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Scheiterhaufen mit Flüchtlingsboot sorgt in Nordirland für Entsetzen

Controversial bonfire effigy criticized by all-party politicians in Northern Ireland MOYGASHEL, CO. TYRONE, NORTHERN IRELAND - JULY 09: A bonfire structure featuring an effigy of refugees in a boat wi ...
Der Aufbau des «Freudenfeuers» in Moygashel: Politiker zeigen sich schockiert.Bild: www.imago-images.de

Scheiterhaufen mit Flüchtlingsboot sorgt in Nordirland für Entsetzen

Aufruhr im nordirischen Dorf Moygashel: Aus einem geplanten fröhlichen Lagerfeuer hat sich eine hitzige Diskussion entwickelt – mit schwerwiegenden Vorwürfen.
10.07.2025, 10:2910.07.2025, 10:29
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

Jedes Jahr wird im Dorf Moygashel in Nordirland ein grosses Lagerfeuer entzündet – ein jahrzehntealter Brauch. Eigentlich ein Anlass für gute Laune und fröhliche Stimmung. Doch in diesem Jahr löst das für Donnerstag geplante Feuer Entsetzen und Kopfschütteln aus.

Auf der Spitze des Scheiterhaufens wurden mit Schwimmwesten angezogene Puppen in einem Holzboot platziert. Darauf ein Banner mit der Aufschrift: «Stop the Boats», zu Deutsch «Stoppt die Boote». Eine klare Anspielung auf Geflüchtete, die sich immer wieder per Schlauch- oder Holzboot auf den Weg Richtung Europa machen. Auf einem weiteren Banner steht übersetzt: «Veteranen vor Flüchtlingen».

Verein reagiert – und rechtfertigt Aufbau

Abgeordnete verschiedener Parteien reagierten empört: Der Vorsitzende der protestantischen Partei UUP, Mike Nesbitt, schrieb auf X: «Dieses Bild ist abstossend, bedauerlich und steht in keinem Verhältnis zu dem, was ein kulturelles Fest sein soll. Ich verurteile das.» Und sein Parteikollege Colm Gildernew ergänzte auf X:

«Abscheuliche, rassistische Figuren und Plakate müssen sofort entfernt werden.»
Moygashel
Die Veranstalter wollen das «Freudenfeuer» heute Abend anzünden.Bild: Screenshot facebook

Doch wer ist verantwortlich für die viel beachtete Installation? Ein privater Verein, die «Moygashel Bonfire Association». Auf Facebook postete der Verein noch am Mittwoch sichtlich stolz zwei Fotos des Scheiterhaufens mit dem Flüchtlingsboot. Gegenüber der britischen BBC äusserte sich das Komitee: Der Aufsatz sollte nicht als «rassistisch, bedrohlich oder beleidigend» angesehen werden. Vielmehr solle die Installation «unsere Abscheu über die anhaltende Krise der illegalen Einwanderung zum Ausdruck» bringen. Was genau damit gemeint war, blieb unklar.

Polizei leitet Ermittlungen ein – Ausgang offen

Auch die Polizei beschäftigt sich jetzt mit der Installation. Ein Polizeisprecher sagte der BBC, der Vorfall sei bekannt und die Ermittlungen dauerten an. Ob das Boot mit den Figuren von Geflüchteten also tatsächlich am Donnerstag abgebrannt wird, ist unklar.

In Nordirland werden vor dem Orangemen's Day am 12. Juli in diesen Tagen an mehreren Orten Freudenfeuer entzündet. Damit erinnern die Nordiren an die Schlacht von Boyne im Jahr 1690. Damals siegte der protestantische König Wilhelm III. über den katholischen Jakob II. Daher wird der Feiertag auch nicht von allen Nordiren begangen.

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