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«Wir waren zusammen in einigen Schwulenbars»: War der Orlando-Todesschütze selbst homosexuell?

14.06.2016, 13:2311.11.2020, 11:26

Schiesserei in Gay-Nachtclub in Orlando

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Schiesserei in Gay-Nachtclub in Orlando
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War das Attentat auf den Schwulen-Club Pulse in Orlando ein Akt des Selbsthasses? Schilderungen von Personen aus Homosexuellen-Kreisen rücken das Bild des islamistisch indoktrinierten und homophoben Attentäters in ein neues Licht.

Wie verschiedene Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichten, nutzte Omar Mateen nicht nur die Schwulen-Dating-App Jack'd, er war auch regelmässiger Gast im Pulse. «Manchmal sass er einfach nur in der Ecke und trank für sich alleine. Manchmal war er aber auch so betrunken, dass er laut und streitlustig wurde», erinnert sich ein Puls-Gast an den Attentäter, der am frühen Sonntagmorgen in dem Schwulenclub 53 Menschen erschossen hatte.

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Pulse-Club in Orlando, Florida. Hier fand das Attentat am Sonntagmorgen statt – der Todesschütze, Omar Mateen, sei bis zu zwölf Mal im Schwulen-Club gewesen.
Pulse-Club in Orlando, Florida. Hier fand das Attentat am Sonntagmorgen statt – der Todesschütze, Omar Mateen, sei bis zu zwölf Mal im Schwulen-Club gewesen.Bild: JIM YOUNG/REUTERS

Ein anderer Besucher des Gay-Clubs, Kevin West, der mit Omar Mateen auf der Dating-App Jack'd seit einem Jahr befreundet war, sah den Todesschützen am Abend vor der Tat – zum ersten Mal ausserhalb der Dating-App: «Er lief direkt an mir vorbei. Ich grüsste ihn, sagte ‹Hey›. Er grüsste zurück.» West ist sich sicher, dass es sich um Mateen handelte. «Ich vergesse nie ein Gesicht», so der Ex-Navy-Mann gegenüber der Washington Post. «Nach dem Attentat ging ich auf den Polizeiposten und zeigte den Beamten das Jack'd-Profil von Omar.»

Die Schilderungen decken sich mit denjenigen von mindestens drei anderen Zeugen, die Omar Mateen ebenfalls zuvor schon im Club gesehen haben wollen. Mateen sei meist alleine unterwegs gewesen, habe wenig geredet. Er erinnere sich daran, dass der 29-Jährige von seinem Vater gesprochen habe, so ein regelmässiger Pulse-Gast. «Mateen erzählte uns auch, dass er Frau und Kind habe.»

Ein ehemaliger Klassenkamerad am Indian River Community College sagte der Palm Beach Post, Mateen habe ihn einmal ausgeführt. «Wir waren zusammen in einigen Schwulenbars. Aber ich war damals in einer Beziehung, deshalb wurde nichts draus.» Mateen habe sich im Umgang mit Menschen immer extrem unbeholfen angestellt, erinnert sich der ehemalige Mitschüler. «Niemand mochte ihn so richtig.»

Mit den Ermittlungen betraute Behörden sagten, Berichte, wonach Mateen auf Dating-Apps unterwegs gewesen sei und das Pulse regelmässig besucht habe, würden überprüft. (wst)

Die Welt trauert um die Opfer von Orlando

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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zoobee1980
14.06.2016 14:04registriert Oktober 2014
einfach nur traurig, was hier der mix aus homophobie, religiösem fundamentalismus, freiem zugang zu waffen und wahrscheinlich noch einigen schwierigen persönlichen/familiären faktoren "ergeben" hat... und ein solches land soll einen trump als anführer bekommen? na dann gute nacht!
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Marc Mueller
14.06.2016 17:35registriert Oktober 2015
Hat auf jeden Fall sicherlich nichts mit dem Islam zu tun.
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http://bit.ly/2mQDTjX
14.06.2016 20:58registriert April 2016
Wird es jetzt Zeit, dass sich die Schwulen endlich auch mit der (hausgemachten?) Homophobie in den eigenen Reihen auseinandersetzen?

Homophobie bedeutet nicht nur die Angst (Phobie) vor Schwulen, sondern doch vielmehr die Angst vor eigenen schwulen Gefühlen.

Es fällt auf, dass die Homophobie in männlich dominierten Personengruppen (Priester, Polizisten, Militärs, Fussballer etc.) besonders ausgeprägt ist, obwohl dort naturbedingt vermutlich auch der Anteil schwuler oder bisexueller Männer grösser ist als im Schnitt.
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