International
Rassismus

20 Jugendliche attackieren zwei Mädchen aus Ghana in Grevesmühlen

24.03.2023, Mecklenburg-Vorpommern, Grevesm
Demonstration gegen Asylunterkunft in Mecklenburg-Vorpommern, Grevesmühlen, am 24. März 2023. Bild: DPA

Rassistischer Angriff in Grevesmühlen: 20 Jugendliche attackieren zwei Mädchen aus Ghana

Im deutschen Nordwestmecklenburg hat eine Gruppe Jugendlicher zwei Mädchen aus Ghana angegriffen. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.
15.06.2024, 20:5615.06.2024, 20:57
Tobias Eßer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Am Freitagabend ist es in Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei im Gespräch mit t-online erklärte, griff eine Gruppe aus etwa 20 Jugendlichen ein achtjähriges Mädchen aus Ghana und ihre zwei Jahre ältere Schwester an. Dabei riefen sie rassistische Parolen.

«Der Angriff erfolgte unvermittelt», erklärte der Sprecher am Samstag. Acht Personen aus der Gruppe aus 20 Menschen hätten sich an dem rassistischen Übergriff beteiligt. Dem jüngeren der beiden Mädchen hätten die Jugendlichen ins Gesicht getreten. Woher die Angreifer kamen, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. «Allerdings fand parallel das Stadtfest statt», so der Sprecher weiter.

Jugendliche griffen auch Eltern an

Als die Eltern der beiden Kinder zum Tatort kamen, um den Mädchen zu helfen, seien auch sie von der Gruppe angegriffen worden. Der Vater und seine achtjährige Tochter wurden mit leichten Verletzungen in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Wegen des fremdenfeindlichen Hintergrundes der Tat sei der Staatsschutz zu den Ermittlungen hinzugezogen worden, erklärte der Polizeisprecher.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) verurteilte die Tat vom Freitagabend auf Schärfste: «Man greift keine Menschen an, erst recht keine Kinder und schon gar nicht aus rassistischen Motiven», sagte Pegel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Polizei ermittelt nun zu den weiteren Hintergründen der Tat. Den Verdächtigen wird Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung vorgeworfen. Ausserdem suchen die Beamten nach Zeugen, die etwas von dem Angriff mitbekommen haben.

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