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Diskriminierung und Rassismus – 9 Grafiken zur Situation in der Schweiz

«Wir sind gegen Rassismus.»
«Wir sind gegen Rassismus.»Bild: shutterstock

Diskriminierung und Rassismus – diese 9 Grafiken zeigen die Situation in der Schweiz

Das Bundesamt für Statistik hat die Resultate der Erhebung «Diskriminierung und Rassismus in der Schweiz 2023» veröffentlicht. Hier die wichtigsten Grafiken im Überblick.
03.05.2024, 11:3204.05.2024, 19:12
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Im Vergleich zu 2010 erleben heute mehr Menschen in der Schweiz Diskriminierung. 2022 gaben zwar weniger Menschen an, diskriminierende Erfahrungen erlebt zu haben (26,6 Prozent) als noch 2020 (28,2 Prozent), doch im Vergleich zu vor 12 Jahren ist es ein Anstieg von 11,2 Prozent.

Zu den häufigsten Diskriminierungsformen zählen psychische und verbale Gewalt.

Vier von zehn Opfern gaben an, Diskriminierung in Form von Ausgrenzung, Nichtbeachtung oder Spott erlebt zu haben. Ein weiterer grosser Anteil der Betroffenen nannte verbale Gewalt, Drohungen, Mobbing oder die Vorenthaltung von Informationen (36 Prozent). Sechs Prozent waren von körperlicher Gewalt betroffen.

Die Diskriminierungsgründe blieben im Zeitraum von 2016 bis 2022 unverändert. Nationalität, Sprache und Geschlecht wurden als Gründe der Diskriminierung am meisten erwähnt.

Die meisten Diskriminierungen geschahen bei der Arbeit. So gaben 47 Prozent der Opfer an, am Arbeitsplatz solche Erfahrungen erlebt zu haben. Auch im öffentlichen Raum kommt es immer wieder zu Diskriminierungserfahrungen. Es gaben 31,4 Prozent an, in der Öffentlichkeit diskriminiert worden zu sein.

Solche Erlebnisse bleiben bei den Opfern nicht ohne Folgen. Opfer von Diskriminierung fühlen sich nach solchen Vorfällen oft der Gesellschaft weniger zugehörig (44 Prozent) oder erleben, dass sich ihre sozialen Beziehungen verschlechtern (40 Prozent).

Die Erlebnisse aufgrund von rassistischer Diskriminierung haben im Jahr 2022 im Vergleich zu 2020 leicht abgenommen. Es gaben 16,6 Prozent an, rassistische Erfahrungen erlebt zu haben.

Eine häufige Erfahrung von Diskriminierung geschieht aufgrund des Namens oder der Sprache (11 Prozent). Rund 10 Prozent gaben an, wegen ihrer Nationalität benachteiligt zu werden.

24,2 Prozent der Opfer gaben in der Erhebung an, die diskriminierende Person nicht gekannt zu haben. Bei 13,9 Prozent handelte es sich um Arbeitskollegen und -kolleginnen. Bei 12,3 Prozent diskriminierten Vorgesetzte die Betroffenen.

Oft sprechen die Opfer mit Angehörigen über den Vorfall (44 Prozent) und wenden sich selten an offizielle Stellen (7 Prozent). Nur 5 Prozent leiten rechtliche Schritte ein. 36 Prozent gaben an, die diskriminierende Person direkt konfrontiert zu haben. (jun)

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95 Kommentare
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JabbaThaHutt
03.05.2024 12:09registriert März 2023
Interessant wie hoch die Zahl am Arbeitsplatz ist. Könnte es auch sein, dass viele jungen Leute heutzutage einfach nicht mehr mit Kritik umgehen können? Kritisiert der Chef (zu Recht) ihre Arbeit oder die Arbeitseinstellung wird direkt von "Diskriminierung" gesprochen. Sehe ich bei uns jedenfalls, einige meinen wirklich sie seien unantastbar und wehe wenn sie von jemandem kritisiert werden.
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Chönnt ja si....
03.05.2024 14:03registriert April 2023
Interessant wäre noch die Aufsplittung nach Nationalitäten oder zumindest %-Angaben derjenigen mit schweizerischer Nationalität im Verhältnis dazu.
Auch ich wurde kürzlich als Sch****-CHler bezeichnet. Aus dem nix heraus, einfach so, mitten auf der Strasse...
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Rick Hunter
03.05.2024 12:49registriert November 2022
Als dunkelhäutige Person kann ich gut mit dem umgehen, was mir ins Gesicht gesagt wird, mit den alltäglichen Vorurteilen. Eine andere Sorge für mich ist die systematische Diskriminierung, von der es viele anekdotische, aber wenige formelle Beweise gibt, da es schwierig ist, sie nachzuweisen.

Natürlich wurde ich wie viele andere auch bei Jobs und Wohnungen abgelehnt. Wie viel davon aufgrund meines offensichtlich ausländischen Namens und Herkunfts beruht, werde ich vielleicht nie erfahren, denn das sind keine Dinge, die offen anerkannt werden.
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