International
Luftfahrt

Wieder stürzt eine F-35 ab: Musk-Fans sehen sich bestätigt

Video: watson/hanna dedial

Wieder stürzt eine F-35 ab: Musk-Fans sehen sich bestätigt

Der US-Tech-Milliardär Elon Musk hat in der Vergangenheit den US-Kampfjet F-35 als Fehlinvestition beschimpft, was in den USA eine erbitterte Kontroverse auslöste. Jetzt kam es in Alaska wieder zu einem spektakulären Absturz einer F-35.
30.01.2025, 11:1930.01.2025, 13:09
Bojan Stula / ch media

Noch selten ist der Absturz eines US-Militärflugzeuges im eigenen Land von derart viel Kritik, teilweise sogar Hass begleitet worden. Nach dem Crash einer F-35 am Dienstag versahen die gewöhnlich so patriotischen Amerikaner, die sonst nichts auf ihre Streitkräfte kommen lassen, das spektakuläre Absturzvideo dutzendfach mit Kommentaren wie «gescheitertes Programm», «Verschwendung von Steuergeldern» oder «da gehen weitere 100 Millionen den Bach runter».

Nicht ganz unschuldig an dieser Stimmungsmache dürfte Tech-Milliardär Elon Musk sein, der im vergangenen November das Bild eines Drohnenschwarms im Kurznachrichtendienst X mit dem Kommentar versah: «Inzwischen wollen gewisse Idioten immer noch bemannte Kampfjets wie den F-35 bauen.» Was eine erbitterte Kontroverse in Aviatik- und Militärkreisen nach sich zog

Politische Kommentatoren interpretierten dies damals als Hinweis darauf, eine künftige Trump-Regierung könnte am rund 2 Billionen Franken teuren US-Beschaffungsprogramm Abstriche vornehmen. Geplant ist in den USA die Indienststellung von rund 2500 F-35 bis Mitte der 2040er-Jahre. Musk beschimpfte den Kauf des Jets als «schlechtesten militärischen Preis-Leistung-Deal der Geschichte».

F-35A-Crash: Hier gehen 80 Mio. Dollar in Flammen auf

Video: watson/hanna dedial

Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten

Beim Absturz am Dienstag kam eine F-35A über der Eielson Air Base rund 25 Meilen südlich von Fairbanks ins Trudeln und stürzte gleich neben dem Flugfeld ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine katapultieren und unverletzt mit dem Fallschirm landen. Er wurde zur Untersuchung in ein Spital gefahren.

Ungewöhnlich sei an diesem Unfall gewesen, dass die Maschine mit ausgefahrenem Fahrwerk fast senkrecht vom Himmel fiel, analysierten Aviatikexperten. An der anschliessenden Pressekonferenz sagte der Geschwaderkommandeur, Oberst Paul Townsend, der Pilot habe sich im regulär durchgeführten Landeanflug nach einer Luftkampfübung befunden, als seine Maschine plötzlich eine «Fehlfunktion» erlitt, die den Notausstieg mittels Schleudersitz erforderte. Die genauen Unfallursachen würden noch untersucht, kündigte eine Sprecherin an.

Der Unfall in Alaska war gemäss Statistiken in der Fachpresse der achte F-35-Absturz seit 2020 und der dritte seit September 2023. Insgesamt führt das Aviation Safety Network 30 schwere Unfälle dieses Typs seit dem Erstflug 2006 auf, bei inzwischen mehr als 1000 gebauten Exemplaren. Die Schweiz hat 36 F-35A-Jets bis 2030 für rund 6 Milliarden Franken bestellt.

Der Schleudersitzhersteller Martin Baker «feierte» den Absturz auf seine eigene Weise: Beim Absturz in Alaska habe bereits zum zehnten Mal ein Martin-Baker-Schleudersitz einem F-35-Piloten das Leben gerettet, schrieb der Hersteller auf X. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ukraine-Krieg: Nordkoreanische Gefangene in Südkorea eingetroffen
Nach monatelangen Verhandlungen sind zwei von der Ukraine gefangen genommene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht worden. Der südkoreanische Abgeordnete Yoo Yong Won, der die beiden Männer während eines Ukraine-Besuchs 2025 persönlich getroffen und sich seither für ihre Überstellung eingesetzt hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz, sie seien bereits vor einigen Tagen sicher in Südkorea angekommen.
Zur Story