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Epstein-Skandal: Durchsuchungen gegen Ex-Prinzen Andrew waren rechtswidrig

FILE - Britain's Prince Andrew during the coronation ceremony of Britain's King Charles III at Westminster Abbey in London Saturday, May 6, 2023. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth, file)
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Der High Court in London hat die Durchsuchungsbeschlüsse rund um die Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor für rechtswidrig erklärt.Bild: keystone

Epstein-Skandal: Durchsuchungen gegen Ex-Prinzen Andrew waren rechtswidrig

08.10.2026, 17:2608.10.2026, 17:26

Die Durchsuchungsbeschlüsse rund um die zwischenzeitliche Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor sind für rechtswidrig erklärt worden. Das ist das Ergebnis einer Einigung zwischen Mountbatten-Windsor und der Thames Valley Police, wie der High Court in London mitteilte. «Die Tatsache, dass die Durchsuchungsbeschlüsse aufgehoben wurden, beendet eine Ermittlung nicht und bedeutet nicht, dass die gesamte Ermittlung rechtswidrig war», sagte der Richter.

Mountbatten-Windsor war am 19. Februar – an seinem 66. Geburtstag – im Zuge des Skandals um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein festgenommen worden. Die Polizei hatte Durchsuchungsbeschlüsse für seine Residenz auf dem Anwesen Sandringham sowie sein ehemaliges Anwesen in Windsor, die Royal Lodge. In Gerichtsverfahren werde nun entschieden, wie mit dem beschlagnahmten Material verfahren werde, teilte die Polizei mit.

Die ursprüngliche Gerichtsentscheidung, Durchsuchungsbeschlüsse zu erlassen, sei fehlerhaft gewesen, sagte ein Polizeisprecher. «Daher müssen diese rechtmässig aufgehoben werden.» Die Ermittlungen würden andauern. Der Richter sagte, der frühere Prinz wende sich gegen den Antrag der Polizei auf Einbehaltung der Beweismittel. Eine Anhörung dazu soll 2027 unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Enge Freundschaft zu Epstein

Mountbatten-Windsor hatte im Verlauf des Skandals praktische alle Titel und Ehren verloren. Er steht unter Verdacht, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung sensible Informationen an Epstein weitergegeben zu haben. Mittlerweile prüfen die Ermittler auch Vorwürfe zu möglichem sexuellem Fehlverhalten des jüngeren Bruders von König Charles III. (77). Ob und wenn ja, wann es zu einer Anklage kommt, ist offen.

Mountbatten-Windsor war eng mit Epstein befreundet. Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär betrieb jahrelang einen pädophilen Missbrauchsring, dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Der Skandal zog das britische Königshaus in eine tiefe Krise.

Eines der Opfer, die inzwischen gestorbene Virginia Giuffre, hatte Mountbatten-Windsor vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben, zum Teil als sie noch minderjährig war. Der frühere Prinz bestreitet die Vorwürfe. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete in einem millionenschweren Vergleich. (leh/sda/dpa)

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