International
Migration

Italienische Polizei nimmt mehrere mutmassliche Schlepper fest

Italienische Polizei nimmt mehrere mutmassliche Schlepper fest

17.11.2022, 11:1817.11.2022, 11:18
epa09304979 Police officers check the area near the US Ambassador's private residence for the arrival of US Secretary of State Antony Blinken at Villa Taverna in Rome, Italy, 27 June 2021. Streng ...
Bild: keystone

Die italienische Polizei hat auf Sizilien mehrere mutmassliche Schlepper festgenommen.

Die Strafverfolgung wirft elf Tunesiern und sieben Italienern Begünstigung illegaler Einwanderung von mehrheitlich nordafrikanischen Staatsbürgern nach Italien vor, wie die Behörden in der zentral-sizilianischen Stadt Caltanissetta am Donnerstag mitteilten. Bei dem Einsatz mit etwa 120 Beamten wurden demnach zwölf Menschen festgenommen.

Die kriminelle Bande soll die Migranten den Ermittlungen zufolge mit mehreren kleinen hochmotorisierten Booten von verschiedenen Orten an der tunesischen Küste über das Mittelmeer nach Sizilien gebracht haben. Die Polizei stiess nach eigenen Angaben im Februar 2019 am Hafen der südsizilianischen Stadt Gela auf eine erste Spur, als dort eines der Boote sank und der Verdacht aufkam, dass damit Dutzende Migranten nach Italien gelangt waren.

Eine Überfahrt nach Sizilien mit je 10 bis 30 Menschen dauerte etwa vier Stunden, wie die Polizei weiter mitteilte. Dafür nahmen die Verdächtigen etwa 3000 bis 5000 Euro pro Person. Die Bande operierte vom Ort Niscemi, nördlich von Gela, aus. Dort kooperierte ein Unternehmer mit ihr, der die Migranten und Schlepper mit Arbeitsverträgen versorgte, um ihren Aufenthalt in Italien zu begründen. Aus abgehörten Telefonaten ging ausserdem hervor, dass die Schlepper bereit waren, die Migranten auf hoher See falls nötig «loszuwerden», wenn ihre Boote einen Motorschaden gehabt hätten.

Die Ankünfte von Bootsmigranten sind in Italien sehr umstritten. 2022 erreichten laut Innenministerium bislang mehr als 93 200 Menschen die Küsten des Landes. Die neue rechte Regierung will die Ankünfte unterbinden. Zuletzt sorgte die Nicht-Aufnahme Hunderter aus Seenot geretteter Migranten von Schiffen internationaler Hilfsorganisationen für einen diplomatischen Streit mit Deutschland und Frankreich. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Selenskyj-Berater: Schweizer Bauteile in 95 Prozent der russischen Drohnen und Raketen
Dass die russische Armee auf Waffen mit Schweizer Bauteilen setzt, ist schon länger bekannt. Dafür stand die Schweiz auch schon in der Kritik. Verändert hat sich die Situation dadurch aber nicht: Wie aus einer Datenbank des ukrainischen Militärgeheimdiensts HUR hervorgeht, sind auch in neuen oder weiterentwickelten russischen Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern weiterhin Schweizer Bauteile. Das berichtet SRF.
Zur Story