International
Nordkorea

Nordkorea verspottet Südkorea nach Trumps Militärmanöver-Kürzung

«Erbärmliche Lage»: Kims Schwester verspottet Südkorea nach Trumps Manöverkürzung

21.08.2026, 06:5721.08.2026, 06:57

Nordkoreas Führung hat Südkorea trotz der Verkürzung des gemeinsamen Militärmanövers mit den USA scharf angegriffen. Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, erklärte in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme, Südkorea befinde sich in einer «erbärmlichen Lage», weil es seine «Kriegsspiele» nicht mehr wie geplant weiterführen könne.

FILE - Kim Yo Jong, a sister of North Korean leader Kim Jong Un, attends a wreath-laying ceremony at Ho Chi Minh Mausoleum in Hanoi, Vietnam, March 2, 2019. (Jorge Silva/Pool Photo via AP, File)
Kim Y ...
Kim Yo Jong, die Schwester von Kim Jong Un.Bild: keystone

Zudem verspottete sie das südkoreanische Militär als «Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt». Kim griff auch den südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung persönlich an. So beschuldigte sie Lee in der Stellungnahme vom am Donnerstagabend, sich «doppelzüngig» zu verhalten.

Die harsche Rhetorik der nordkoreanischen Führung gegenüber Südkorea ist zwar nicht ungewöhnlich. Doch angesichts der jüngsten Signale der Entspannung aus Südkorea und den USA lässt die Äusserung vermuten, dass die Regierung in Pjöngjang derzeit kein Interesse an einem Dialog mit Seoul hat.

Donald Trump möchte Kim Jong Un noch in diesem Jahr treffen

Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund ein Dutzend ballistischer Kurzstreckenraketen abgefeuert, die eine Reichweite von etwa 300 Kilometern hatten.

Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, das seit Montag laufende gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea um die Hälfte zu reduzieren. Statt wie geplant bis zum 27. August soll die jedes Jahr im Sommer abgehaltene Militärübung «Ulchi Freedom Shield» heute beendet werden.

FILE - U.S. President Donald Trump, right, meets with North Korean leader Kim Jong Un on Sentosa Island in Singapore, on June 12, 2018. (AP Photo/Evan Vucci, File)
Donald Trump,Kim Jong Un
Trump und Kim bei einem Treffen im Jahr 2018.Bild: keystone

Trump verwies bei der Entscheidung auf seine angeblich «sehr gute Beziehung» zu Nordkoreas Machthaber. Zudem bejahte er am Mittwoch die Frage, ob er damit rechne, Kim noch in diesem Jahr zu treffen. Südkoreas Präsident Lee hatte sich Mitte August ebenfalls für direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Staatschef ausgesprochen.

Nordkorea ist international weitgehend isoliert, unter anderem wegen seines Raketenprogramms und der Entwicklung von Atomwaffen. Politisch und wirtschaftlich wird das Land jedoch zunehmend von China und Russland unterstützt. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
15 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
offgrid
21.08.2026 07:42registriert Oktober 2019
Erbärmlich ist vor allem die Lage von Nordkoreas Bevölkerung, seit über 80 Jahren. Die Familie Kim ist davon natürlich nicht betroffen.
491
Melden
Zum Kommentar
avatar
Zeit_Genosse
21.08.2026 07:23registriert Februar 2014
DT tut so als wäre er mit allen Staatschefs im Gespräch. Doch die wissen meist nichts davon, auch wenn DT auf Social Media oder sonstwo herausposaunt. Ich denke, dass viele dieser Dialoge nur im Gehirn von DT stattfinden und er das als Realität erlebt. Und niemand stellt seine Gesundheit in Frage.


Ich denke, dass SK das erlebt was Europa erlebt hat. Die USA sind keine Schutzmacht mehr. SK muss massiv in die eigene Verteidigungsfähigkeit investieren und sich vernetzt verbünden (Australien, Japan, …). NK wird gerade von den Grossen umgarnt, weil strategisch wichtig im Pazifikraum.
241
Melden
Zum Kommentar
15
Ein Forschungsteam will Wüstensand mit Bakterien und Pilzen beleben
Ein Forschungsteam haucht Wüstensand Leben ein: Mit Hilfe von Bakterien und Pilzen wird der Boden stabiler und kann Wasser deutlich länger halten. Dies soll künftig Pflanzenwachstum ermöglichen.
Wüstenbildung infolge von übermässiger Landnutzung, Abholzung und Klimawandel bedroht weltweit zunehmend Böden. Ein Forschungsteam hat nun einen Ansatz gegen die Erosion und für eine bessere Wasserspeicherung in Sandböden untersucht, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Donnerstag mitteilte.
Zur Story