International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE- In this Dec. 26, 2019, file photo, Russian opposition leader Alexei Navalny speaks to the media in front of a security officer standing guard at the Foundation for Fighting Corruption office in Moscow, Russia. The German government says specialist labs in France and Sweden have confirmed Russian opposition leader Alexei Navalny was poisoned with the Soviet-era nerve agent Novichok. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko, File)
Alexei Navalny

Alexej Nawalny im Jahr 2019. Bild: keystone

Nawalnys Vergiftung von weiteren Labors bestätigt – Gesundheitszustand bessert sich



Im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache festgestellt. Dies teilte die deutsche Regierung am Montag mit.

Weiter hiess es, dass Deutschland die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) eingeschaltet habe. Deren Experten haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen.

Nawalny wird in Berlin behandelt. Der 44-Jährige gilt als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin.

«Wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert zu den neuen Befunden: Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern «in engem Austausch zu weiteren Schritten».

Nawalny kommt ohne Beatmung aus und kann aufstehen

Nawalny muss unterdessen nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zeitweise verlassen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, teilte das Berliner Klinikum Charité am Montag mit.

Grosser Druck auf Russland

Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen und in eine Klinik in Sibirien gebracht worden. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Charité verlegt. Die deutsche Regierung teilte nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mit, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei.

International ist der Druck auf Moskau gross, in dem Fall selbst zu ermitteln. Nach Ansicht der deutschen Bundesregierung hat Russland ausreichend Informationen für eigene Untersuchungen. «Russland verfügt über alles Notwendige, um Ermittlungen durchzuführen», sagte Seibert in der vergangenen Woche.

In der Erklärung Berlins heisst es, man habe mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Nawalny gebeten. «Die Ergebnisse dieser Überprüfung durch Speziallabore in Frankreich und Schweden liegen nunmehr vor und bestätigen den deutschen Nachweis», teilte Seibert mit.

«Unabhängig von den noch laufenden Untersuchungen der OVCW haben damit nun bereits drei Labore unabhängig voneinander den Nachweis eines Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung von Herrn Nawalny erbracht.»

Moskau reagiert verärgert

Moskau hatte vergangene Woche verärgert auf Aufforderungen reagiert, Ermittlungen einzuleiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass zufolge, andere Länder sollten Russland nicht sagen, welche rechtlichen Schritte wann und auf welcher rechtlichen Grundlage einzuleiten seien. «Das gefällt uns nicht», sagte er. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

20 Jahre Putin in Bildern

Putin kann auch Piano spielen. Also er versucht es zumindest

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gäse 14.09.2020 15:26
    Highlight Highlight Ein Abgleich mit den russischen Proben würde die Lüge der deutschen Regierung schnell aufdecken. Die Glaubwürdigkeit der Behauptungen einer Vergiftung braucht starke geistige Verrenkungen, um diese ernst zu nehmen.Der Kremelkritiker erfreut sich in Russland längst nicht mehr der Zustimmung wie in den westlichen Medien behauptet.
    • Wiedergabe 14.09.2020 15:40
      Highlight Highlight "Die Glaubwürdigkeit der Behauptungen einer Vergiftung braucht starke geistige Verrenkungen, um diese ernst zu nehmen."
      1. Wow, was für ein Satz...
      2. Naja, geht so. Ich behaupte nicht die absolute Wahrheit zu kennen, finde die deutsche Regierung aber ohne grossartige Verrenkungen durchaus glaubwürdig.
      3. Und auf jeden Fall glaubwürdiger als die Gegenseite.
    • Toerpe Zwerg 14.09.2020 15:45
      Highlight Highlight Eines muss man Ihnen lassen: Mit geistigen Verrenkungen kennen Sie sich aus.
    • Don Alejandro 14.09.2020 18:06
      Highlight Highlight Ich wüsste gerne wie sich mehrfach bestätigte Tests geistig verrenken können.
  • Bildung & Aufklärung 14.09.2020 14:02
    Highlight Highlight Eine Bestätigung, die das leider sehr klare nochmals nachdrücklich bestätigen.

    Und der Kreml grinst, also die verkommenen Strategen und Verantwortlichen dahinter, wohlwissend, was man tut.

    Man will es gar nicht verschleiern. Der zigfache offensichtliche Giftanschlag. In Berlin in Tiergarten am helllichten Tag russische Dissidenten erschiessen?
    Schaut ruhig her, Welt und Europa. Wir tuns, wir machens, wir haben doch keinerlei Skrupel, oder Angst vor Repressionen, weil wir wissen, dass ihr, getrieben von Geldsucht, sowieso keine Antwort, kein Druckmittel sprechen werdet.

    Düstere Sache.
    • Dong 14.09.2020 16:09
      Highlight Highlight Kurz vor Fertigstellung, von Nord Stream 2, nachdem schon einige Firmen wegen US-Sanktionen abgesprungen sind, das wär aber trotzdem ein schlechtes Timing der Russen.

      Das Argument, dass Putin weiss, dass er keine Sanktionen zu befürchten habe, das gab's schon in Syrien, und dort sind auch immer noch westliche Truppen stationiert. Russland ist doch nicht auf Watte gebettet, die haben durchaus etwas zu verlieren, bspw. die ganzen bereits getätigten Investitiionen.
    • pacman8 14.09.2020 22:55
      Highlight Highlight "In Berlin in Tiergarten am helllichten Tag russische Dissidenten erschiessen?" - Es war eigentlich nur einer, ein militanter Islamist, aber bei einem sooo gemeinsamen Gegner drücken wir doch beide Hühneraugen zu.
  • Ueli der Knecht 14.09.2020 13:08
    Highlight Highlight Man kann es nur immer wieder betonen:

    Die einzige Organisation, die befähigt und legitimiert ist, diesen Vorfall unabhänging und glaubwürdig zu untersuchen, ist die OPCW.

    Falls Deutschland tatsächlich an einer seriösen Aufklärung gelegen wäre, dann hätte sie die Untersuchung (und auch die diesbezügliche Kommunikation!) längst dieser UN-Behörde übertragen. Das ist aber (trotz deutlicher Kritik der OPCW) immer noch nicht geschehen.

    Das eigenmächtige deutsche Vorgehen hinterlässt den Eindruck, dass Deutschland eine seriöse Untersuchung durch die einzig zuständige UN-Behörde verhindern will.
    • Wiedergabe 14.09.2020 15:36
      Highlight Highlight Manche lernens nie...
      Es gab seitens dieser Behörde keinerlei Kritik an DE, nicht einmals ansatzweise, geschweige denn deutlich.
      Wieso posten sie ständig diesen Irrglauben, obwohl sie schon mehrfach, nicht nur von mir, auf ihre falsche Übersetzung aufmerksam gemacht wurden.
      Gebetsmühlenartiges Wiederholen macht es auch nicht wahrer.
      Denn:
      - Warum sollte Deutschland eine Aufklärung verhindern wollen?
      - Warum würde Deutschland, beim Versuch eine Untersuchung zu verhindern, Untersuchungen in Schweden und Frankreich durchführen?
      - Warum teilt Russland nicht ihren Standpunkt?
      Eben..!
    • Toerpe Zwerg 14.09.2020 15:47
      Highlight Highlight Da kratzt etwas an Uelis Weltbild ... das muss weg.
    • Ueli der Knecht 14.09.2020 16:15
      Highlight Highlight Die Kritik der OPCW war deutlich. Sie sagte sinngemäss (https://bit.ly/3jX9Pfk):

      1. Es handelt sich bei den Anschuldigungen (zwischen den Zeilen: von Deutschland) um ein schwerwiegender Verstoss gegen das Chemiewaffenübereinkommen, und unterliegt deshalb internationaler Rechtssprechung (zwischen den Zeilen: dem Chemiewaffenübereinkommen unter Hoheit der OPCW).

      2. (Zwischen den Zeilen: Trotz diesen Tatsachen) hat noch keine Partei die OPCW mit der Untersuchung (zwischen den Zeilen: dieser Anschuldigungen) beaufragt (zwischen den Zeilen, obwohl nur die OPCW glaubwürdig untersuchen kann).
    Weitere Antworten anzeigen

«Bin wie eine alte Frau»: 22-Jährige kämpft mit Corona-Spätfolgen

Corona – ein Thema, das viele Menschen in Deutschland zunehmend leid zu sein scheinen. Doch das Virus kann verheerend sein, sogar für junge Leute, die sich eigentlich nicht in Gefahr wägen. Das zeigt etwa Luisa.

Die Düsseldorferin erkrankte dieses Frühjahr im Alter von 21 Jahren an Covid-19, war sogar im Koma. Das ist nun schon Monate her, doch mit den Spätfolgen hat sie immer noch zu kämpfen. Wenn sie Bilder von feiernden Menschen oder Anti-Corona-Demos sieht, hat sie Sorge, dass es anderen …

Artikel lesen
Link zum Artikel