl gilt: weniger ist mehr, die beliebteste Gruppengrösse liegt zwischen zwei und fünf Personen. Wer zu zweit feiert, tut das fast immer als Paar. Bei den 16- bis 25-Jährigen darf die Party insgesamt etwas grösser sein: Sie feiern deutlich häufiger mit sechs bis dreissig Personen als jede andere Altersgruppe.

Beim Kuchen zeigt sich eine klassische Rollenverteilung: Bei über einem Viertel der Männer backt die Partnerin, umgekehrt gilt das nur für einen Bruchteil. Richtig turbulent wird es beim Kindergeburtstag: Knapp die Hälfte der Eltern gibt zwischen 100 und 300 Franken für die Feier des Kindes aus. Meistens wird selbst gebacken, auch hier deutlich häufiger von Müttern als von Vätern, die sich eher bei Einzelaufgaben wie dem Aufräumen einbringen. Am meisten Stress bereitet Eltern die Organisation des Unterhaltungsprogramms.

Regional zeigt sich: In der Ostschweiz feiert ein deutlich grösserer Anteil den Geburtstag ganz allein als im Tessin, wo die Kindergeburtstagstorte dafür häufiger gekauft statt gebacken wird.

Rituale und Budget: Zurückhaltung schlägt Ehrlichkeit

Beim Thema Geld zeigt sich die Schweiz eher bescheiden. Für Geschenke an Freundinnen und Freunde geben über die Hälfte zwischen 30 und 80 Franken aus, nur wenige investieren mehr als 150 Franken – häufiger Männer als Frauen. Auch beim eigenen Fest bleibt der grosse Aufwand die Ausnahme: In der Theorie wären die meisten zwar grosszügiger, als sie es in der Praxis dann aber tatsächlich sind.

Am meisten wünschen sich Menschen in einer Partnerschaft gemeinsame Zeit statt materielle Geschenke – ein Erlebnis oder eine Reise liegt dabei klar an der Spitze. Mit steigendem Alter wächst zudem der Wunsch nach gar keinen Geschenken mehr. Bemerkenswert ehrlich sind die Befragten bei kleinen Fauxpas: Über 60 Prozent haben schon einmal den Geburtstag einer nahestehenden Person vergessen. Und wenn das Geschenk selbst daneben liegt, greift die Schweizer Höflichkeit: Die grosse Mehrheit sagt nichts und lässt das unpassende Präsent diskret verschwinden.

Bei der Party selbst gelten klare rote Linien: Ausartender Alkoholkonsum ist das grösste No-Go, dicht gefolgt von schlechtem Essen und der Erwartung, selbst für Verpflegung oder Eintritt zahlen zu müssen. Regional fällt auf: In der Genferseeregion lässt sich ein deutlich grösserer Teil die eigene Feier von anderen organisieren und bezahlen als im Tessin.

Am Ende bleibt der Geburtstag in der Schweiz vor allem eines: ein Fest, das lieber im kleinen Kreis als auf grosser Bühne gefeiert wird – mit gutem Essen, wenig Trubel und kleineren oder grösseren Geschenken.

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